Startup-Spirit im Großkonzern - Valora - Swiss Innovation Outpost

Vom Startup zum Corporate: Andreas Märki und Jochen Krause vom Valora Lab im Interview

Der Startup-Szene den Rücken gekehrt – aber nicht den Innovationen

Eher für ein lockeres Startup oder einen strukturierten Großkonzern arbeiten? Diese Frage wird unter Techies heiß diskutiert. Andreas Märki und Jochen Krause sammelten auf beiden Seiten Erfahrungen und arbeiten heute im Lab des international tätigen Retail-Konzerns Valora. Im Interview berichten sie von den Vor- und Nachteilen, die sie erlebt haben – und worauf man bei der Jobsuche achten sollte, wenn man zwischen den Stühlen steht.

Jochen und Andreas, ihr beide wart vor eurem Wechsel zu Valora für ein Startup tätig. Was habt ihr dort gemacht und wie sieht eure Arbeit heute bei Valora aus?

Jochen Krause, Data Scientist: Ich bin vom Financial Engineering eines Münchner Fintech-Startups zur Valora-Gruppe gestoßen. Ich arbeite als Data Scientist im Lab und kann in dieser Rolle meine Ausbildung in Informatik und Wirtschaft mit Schwerpunkt in Statistik und Ökonometrie optimal anwenden.

Andreas Märki, Developer: Vor meinem Wechsel zu Valora war ich bei einem kleinen Startup hier in der Schweiz als Mobile Developer tätig. Als Software Engineer Mobile arbeite ich nun gemeinsam mit meinen Kollegen sowie externen Partnern an der Planung, Umsetzung und Weiterentwicklung der mobilen Applikationen von Valora.

Wie wird man als Teil der Startup-Szene überhaupt auf einen Konzern wie Valora aufmerksam?

Andreas: Ich habe Valora beim HackZurich kennengelernt. Innerhalb von 48 Stunden hat unser Team dort eine App konzipiert und dabei die Möglichkeit gehabt, modernste Software einzusetzen. Als wir zur Nachbesprechung eingeladen wurden, hat sich auch Valora etwas genauer vorgestellt. Unter anderem hat ein Mitarbeiter, der im Silicon Valley stationiert ist, von der dortigen Innovationskultur erzählt. Da wurde mir klar, wo ich anklopfen werde, sofern ich jemals wieder auf Jobsuche sein sollte.

Was hat dich, Jochen, zum Wechsel zu Valora bewogen und nach dem Wechsel am meisten überrascht?

Jochen: Den Wechsel habe ich mir sehr gründlich überlegt. Es ist einfach, in einem Startup etwas zu bewegen, weil man direkt an der Quelle der Entscheidung und Entwicklung sitzt. Das motiviert unglaublich. Den Ausschlag gab letztendlich die Erkenntnis, dass auch Valora mit vergleichbaren Prozessen arbeitet. Der große Support seitens des Managements für Innovationsthemen ist extrem eindrucksvoll und eröffnet unserem Team viele Möglichkeiten. Auch die flache Hierarchie ist für ein Unternehmen dieser Größe eher ungewöhnlich.

Und welche Unterschiede konntest du feststellen, Andreas?

Andreas: Da das Lab bei Valora direkt unterhalb der Konzernleitung angesiedelt ist und dadurch von vielen Prozessen losgelöst agieren kann, ergeben sich eher Parallelen als Unterschiede zu einem Startup. Mit dem großen Vorteil, dass das Umfeld und die Finanzierungslage wesentlich stabiler sind als bei den meisten Startups.

Habt ihr im Rahmen eurer Tätigkeit bei Valora weiterhin Berührungspunkte mit Startups?

Jochen: Ja und das sogar recht oft – zum Beispiel lernen wir sie auf Events und bei Meet-ups kennen oder wenn wir Technologien für den Einsatz im Einzelhandel bei Meetings vor Ort erkunden. Hinzu kommt der spannende Austausch mit anderen Unternehmen, welcher auf Startup-Ebene normalerweise nicht so ausgeprägt stattfindet.

Ihr habt auf beiden Seiten Arbeitserfahrung sammeln dürfen. Was ist euer Tipp an Jobsuchende, die nicht sicher sind, ob sie sich besser bei einem Startup oder Konzern bewerben sollen?

Andreas: Ich persönlich finde beide Seiten spannend. Bei einem Großkonzern sollte jedoch darauf geachtet werden, dass dieser flache und flexible Strukturen bietet. Denn gerade in der sich schnell wandelnden Technologiebranche ist Agilität ein integraler Bestandteil des Erfolges. Valora hat dies erkannt und mit dem Lab einen solchen Raum geschaffen.

Jochen: Dem kann ich mich nur anschließen. Die Möglichkeiten, die Valora bietet, sind beachtenswert. Die Retail-Welt ist spannend, angenehm kompetitiv und sehr innovativ. Daher kann ich mit Überzeugung sagen, dass mein Arbeitsumfeld bei Valora dem eines Startups in nichts nachsteht.

Der gesunde Mittelweg

Die Valora Handels-Holding hat rund 2.500 Läden in der Schweiz und Deutschland, die überwiegend an Bahnhöfen zu finden sind. Valora ist Teil des Swiss Innovation Outposts, einem Zusammenschluss von führenden Schweizer Traditionsunternehmen, der Startups, die in die Schweiz expandieren wollen, den Zugang zu Konzernen, Märkten und Infrastrukturen erleichtert. Valora bietet Startups an, ihre Services oder Produkte in deren Stores gemeinsam zu testen.

Hier findet ihr aktuelle Jobangebote bei Valora.

Den direkten Kontakt herstellen: Swiss Innovation Outpost Office Hours

Ihr wollt mit Valora oder einem anderen Verbundsunternehmen zusammenarbeiten und in der Schweiz durchstarten? Dann schaut bei den Berliner Office Hours vom Swiss Innovation Outpost im St. Oberholz vorbei. In einem persönlichen Gespräch könnt ihr euch hier über mögliche Zusammenarbeitsformen informieren.

 

Voranmeldung: mail@innovation-outpost.ch
Termine: 21. Juni und 17. August 2017
Ansprechpartner: Dominik Wensauer

 

Artikelbild: Swiss Innovation Outpost