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Bewerben für ein StartUp? Das ist selten der erste Gedanke eines Studenten oder Absolventen, wenn er sich an’s Bewerbungen schreiben macht. Warum eigentlich? StartUps – gerade in der Internetbranche – sind eine echte Alternative zu den festen Strukturen und Laufbahnen in großen Unternehmen und Konzernen. Darüber wissen aber die wenigsten Bewerber Bescheid, es fehlt ihnen schlicht an den nötigen Informationen: Welche Unternehmen gibt es eigentlich? Wie finde ich diese und wie bewerbe ich mich? Welche Karriereoptionen habe ich in einem StartUp? Und passe ich eigentlich in ein StartUp? Auf den ersten Blick scheint der Weg in die deutsche StartUp-Szene ein wenig intransparent, aber mit ein paar Tipps ist ein Einstieg schnell geschafft.

Passe ich eigentlich in ein StartUp?

Diese Frage gilt es als erstes zu klären, denn nicht jeder passt zu den besonderen Bedingungen neu gegründeter Unternehmen. Es ist einfach wichtig wissen, dass man sich bei Unternehmen in einer ganz besonderen Phase bewirbt. Punkten können StartUps mit Aufgabenvielfalt, Dynamik, unbürokratischen Strukturen und verantwortungsvollen Tätigkeiten. Stabilität ist dagegen nichts, was man als Bewerber erwarten sollte, ebenso wenig wie Statussymbole: hohe Gehälter und feste Arbeitsstrukturen und –zeiten – alles ist flexibel, kann sich dadurch aber grundsätzlich sehr gut auf den Einzelnen einstellen.

Beim Bewerber gefragt sind also eine Menge Analytik und Strukturiertheit, Begeisterungsfähigkeit und Ehrgeiz, Eigeninitiative, Flexibilität und Risikobereitschaft. Wer davon nichts mitbringt, sollte eine Karriere in einem StartUp lieber nicht in Betracht ziehen.

Wo finde ich Infos zu Unternehmen und Jobs?

Erste Informationen zu Unternehmen finden sich auf einschlägigen Blogs bzw. Portalen wie etwa Gründerszene, Deutsche Startups (www.deutsche-startups.de), t3n.de, Ventureloop, Förderland (www.foerderland.de) und Internetszene.de. Hier gibt es auch Stellenausschreibungen für Internet-StartUps. Gesucht werden kann auch in Jobbörsen wie Kimeta, Indeed oder Stepstone – Ort und „StartUp“ genügen meist als Eingabe. Auch eine einschlägige Hashtag-Suche bei Twitter vermittelt einen Eindruck, welche Stellen in StartUps angeboten werden.

Ein perfekter Anlaufpunkt sind natürlich auch immer Venture-Capitalists, Inkubatoren oder Business-Angels, die natürlich allein schon aufgrund ihrer Geschäftsaktivitäten mit vielen StartUps sprechen und häufig auch den Bedarf kennen. Hier kann man eine einfache Recherche betreiben, wer sich auf welche Themen oder Regionen spezialisiert und findet leicht die entsprechenden Kontaktpersonen. In Berlin wären zum Beispiel Team Europe Ventures oder Rocket Internet interessante Anlaufpunkte.

Viele VCs bzw. Inkubator-Unternehmen sind sogar sehr offen für Bewerbungen, weil der Bedarf in den Portfolio-Firmen oder den Eigengründungen extrem hoch ist. Mittlerweile werden hier sogar separate Anlaufpunkte institutionalisiert. Team Europe Ventures beispielsweise arbeitet sehr eng mit uns (i-potentials) zusammen, weil wir den kompletten Bedarf zentralisiert bearbeiten und eine Bewerbung über alle Firmen im Kundenportfolio matchen können.

Wenn man solch einen Knotenpunkt im Jobs-Bereich der StartUp-Welt identifiziert hat (aktuell gibt es davon tatsächlich nur sehr wenige), reicht es meist, eine einzige Bewerbung zu schicken – alles andere das heißt die Prüfung, wo gerade eine passende offene Position ist und die Kontakt-Herstellung zum StartUp wird dann – im Fall von i-potentials – übernommen. Eventuell kann man sogar direkt über den VC in die Szene einsteigen. Entscheidend ist dabei nicht, was man in der Zeit inhaltlich macht, sondern eher, wen man kennenlernt, denn Netzwerk ist in dieser kleinen Welt das A und O.

Networking ist das A und O bei StartUps

Daher lohnen sich für einen Einstieg in die StartUp-Welt auch durchaus „reale“ Alternativen: An vielen Universitäten gibt es inzwischen Initiativen, die zum Karriereweg in StartUps informieren und dorthin vermitteln. Lehrstühle für Entrepreneurship und Unternehmensgründung haben inzwischen auch viele Hochschulen eingerichtet – viele veranstalten Netzwerktreffen, hinzu kommen studentische Initiativen, in denen Studenten sich organisieren und ein Netzwerk bauen können.

In vielen Fällen lohnt sich auch ein Besuch von Events der Internetszene – Übersichten hierzu finden sich ebenfalls auf einschlägigen Seiten (Gründerszene, Deutsche Startups usw.). Die Bandbreite reicht von Online-Stammtischen über Coffee-Clubs bis hin zu Gründer- und Entrepreneurs-Clubs. Gerade erst hat etwa das IdeaLab! an der WHU stattgefunden – ein Treffen von Gründungsinteressierten und Entscheidern der Branche, bei dem es garantiert mehr Jobs als Bewerber gibt.

Welche Positionen gibt es in StartUps?

Was die Positionen in StartUps angeht, bietet sich als Student oder Absolvent natürlich erst mal ein Praktikum an. Praktika sind in StartUps auch nahezu immer ausgeschrieben – unabhängig von allen Studienzeiten. Und ein Praktikum zahlt sich aus, denn StartUps sind meist auch die besten Inkubatoren für StartUps. Der Arbeitsalltag eines StartUp-Praktikanten dürfte so manchen Kollegen im Konzern vor Neid erblassen lassen. Praktikanten und Einsteiger in StartUps haben die Möglichkeit, so richtig mit anzupacken, viel zu lernen und darüber einen „echten“ Einstieg zu finden.

Praktika oder Einstiegspositionen sind aber bei weitem nicht die einzigen Optionen, die sich bieten: Stellen im Online-Marketing, Business-Development, Product-Management und in der IT sind ebenfalls zuhauf offen und hier gilt die Devise: Erfahrung ist gut, aber nicht zwingend notwendig. Wichtiger ist eine gewisse Grundeinstellung, die jeder in einem StartUp teilen sollte. Quereinsteiger sind gern gesehen, gerade auf Einstiegspositionen. Bei Venture-Capitalists werden häufig auch Mitgründer für StartUps gesucht – eine Spitzenoption für Entrepreneure, die ab Stunde Null bei einer Geschäftsidee dabei sein wollen.

Bei der Auswahl eines konkreten Unternehmens lohnt es sich, die eigene Motivation und Belastbarkeit noch einmal zu überprüfen. Überzeugen mich Geschäftsmodell, Team und Arbeitsatmosphäre so, dass ich bereit bin, die Dinge mit Speed und viel Proaktivität anzupacken und auf den einen oder anderen entspannten Abend zu verzichten? Wenn das so ist, bietet ein StartUp Entwicklungs- und Aufstiegsmöglichkeiten, die sich in nur wenigen Konzernen finden.

Bildmaterial: Xenia