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Ivanka Trump und Ehemann Jared Kushner auf der Gala „Fashion in an Age of Technology“ in diesem Jahr

Die meisten Gründer und Investoren im Silicon Valley lehnen Donald Trump ab – widersprechen die Pläne des frisch gewählten US-Präsidenten doch fundamental jenen liberalen Werten, die sich die Tech-Szene so gerne auf die Fahne schreibt. Konkrete Ängste schürt Trump auch mit seiner protektionistischen Rhetorik. Mehrfach hat er etwa den Technologiekonzern Apple aufgefordert, seine Produkte wieder in den USA zu fertigen.

Vor diesem Hintergrund ist es bemerkenswert, dass die Unternehmerfamilie Trump seit Jahren enge Verbindungen in die Startup-Szene pflegt. Verantwortlich dafür ist vor allem Schwiegersohn Jared Kushner. Dem 35-Jährigen, der seit 2009 mit Trumps Tochter Ivanka verheiratet ist, gehört die Wochenzeitung New York Observer, sein Vermögen stammt vor allem aus der väterlichen Immobilienfirma Kushner Companies.

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Investments von Peter Thiel

Kushner selbst gründete 2014 gemeinsam mit seinem Bruder Joshua und dem heutigen CEO Ryan Williams das Startup Cadre. Der Online-Marktplatz soll private und institutionelle Investoren mit Immobilien-Betreibern verbinden und so Investments und Verkäufe befördern. Mit datengetriebenen Entscheidungen, höherer Transparenz, niedrigeren Gebühren und flexibleren Verträgen will Cadre punkten, wirbt das New Yorker Unternehmen auf seiner Website.

Laut Crunchbase hat das Startup bisher etwa 70 Millionen US-Dollar Kapital erhalten – unter anderem vom Founders Fund, der Risikokapitalgesellschaft des deutschstämmigen Investors Peter Thiel, der Trump aktiv im Wahlkampf unterstützte und nun einen Platz im Übergangsteam bekommen soll. Zu den Investoren gehört auch der Zürcher Fonds Lakestar von Klaus Hommels.

Laut Recherchen des Analysehauses CB Insights war Jared Kushner außerdem einer der ersten Angel-Investoren der heute weltbekannten Crowdfunding-Plattform Kickstarter. Weiterhin kaufte der Unternehmer Anteile an dem Social-Media-Dienst Hot Potatoe, der 2010 nur knapp ein Jahr nach der Gründung von Facebook übernommen wurde – angeblich für zehn Millionen US-Dollar.

„Lebenslang Demokrat“

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Joshua Kushner auf Instagram (Quelle: @joshuakushner)

Jared Kushners Ehefrau Ivanka Trump gehört zu den wichtigsten Managerinnen der Trump Organization, dem Unternehmen ihres Vaters – und ging vergangenes Jahr ebenfalls unter die Tech-Investoren. Die Mutter dreier Kinder beteiligte sich an der Serie A des mobilen Shopping-Startups Spring aus New York. Die Finanzierungsrunde führte wiederum der Bruder ihres Ehemanns an. Spring hat mittlerweile mehr als 30 Millionen US-Dollar eingesammelt.

Ivankas Schwager Joshua Kushner ist als Startup-Investor besonders umtriebig. Der 31-Jährige gründete nach seinem Harvard-Studium 2009 den VC Thrive Capital, der bisher 1,3 Milliarden US-Dollar eingesammelt und damit mehr als 110 Investments getätigt hat – unter anderem in Stripe, GitHub und Artsy. Kushner hat außerdem gemeinsam mit dem Deutschen Mario Schlosser die New Yorker Online-Versicherung Oscar Health gegründet, die heute mit fast drei Milliarden Dollar bewertet wird.

So teilen die drei zwar ihr Interesse für Tech, nicht so einig sind sie sich allerdings in Sachen Donald Trump. Während dessen Schwiegersohn Jared nach und nach eine immer wichtigere Rolle für die Medienstrategie im Wahlkampf übernahm, hat sich sein Bruder Joshua im Sommer distanziert. Er gab bekannt, dass er seinen Bruder liebe und „nichts sagen möchte, was ihn blamieren könnte“ – dennoch sei er sein Leben lang Demokrat und „werde im November nicht für Donald Trump stimmen“.

Nur wenig Erfolg bei seinen Startup-Investments hatte Robert Trump, der Bruder des designierten US-Präsidenten. Der Mann, der sich nur selten in der Öffentlichkeit zeigt, beteiligte sich 2010 an iFollo aus Utah, einem sozialen Netzwerk für Videos und Fotos berühmter Persönlichkeiten. Das Projekt scheiterte, die Domain kann inzwischen gekauft werden, für knapp 4.000 Dollar.

Titelbild: Getty Images / Mike Coppola