Liefert diese Fahrerin bald Geld aus?

Erst kürzlich zeigte sich wieder die unendliche Liebe der Deutschen zum Bargeld. Als die Bundesbank die neue 5-Euro-Münze herausgab, standen die Leute Schlange wie für ein neues iPhone (siehe Twitter-Bild). Und am Wochenende demonstrierten die Initiativen „Stop Bargeldverbot“ und „Pro Bargeld“ in Frankfurt gegen die Abschaffung des 500-Euro-Scheins. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte beschlossen diesen Schein nicht mehr auszugeben.

Ohne diesen Bargeld-Fanatismus ist auch die folgende Meldung nicht zu erklären. Demnach wollen bayrische Sparkassen Bargeld zu den Kunden nach Hause bringen. Der Hintergrund: Die Sparkassen hatten bekannt gegeben, dass in diesem Jahr 220 der rund 2.200 Filialen in Bayern geschlossen würden. Nun bangen viele Dorfbewohner offenbar um ihre Bargeld-Versorgung.

Aus diesem Grund starten einige Sparkassen für den Notfall einen Lieferdienst, sagte der bayerische Sparkassenpräsident Ulrich Netzer der Deutschen Presseagentur. „Dieses Angebot wird bislang aber nur von wenigen Kunden genutzt“, so Netzer weiter. Auch Bus-Tickets zur nächsten Filiale oder mobile Geschäftsstellen würden von manchen Sparkassen bereits angeboten. Mehr Details und welches Ausmaß der Lieferdienst haben könnte, ist bislang nicht bekannt.

Ironischerweise sollen die Filialen geschlossen werden, weil auch auf dem bayerischen Land immer mehr Menschen ihre Bankgeschäfte im Internet tätigen. Doch ganz auf Bargeld zu verzichten, ist für viele wahrscheinlich ein Alptraum.

In Stockholm lässt es sich schon ohne Bargeld leben – wie dieser Bericht zeigt:

Leben in Stockholm: Wie ich seit drei Monaten ohne Bargeld lebe

Wie ich seit drei Monaten ohne Bargeld lebe

Geld schicken mit dem Handy, Fahrkarte per SMS: Ein Investor ist Anfang des Jahres nach Schweden gezogen – und erlebt seitdem eine bargeldlose Welt.

Bild: Getty Images / Hinterhaus Productions