Stackfield NSA Verschlüsselung

Verschlüsselt ist die Tür zur Zukunft

Dank Edward Snowden ist Sicherheit derzeit überaus gefragt. Die Konsequenzen reichen weit. Aber während US-Anbieter von Online-Plattformen derzeit starke Nutzerabwanderungen zu konstatieren haben, bringt der NSA-Skandal hiesigen Anbietern eine unverhoffte Kundenschwämme. Nach jedem größeren Enthüllungsbericht bei Spiegel oder Bild „ploppen ein paar hundert User rein“, erklärt etwa Cristian Mudure gegenüber Gründerszene. Vor einem Jahr hat er mit Stackfield (www.stackfield.com) eine verschlüsselte Kollaborationsplattform gestartet, seit kurzem ist diese aus der geschlossenen Betaphase heraus.

Auch die Zahl der Anrufe von Steuerberatern oder anderen Beratungsunternehmen, die etwa technische Zeichnungen oder Pläne zu noch nicht veröffentlichten Produkten in Sicherheit bringen wollen, nehme dann spürbar zu. Letztere will Stackfield dadurch realisieren, dass alle Daten schon beim Anwender verschlüsselt und dann in sogenannten Stacks abgespeichert werden, sodass sich einzelne Datenpakete nicht mehr einander zuordnen lassen. „Theoretisch lässt sich das Ganze zwar immer noch entschlüsseln, aber das kann Jahre dauern“, erklärt er.

Der Druck der Kunden ist groß

Zwar sind es in der Hauptsache die kleinen und mittelgroßen Unternehmen, die bei Stackfield Unterschlupf suchen.

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Aber man sei auch mit „einem großten deutschen Logistikdienstleister“ und einem Automobilclub in Gesprächen. Selbst als sichere Chat-Plattform hätten manche Nutzer Stackfield schon genutzt. Plug-and-Play-Lösungen wie die von Stackfield sind, so wirbt der Gründer, haben für viele Kunden den Vorteil, dass sie das darstellen können, was die eigene IT nicht hergibt. Der Druck der Kunden sei groß: „Vereinzelt werden Daten auf CD gebrannt und per Kurier verschickt, bearbeitet, wieder gebrannt und wieder per Kurier zurückgeschickt“, habe er aus dem Kundenumfeld gehört.

Ob man bei Stackfield an einen langfristigen Umbruch bei der Datensicherung glaube? Mudure sieht das zwiespältig. So schreien derzeit nur diejenigen auf, die sich nie richtig mit dem Thema beschäftigt haben. Wenn die Dienstleistungen der auf Sicherheit fokussierenden internationalen Anbieter nicht stimmt, seien solche Kunden schnell wieder weg, glaubt Mudure. Allerdings verlören US-Unternehmen viel Geschäft ins Ausland. „Das wird wohl auch so bleiben“, meint der Gründer deshalb, weil die Gesetzeslage etwa hierzulande, aber auch in vielen anderen Staaten, „nicht so Paranoia-getrieben, wie in den USA“. Will heißen: Nicht überall herrscht so viel Angst vor Terroranschlägen, dass die Geheimdienste nach Hintertüren verlangen.

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