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Jeremy Liew und Chris Sacca (rechts)

Ein Kollege hatte Jeremy Liew diese neue App empfohlen. Seine Tochter sei davon besessen, erzählte er. Liew, Investor von Lightspeed Ventures, wollte sich das daraufhin einmal genauer ansehen. Er brauchte Tage, um an das Unternehmen hinter der App zu kommen. Es war das Jahr 2012, die Firma hieß Snapchat.

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Schließlich klappte es. Der Wagniskapitalgeber steckte damals etwa eine halbe Million US-Dollar in das Unternehmen – und legte später noch einmal 7,5 Millionen Dollar nach. Snap, wie das Startup heute heißt, hat Lightspeed nun einen riesigen Gewinn eingebracht. Mit dem Börsengang gestern und dem Schlusskurs von etwa 24 Dollar sind die Anteile, für die der Investor einst acht Millionen gezahlt hat, nun 2,1 Milliarden US-Dollar wert, wie das Wallstreet Journal berichtet. Damit hat der VC seinen Einsatz mehr als verzweihundertfacht! Jeder Investor wird bei diesen Zahlen vor Neid erblassen…

Auch für die anderen Geldgeber und die Gründer des sozialen Netzwerkes war gestern ein großer Tag. Unter den Profiteuren ist einer besonders ungewöhnlich: Die Saint Francis High School aus Mountain View gehörte zu den ersten Geldgebern des Unternehmens. Die katholische Schule gab damals 15.000 Dollar, nach dem Börsengang sind diese Anteile nun ebenfalls Millionen wert.

Das Glück ist nicht mit allen

Andere hatten dagegen gestern nicht so einen guten Tag: Etwa Shark-Tank-Investor Chris Sacca, der seine verpasste Chance allerdings mit Humor nahm. Auf Twitter schrieb er: „Ich kenne eine Person, die nicht beim Snapchat-IPO reich geworden ist. Tipp: der Typ, der auf diese E-Mail nicht geantwortet hat.“

Doch Chris Sacca braucht kein Mitleid. Er zählt zu den erfolgreichsten Investoren weltweit, er hält Anteile an Uber, Twitter, Twilio oder Blue Bottle. Auch an Instagram, dem größten Snapchat-Konkurrenten, war Sacca früh beteiligt – und wurde bei Verkauf an Facebook dementsprechend belohnt.

Bild: Getty Images/Steve Jennings/Neilson Barnard