A young female Asian employee writes notes on glass window in meeting room.

Sie bezeichnen sich nicht immer als Gründer-Unis, aber in Deutschland gibt es Universitäten, die besonders viele Startup-Mitarbeiter hervorbringen. Laut einer Studie sind die fünf Bestplatzierten die HU Berlin, die FU Berlin, die TU München, die TU Berlin und die LMU München.

Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „European Talent Landscape 2016“ vom britischen VC Balderton Capital. Für die Analyse wurden 15.000 Mitarbeiter aus 1.000 VC-finanzierten europäischen Startups befragt.

Bevor sie Startup-Luft schnuppern, haben die meisten Mitarbeiter bereits Erfahrung im Tech-Sektor gesammelt. Laut der Balderton-Befragung sind die häufigsten vorherigen Berufsstationen Rocket Internet, Zalando, Groupon, McKinsey und Google.

Obwohl Tech-Spezialisten einen großen Teil der Startup-Mitarbeiter stellen, werden davon hierzulande nur wenige an Universitäten ausgebildet. Mit gerade einmal 0,4 Prozent der Gesamtbevölkerung liegt Deutschland im Länder-Ranking der Alumni, mit einem Abschluss in den Bereichen Wissenschaft, Technologie oder Mathematik, weit abgeschlagen auf Platz zehn. Die ersten beiden Plätze belegen Großbritannien und Frankreich.

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Punkten kann Deutschland dafür bei der Anzahl an Startup-Mitarbeitern. Gemeinsam mit UK und Frankreich beheimaten allein diese drei Länder zwei Drittel aller Startup-Mitarbeiter in Europa. Die Liste führt Großbritannien mit 31 Prozent aller Mitarbeiter deutlich an und punktet besonders bei der Anzahl an Entwicklern: Mit mehr als 300.000 Techies muss sich London hinter dem Silicon Valley mit einer halben Million Tech-Leuten nicht verstecken. Zusammen mit Paris und Berlin kommen die drei europäischen Metropolen gerade einmal auf 515.00 Entwickler.

Bezogen auf die Gesamtzahl der Startup-Mitarbeiter folgen auf die drei Großen die Länder Schweden, Niederlande, Spanien, Finnland, Dänemark, die Schweiz und Irland. Aber: Nur etwa die Hälfte aller Mitarbeiter stammen tatsächlich aus dem Land, in dem auch das Startup sitzt. Ein Drittel kommt aus einem anderen EU-Land und zwölf Prozent aus dem Rest der Welt.

Besonders wenig Frauen arbeiten im mittleren und höheren Management

Die Anzahl der Mitarbeiter pro Unternehmen varriert laut Befragung je nach Phase des Unternehmens. Zwischen der Seed-Phase (Investment von ein bis drei Millionen Dollar) und der Wachstumsphase (20 bis 100 Millionen Dollar) verzwölffacht sich die Anzahl der Mitarbeiter. Unabhängig von der Phase arbeiten die meisten Mitarbeiter bei Tech-Unternehmen als Entwickler und im Vertrieb. Für ein Startup im Wachstumsstadium arbeiten durchschnittlich 78 Developer und 42 Sales-Mitarbeiter, in der Seed-Phase sind es sechs und vier.

Zudem sind Tech-Startups männlich: In 82 Prozent der Unternehmen gehören Frauen zu einer Minderheit. Besonders wenig Frauen arbeiten im mittleren und höheren Management.

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In Europa gibt es nicht nur deutliche Unterschiede in der Verteilung von Startup-Mitarbeitern, auch die eingesammelten Investments variieren je nach Hotspot stark. So konnten Startups in London zwischen 2011 und dem dritten Quartal 2016 knapp neun Milliarden an Investorengeldern einsammeln. Platz zwei, mit 6,5 Milliarden, geht an Berlin, gefolgt von Paris mit 4,5 Milliarden. Stockholm schafft es mit einem Gesamtinvestment von 3,1 Milliarden Euro auf ein ähnlich hohes Niveau. Amsterdam, Madrid, Helsinki, München und Genf spielen mit Werten deutlich unter einer Milliarde Euro nur eine untergeordnete Rolle.

Vor zwei Wochen beleuchtete bereits eine andere Studie, wie es um Startup-Europa steht. Der Deutsche Startup Monitor (DSM) fand unter anderem heraus, dass nur 14,8 Prozent der Gründer in Europa Frauen sind, die Mehrheit zwischen 25 und 34 Jahre alt ist und die Hälfte bereits mehr als ein Startup gründete.

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Wie viele Frauen gründen? Und wie alt sind die Gründer im Schnitt? Eine neue Studie hat sich Startups in Europa angesehen.

Bild: Getty Images / Kelvin Murray