Spottster

Freya Oehle und Tobias Kempkensteffen: Optimismus trotz Startup-Aus

„Wir würden super gerne weitermachen, aber es wäre im Hinblick auf das mögliche Wachstum unvernünftig“, gibt Freya Oehle zu. Die 27-Jährige hat vor vier Jahren gemeinsam mit Tobias Kempkensteffen (28) Spottster gegründet. Doch nun wird die Hamburger Plattform zum 29. Mai eingestellt.

Bisher konnten Nutzer von Spottster über die Website Preise von Produkten in mehr als 5.500 Online-Shops im deutschsprachigen Raum, Frankreich und Großbritannien beobachten. Für jedes Produkt sollte ein Wunschpreis angegeben werden. Sobald ein Preisnachlass eintrat, verschickte Spottster eine Benachrichtigung an interessierte User. Wurde ein Produkt gekauft, behielt das Startup eine Provision. 220.000 Nutzer hatte Spottster nach Angaben der Gründer zuletzt. 

„Wir hatten kein Geldproblem“

Oehle und Kempkensteffen haben sich nun freiwillig für das Aus ihres jungen Unternehmens entschieden. „Wir müssen kein Insolvenz anmelden, sondern wickeln das Unternehmen einfach ab“, sagt Oehle gegenüber Gründerszene. Die Investoren, darunter der DHDL-Löwe Jochen Schweizer oder Forum Media Ventures, bekämen nun alles verfügbare Geld von ihrem Investment zurück. „Wir hatten kein Geldproblem“, versichert Oehle.

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Doch was ist dann der Grund für das Aus? Laut Oehle habe das bisherige Geschäftsmodell funktioniert, aber kein großes Wachstum mehr generiert. Deswegen wollten die Gründer eigentlich künftig individuelle Kooperationen mit Online-Shops vereinbaren. So sollten Spottster-Nutzern, die den Preis eines Produktes beobachten, einen individuellen Deal angeboten bekommen und so zum Kauf bewegt werden. Das hätte langfristig auch die Besucherzahlen auf der Seite sowie den Umsatz für Spottster erhöht. 

Die Gründer bleiben zusammen

Doch daraus wird nichts. „Leider konnten wir die technische Lösung für automatische Rabatte nicht umsetzen – und auch mittelfristig scheint dies nicht machbar“, sagt Oehle. Ihr eigenes Team habe wenig tun können. Spottster sei in diesem Fall abhängig von den Kooperationspartnern gewesen. „Die Geschwindigkeit, mit der Änderungen dort umgesetzt werden, ist extrem langsam – das hatten wir vorher falsch eingeschätzt. Deswegen ließ sich unser System nicht komplett in andere Shopsysteme integrieren“, so Oehle. Im Laufe des kommenden Jahres hätte sich daran auch nichts geändert. Zudem hätten die Shops häufig viele Monate gebraucht, um eine Rabatt-Aktion zu genehmigen. 

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Das 11-Personen-Team von Spottster wird nun aufgelöst. Die Gründer Oehle und Kempkensteffen wollen mit einigen Team-Mitgliedern weiter zusammenarbeiten und vielleicht auch ein neues Startup gründen. „Wir lassen uns nicht entmutigen“, betont die Gründerin. „Wir sind in den vergangenen Monaten erwachsener geworden und trauen uns nun umso mehr zu.“

Bild: Spottster