Startups und Networking - Deutsche Bank

Nichts gewesen außer Spesen?

Ein Häppchen in die linke Hand, ein Drink in die rechte Hand – und schon kann es losgehen, das Kontakteknüpfen? Fast! Networking ist eine Disziplin für sich, die Gründer immer mit Bedacht angehen sollten. Denn um am Ende des Tages nicht nur mit vollem Bauch, sondern auch mit neuen Visitenkarten nach Hause zu gehen, sind vor allem Zielgerichtetheit und Sorgfalt gefragt. Wer gar nicht netzwerkt, lässt sich wertvolle Geschäftskontakte entgehen – und damit bares Geld.

Ein Netzwerk ist Geld wert

„Netzwerken bedeutet primär: Leute ansprechen, die ein bestimmtes Know-how und gewisse Verbindungen haben, von denen man wirtschaftlich profitiert. Was hier jedoch besonders zählt, ist das gesunde Verhältnis von Geben und Nehmen, der persönliche Kontakt sowie das Vertrauen zwischen beiden Parteien“, meint Dieter Hierner, der das Münchener Startup-Team der Deutschen Bank koordiniert.

Die Startup-Teams sind in Gründer-Ökosystemen sieben deutscher Städte aktiv: Sie betreuen Startups in ihrer jeweiligen Wachstumsphase und bieten ihnen im Dialog die strategische geschäftliche Unterstützung, die sie brauchen, um erfolgreich zu skalieren. Dazu gehört auch der Zugang in das immense Konzernnetzwerk: Die Teammitglieder kommen aus verschiedenen Fachbereichen und können Startups bei Bedarf mit unterschiedlichen Multiplikatoren connecten.


Hier erfahren Gründer alles Wissenswerte zu den Startup-Teams! 


Solche Netzwerkeffekte sind insbesondere dann wichtig, wenn es an die Skalierung und Internationalisierung geht. Denn um sich später gegen die Konkurrenz durchzusetzen und globale Märkte zu durchdringen, müssen Gründer sich frühzeitig mit starken Partnern, qualifiziertem Personal und natürlich auch Kapital wappnen. „Unsere Aufgabe mit den Startup-Teams ist es immer auch, zu schauen, ob und wie wir ihr Netzwerk erweitern können“, so Hierner.

Wie lassen sich Wachstumspläne nun genau durch Networking beschleunigen?

5 triftige Gründe, warum sich das Kontakteknüpfen lohnt

1. Internationale Investoren, internationale Erfolge

Startups in der Wachstumsphase haben ein Produkt, das gut im Markt platziert ist und expandieren soll. Im eigenen Land können sie aber nur bis zu einer gewissen Größe skalieren. Und auch die Investorenkreise sind natürlich irgendwann ausgeschöpft.

Was Hierner zufolge vielen Gründern nicht ganz klar ist: Bei der Expansion auch die Investorenkreise größer zu ziehen. „Wenn Startups globale Gefilde ins Visier nehmen, müssen sie unbedingt auch in globale Investorennetzwerke angehen.“ Diese wiederum müssten nicht immer klassisch amerikanisch sein. „Auch chinesische Investoren positionieren sich beispielsweise stark im internationalen Markt.“


Die Startup-Teams der Deutschen Bank können Gründern Zugang zu Kapitalgebern wie Investoren, VCs oder Private-Equity-Gesellschaften verschaffen. Hier finden Gründer alle Infos zu den Aktivitäten der Startup-Teams!


2. Sich als Marke bekanntmachen

Gezieltes Händeschütteln und Visitenkartenaustauschen ist in puncto Eigenvermarktung das A & O. Denn je mehr Leute man kennt, desto stärker bleibt man im Gedächtnis. Und so kommen oft unbedachte, vielversprechende Dominoeffekte zustande. „Wer nie die Initiative ergreift und persönlich auf passenden Events auftaucht, verpasst wichtige Chancen, um sich als Marke zu präsentieren – und letztendlich mit seinem Unternehmen an die richtigen Leute zu gelangen“, sagt Hierner.

