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Der Campus der WHU in Vallendar bei Koblenz

Natürlich sind Investoren in erster Linie dringend benötigte Geldgeber für Startups. Aber sie sind auch oft persönliche Mentoren, fachliche Berater und Motivatoren – und wie wichtig dieser Aspekt ist, zeigt jetzt eine neue Studie der Otto Beisheim School of Management WHU

Dafür hat ein Professor der Business School, Serden Ozcan, die Entwicklung von 361 Startups untersucht. Sie alle haben Kapitalspritzen von großen europäischen Frühphasen-Investoren erhalten, bei denen es Veränderungen im Team und Umverteilungen von Aufgaben gab.

Das Ergebnis: Startups, bei denen zuständige Investmentmanager gewechselt haben, hatten deutliche Nachteile gegenüber dem Durchschnitt. Sie scheiterten im Schnitt fast acht Monate früher als andere. In einer frühen Unternehmens-Phase ist dies eine lange Zeit. Außerdem entwickelte sich ihr Wert um etwa 50 Prozent schlechter als der Durchschnitt.

Laut der Untersuchung verstärkte sich die negative Entwicklung noch, wenn der nachfolgende Portfoliomanager weniger unternehmerische Erfahrung als sein Vorgänger mitbrachte oder für mehrere Portfolio zuständig war. Und, wenig überraschend: Je älter und erfahrener der beteiligte VC ist, desto besser für das Startup – und ein Verlust der Person wiegt für das Startup umso schwerer. 

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„Wir beobachten eine rekordverdächtige Bereitstellung von Geldmitteln in der Venture-Capital-Welt“, sagt Ozcan, der an der WHU den Lehrstuhl für Innovation und Organisation leitet. Das Überangebot von institutionellem Kapital führe dazu, dass mehrere professionelle Geldgeber die Risikokapitalgesellschaften verließen, um selbst eigene Investmentfirmen zu gründen oder sich anderen anzuschließen, lautet seine Erklärung für die Fluktuation.

Besonders in den frühen Phasen der Unternehmensentwicklung würden sich Gründer nicht ausreichend über die VCs informieren, so Ozcan. Ihre Nachforschungen begrenzten sich meist auf Bilanzen erfolgreicher Finanzierungen. 

Unternehmer sollten sich dagegen genau anschauen, wie konstant die Mitarbeiter bei VCs beschäftigt seien und sich detailliert über deren Personalstrategie informieren. Und sie sollten Ausweichpläne und mögliche andere Vorgehensweisen entwickeln und vertragliche Klauseln aushandeln, die im Falle einer solchen Zerrüttung greifen. Auch den Risikokapitalgesellschaft gibt die WHU einen Tipp mit: Sie sollen versuchen, ihre guten Mitarbeiter zu halten. Und wenn sie das nicht können, Pläne für eine durchdachte Übergabe der Aufgaben parat haben. 

35 berühmte Startup-Gründer von der WHU

Haben wir beeindruckende WHU-Absolventen vergessen, die ein eigenes Unternehmen gegründet haben? Wenn ja, schreibt es in die Kommentare.

Bild: WHU