Spoteffects

Wer bist Du und was machst Du?

Mein Name ist Jasper Sasse, und meine Geschäftsidee ist ein TV-to-Web-Analytics-Tool, wir nennen es Spoteffects (www.spoteffects.de). Es misst die sofortige Wirkung von TV-Werbungen auf Websites, also die Anzahl der Visits und Conversions, die unmittelbar durch einen TV-Spot verursacht werden. Dies geschieht durch Zusammenführung von TV-Sendedaten mit Webtracking-Daten, mittels eines ausgefeilten Algorithmus. So wird jeder einzelnen TV-Werbeausstrahlung eine Anzahl Visits und Conversions zugeordnet.

Damit können Werbetreibende ihre TV-to-Web-Kampagnen optimieren, hinsichtlich Auswahl der Sender, Zeiten, Umfelder, Motive und Motivlängen. Unser Tool wird als Software-as-a-Service-Lösung über www.spoteffects.de angeboten.

Wie bist Du auf die Idee zu Spoteffects gestoßen?

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Während meiner Arbeit bei Shirtinator.de in den letzten drei Jahren war ich unter anderem für Analytics und für die Buchung der TV-Werbung zuständig. Ziel unserer TV-Kampagnen war ganz klar die Erzeugung der maximalen Visits und Orders, ich stand also vor der Frage, wann wo und wie ich diese am effizientesten erzielen kann. So begann ich, in Excel zu experimentieren wie man TV-Sendepläne und Webtracking-Rohdaten zusammenführen kann. Daraus wurde ein immer besseres System, an dem auch andere Online-Player Interesse fanden. So wurde das Marktpotenzial der Idee deutlich.

Wer sind die Gründer, was habt Ihr vorher gemacht und wie habt Ihr zueinander gefunden?

Gründer bin ich allein. Vor der Gründung von Spoteffects war ich drei Jahre lang VP Business Development & Analytics bei der Shirtinator AG, davor einige Jahre bei der Scout24 Holding GmbH als Manager Corporate Projects & Strategy, davor viereinhalb Jahr bei einer Unternehmensberatung in Paris. Davor habe ich BWL studiert.

Viele Gründungsideen sind nicht gänzlich neu. Was ist Euer USP und was macht Ihr anders als alle anderen?

Als das Projekt zu Spoteffects Anfang 2013 begann, war die Idee, so etwas als Tool am Markt anzubieten, neu. Inzwischen gibt es einige Webtracking- und Bidmanagement-Anbieter, welche ihren Kunden ebenfalls die Möglicheit bieten, TV-Sendepläne hochzuladen und bestimmte Analysen auf dieser Basis durchzuführen. Gegenüber diesen Anbietern hat Spoteffects eine Reihe von Vorteilen:

  • Unser USP ist vor allem unser ausgefeilter Algorithmus. Wenn ein Shop mit kleinem Grundrauschen wenige Spots pro Tag auf großen Sendern bucht, ist die genaue Berechnung der Wirkung pro Spot nicht schwer, denn der durch die Werbung verursachte Trafficpeak ist sehr deutlich erkennbar. Viel häufiger ist jedoch der Fall, dass das Grundrauschen eines Shops schon groß ist, wenn dieser mit TV beginnt, und dass er auch viele kleine Spots auf kleinen Sendern bucht, sodass diese sich gegenseitig überlagern und die Messwerte verzerren können, und dass es schwer wird, rechnerisch zwischen deren Peaks und den Schwankungen des Grundrauschens zu unterscheiden. Hier verwenden wir einen über lange Zeit mit vielen Erfahrungswerten entwickelten Algorithmus. Unsere Kunden, welche sich auch Wettbewerber angeschaut haben, erzählen uns häufig, dass unser Algorithmus der Grund ist, warum sie sich für Spoteffects entschieden haben.
  • Spoteffects ist unabhängig von vorhandenen Webtracking- oder Bidmanagementsystemen einsetzbar, jeder Online-Player kann Spoteffects verwenden.
  • Die Usability von Spoteffects ist auf die tägliche Arbeit des TV-to-Web Mediaplaners ausgelegt, auf Basis von langjährigen Erfahrungswerten.

Eine gewisse Konkurrenz sind für uns auch die bei manchen Online-Playern bereits vorhandenen internen selbstgebauten TV-to-Web-Analysesysteme. Es kommt immer häufiger vor, dass diese durch Spoteffects ersetzt werden, aus folgenden Gründen:

  • Der Aufwand, solche Lösungen regelmäßig zu betreiben und weiterzuentwickeln, ist häufig viel größer als die monatliche Gebühr für Spoteffects
  • Die Geschwindigkeit und Usability der Analyse mit Spoteffects ist deutlich besser
  • Häufig ist unser Algorithmus auch ausgefeilter.

Nicht alle Fernsehzuschauer nutzen Second Screens. Wie wollt ihr trotzdem aussagekräftige Analyseergebnisse erzielen?

Wir messen nicht die Gesamtwirkung von TV-Werbung, sondern nur denjenigen Teil, der sofort in den Minuten nach der Ausstrahlung als Trafficpeak auf der beworbenen Website ankommt. Diejenigen User, die keinen Second Screen nutzen, erzeugen keine solche Wirkung. Auch bei Ihnen wirkt TV, in Form von Markeneffekten, und manche von Ihnen besuchen die beworbene Seite dann Stunden später oder am nächsten Tag. Diese Wirkung können wir nicht erfassen.

Deshalb können wir nicht die Fragen beantworten, was TV insgesamt bringt, und wie hoch das optimale TV-Budget ist. Wir können aber sehr gut die Frage beantworten, welche Teile der bereits ausgestrahlten TV-Werbung besser oder schlechter gewirkt haben, und somit wertvollen Input für die Planung der nächsten Kampagnen liefern.

Wie funktioniert Euer Geschäftsmodell?

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Spoteffects ist eine SaaS-Lösung auf Basis einer monatlichen Nutzungsgebühr, die bei 350 Euro pro Monat beginnt und sich nach dem Trafficvolumen unseres Kunden richtet. Derzeit bieten wir allen neuen Interessenten einen kostenlosen Probemonat. Unsere Conversionrate liegt bisher bei 100 Prozent: Jeder unserer Kunden, der Spoteffects einen Monat kostenlos getestet hat UND danach auch weiterhin TV-Werbung gebucht hat, hat sich für eine bezahlte Weiternutzung entschieden.

Ideen umzusetzen kostet Geld. Wie finanziert Ihr Euch?

Spoteffects ist eine gemeinsame Gründung von Shirtinator, unserem IT-Partner b.telligent beziehungsweise dessen Gründern und Geschäftsführern, sowie einem Cash-Investor aus dem Family&Friends-Umfeld und mir selbst. Die Beiträge dieser verschiedenen Gesellschafter ergeben in Summe ein echtes Series-A-Funding, mit dem wir sehr gut arbeiten können.

Stellt Euch vor, Ihr könntet ein Lunch gewinnen. Wen würdet ihr aus der deutschen Startup-Branche gerne mit an den Tisch holen?

Gute Frage, da fällt mir so auf Anhieb keine bestimmte Person ein.

Wo steht Ihr heute in einem Jahr?

Vielleicht sind wir pleite, vielleicht sind wir break-even – alles ist möglich, das ist das Spannende an einem Startup.

Bild: Spoteffects