Jason Kelly sociomantic exit dunnhumby

Jason Kelly, seit 2012 CEO von Sociomantic

Begeisterung und Enttäuschung über möglichen Sociomantic-Verkauf

Noch gibt es keine offizielle Bestätigung – aber sollte sich die Nachricht vom 175- bis 200-Millionen-Dollar-Verkauf des Online-Marketing-Startups Sociomantic bewahrheiten, wäre dies einer der größten Exits für die deutsche Startup-Landschaft.

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„Wir kommentieren die Spekulationen auch weiterhin nicht“, hieß es heute Vormittag aus dem Unternehmen gegenüber Gründerszene.

Doch das hält die deutsche Startupszene nicht davon ab, den möglichen Verkauf an den britischen Big-Data-Spezialisten Dunnhumby munter zu diskutieren.

Die wichtigsten Stimmen in der Übersicht:

ExchangeBACOO Jochen Haller zeigt sich begeistert.

Auch Business Angel Stefan Glänzer freut sich – vor allem über die europäische Dimension des Deals.

Darum geht es auch Exchangewire-Gründer Ciaran O’Kane:

In der Berliner Morgenpost wird Nicolas Zimmer, Vorstandsvorsitzender der Technologiestiftung Berlin zitiert. Seiner Meinung nach hätte der Deal fundamentale Auswirkungen auf den Standort Berlin:

„Er zeigt Berliner Start-ups eine klare internationale Exitperspektive.“ Und: „Anders als in den USA werden keine großen Erwartungen (Hypes) verkauft, sondern ein funktionierendes Geschäftsmodell.“

Pawel Chudzinski von Point Nine Capital hat auf seinem Blog eine ähnliche Analyse verfasst.

„Luckily for us here in Berlin, the exit problem seems to be slowly taking care of itself.“ Und: „I am very happy to see these exits in Berlin, as they make the Berlin ecosystem more complete. At the same time, I am very confident that Berlin will see much bigger exits in not so distant future.“

Noch ein Investor: Rob Moffat von Balderton Capital. Er findet:

Und Wiwo-Redakteur Oliver Voss erinnert an den vor einem Monat erschienen Artikel seines Magazinkollegens Michael Kroker, der das Ende der Startup-Party in Berlin ausrief – und eine heftige Diskussion auslöste.

Eine andere Perspektive nimmt Christian Vollmann, Business Angel und seit kurzem Head of Sales bei ResearchGate, ein. Er glaubt, Sociomantic würde mit dem Exit eine Chance verschenken.

Apprupt-Gründer Kjell Fischer sieht das ähnlich.

Und auch auf Netzwertig schätzt Autor Jürgen Vielmeier die kolportierte Verkaufssumme als vergleichsweise niedrig ein. Allerdings dürfte seine Rechnung auf wackligen Beinen stehen: Die erwähnte Summe bezieht sich mit hoher Wahrscheinlichkeit auf den Außenumsatz des Startups – und nicht auf den Nettoumsatz, der normalerweise als eine mögliche Rechenbasis für eine Unternehmensbewertung dient.

„Auch wenn dies der teuerste Exit eines Berliner Startups bisher wäre, klingt dieser Übernahmepreis fast ein wenig enttäuschend angesichts von 100 Millionen US-Dollar Umsatz, die Sociomantic nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr eingefahren hat. Angesichts fehlender Erfolgsbeispiele könnten sich einige Startups der pulsierenden Metropole Berlin unter Wert verkaufen.“

Bild: Sociomantic