3. Personelle Know-how-Träger

Gute Netzwerke verschaffen Startups Zugang zu High Potentials, die sie über klassische Jobanzeigen nie gefunden hätten. Diese hochspezialisierten und überdurchschnittlich qualifizierten Nachwuchskräfte brauchen sie dringend, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Gerade junge Hightech-Unternehmen müssen zusehen, dass sie an die Crème de la Crème der IT kommen, damit sie ganz vorne in der Entwicklung von Innovationen mitspielen können. Das Team sollte im Idealfall international aufgestellt sein. „Die besten Ideen entstehen natürlich, wenn mehrere Kulturen zusammenkommen. Auf Branchenevents trifft man oft auf Multiplikatoren, die sehr gut vernetzt sind und einem Intros zu passenden Kandidaten machen können“, so Hierner.

4. Konkurrenz- und Wettbewerbsbeobachtung

Vernetzung ist wichtig, um zu wissen, was sich im Markt bewegt. „Vielleicht trifft man als Gründer jemanden, der etwas Ähnliches entwickelt und schon ein Stück weiter ist. Das ist übrigens per se gar nichts Schlechtes, denn so lassen sich schnell Anknüpfungspunkte finden. Vielleicht muss man sich da zusammentun und sagen: Passt auf, sich um Kunden streiten, bringt nichts – lasst uns doch Joint Forces machen.“

5. Erfahrene Geschäfts- und Kooperationspartner

Durch gezieltes Netzwerken öffnet sich Gründern zudem so manche Tür in die Corporate-Welt – und damit der Zutritt zu neuen Kunden und Märkten sowie wichtigen Ressourcen fachlicher und finanzieller Natur. Diese sollten sie nicht verschmähen, schließlich sind neue Vertriebswege und professionellere Infrastrukturen wichtige Wachstumstreiber.

Hierner

„Wir wollen Startups und ihren potenziellen Kunden oder Investoren darauf aufmerksam machen, dass es dieses Ökosystem gibt“, sagt Dieter Hierner vom Münchener Startup-Team der Deutschen Bank.

„Viele deutsche Traditionsunternehmen haben einen internationalen Ansatz. Das ist manchen Startups gar nicht so bewusst“, berichtet Hierner. „Sie sollten diese Konzerne und Mittelständler unbedingt proaktiv ansprechen. Ein Beispiel: Wir kennen eine global agierende Firma aus Süddeutschland mit ein paar Milliarden Euro Umsatz, die in mehrere Divisionen aufgeteilt ist. Diese schauen nach neuen Technologien und Geschäftsmodellen – auch nach solchen, die nicht nur in Deutschland umsetzbar sind.“

Auch ausländische Firmen sind natürlich aktiv auf der Suche nach Gründerinnovationen. „Wir treffen auf viele Geschäftsleute, unter anderem aus Indien, Singapur, China. Solche Begegnungen können ein Link in ganz andere Kulturräume sein. Plötzlich findet sich ein Startup in einem lukrativen Ökosystem wieder.“ Singapur sei hier ein gutes Beispiel: Das Land habe eine extrem fokussierte und stringente Art, Hightech-Know-how zu sammeln. „Natürlich steckt hier auch ein gewisser Eigennutz dahinter, denn Singapur ist ein Stadtstaat ohne verarbeitende Industrie.“ Der staatliche Investitionsfonds investiert weltweit in Hightech, Scouts schauen, wo Cutting-Edge-Technologie entwickelt wird. „Das passiert natürlich in Startups.“

Wenn Startups mit Unternehmen auf Abnehmer- oder Einkäuferseite zusammenkommen, kann ihr Produkt um einiges schneller skalieren. Solche Kooperationen bringen Gründer natürlich auch von der Exponiertheit, der Marke, dem Prestige und der Glaubwürdigkeit nach vorne.


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Artikelbild: eyeem.com