Berlin Startup Unit

Berlin-Partner-Geschäftsführer Stefan Franzke, hier mit der Berliner Wirtschaftssenatorin Cornelia Yzer

Berlin-Partner-Chef Stefan Franzke glaubt an den Boom

Es ist noch nicht ganz ein Jahr her, da sorgte die Wirtschaftswoche mit der These für Aufregung, für Berlins Startupszene sei die Party vorbei. Dieses Urteil war damals schon ziemlich umstritten. Aber auch das übrige Jahr 2014 hat für die Party-vorbei-These kaum Beweise geliefert – weder wurde eine Startup-Pleitewelle losgetreten, noch trockneten die Finanzierungstöpfe aus.

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Dass der Berlin-Boom weiter anhalten dürfte, betont nun Stefan Franzke, Co-Chef der Wirtschaftsfördergesellschaft Berlin Partner, in einem Interview mit der Berliner Morgenpost.

Was in Berlin passiere, sei „kein Hype, der in sich zusammenfällt“, sagt Franzke. „Berlin ist Gründerstadt – das ist Fakt.“ Natürlich würden einige Unternehmen vom Markt gehen, das sei aber „eine normale Bereinigung“. Er habe „keine Angst, dass das einbrechen könnte“.

Der Wirtschaftsexperte beobachtet auch, dass sich in Berlin langsam ein „geschlossenes Ökosystem für Gründungen“ herausbilde: „Wir haben die ersten jungen Gründer, die erfolgreich einen Exit hatten und ihr Geld jetzt selber wieder investieren. Dieser Generationsdurchlauf bringt viel mehr, weil sie Profis dabeihaben. Dann brauchen wir spezialisierte Anwälte, Personaldienstleister, Makler und so weiter. Wenn so ein System in Fahrt kommt, bildet es eine positive Spirale.“

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Kritisch äußert sich Franzke zum Verhältnis von Wissenschaft und Wirtschaft. Berlin sei „nicht das Paradebeispiel, um das Wissen, was mit Steuergeldern in Universitäten und Instituten entsteht, in Geld zu transferieren.“ Die Stadt sei zwar „hervorragend in der Invention, also der Erfindung“ – aber „wenn es um Innovation geht, also darum, aus Ideen wettbewerbsfähige Produkte zu machen, hapert es“. Trotzdem: „Das Gründungsklima an den Hochschulen und in deren Umfeld ist in Berlin so gut wie nirgendwo in Deutschland.“

Franzkes Fazit: „Die Erfolgswelle wird weitergehen. Aber wir kommen ja auch von einem Niveau, wo wir noch ganz viel Erfolg haben sollten.“

Bild: Alex Hofmann / Gründerszene