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Das PrintPeter-Management (v.l.): Karl Bagusat (CPO), Cecil von Croÿ (CEO) und Danny Müller (COO)

Skripte, Übungsunterlagen oder Hausarbeiten – viele Studenten drucken Papierberge aus und lassen eine Menge Geld in Copyshops. Die PrintPeter-Gründer sehen da eine Chance für ihr Geschäftsmodell: Sie bieten Studenten an, die Dokumente für sie kostenlos auszudrucken und ihnen zuzusenden. Finanziert werden soll das Ganze durch Unternehmen, die auf den Seiten der Skripte Anzeigen schalten. Für die Idee hat das Startup jetzt 1,1 Millionen Euro von Business Angels erhalten.

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Investiert haben unter anderem die Employour-Gründer Daniel Schütt und Stefan Peukert sowie Dieter Dahlhoff, Professor an der Universität Kassel und der EBS in Oestrich-Winkel. Außerdem haben sich die Altinvestoren und ehemaligen StudiVZ-Geschäftsführer Michael Brehm und Thomas Baum beteiligt. Ein weiterer PrintPeter-Gesellschafter ist der bekannte Verleger Hendrik teNeues. Bei der aktuellen Kapitalerhöhung liegt die Unternehmensbewertung laut Handelsregister bei mehr als fünf Millionen Euro.

Im Mai 2016 ist PrintPeter mit seinem Angebot online gegangen. Die Foodexpress-Gründer Max von Waldenfels und Benjamin Pochhammer haben das Unternehmen gemeinsam mit den Gründern Cecil von Croÿ und Karl Bagusat gestartet. „Sie unterstützen uns ein bis zwei Tage die Woche strategisch“, erklärt Croÿ die Rollenverteilung. Gemeinsam halten die vier Macher noch etwa 65 Prozent an ihrem Startup.

Wie viel PrintPeter umsetzt, will CEO Croÿ auf Nachfrage nicht preisgeben. Die Anzeigen, die Unternehmen buchen können, kosten laut Croÿ bis zu zwei Euro. Pro Skript schalteten demnach bis zu zehn verschiedene Firmenkunden über PrintPeter Anzeigen, wobei jedes Unternehmen mehrere Werbeplätze buchen könne. Nach Unternehmensangaben wird PrintPeter von rund 500 Firmen genutzt, im vergangenen Monat seien 80.000 Skripte verschickt worden. Seit dem Start im Frühling vergangenen Jahres hätten sich mehr als 100.000 Studenten registriert, wobei es täglich etwa 500 neue Anmeldungen gebe.

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Konkurrenz hat PrintPeter dabei unter anderem durch die kleineren Anbieter Freiskript aus Frankfurt und Spitzenstudent aus Dresden. Auch hier wird mit werbefinanzierten Drucken um Studenten geworben. Die Berliner aber wollen ihr Geschäft nun mit dem Kapital zu einer Plattform weiterentwickeln. „Es soll neue Technologien und Möglichkeiten für Unternehmen geben, sich attraktiver bei Studenten zu platzieren und gleichzeitig das Lernen für sie zu erleichtern“, so Croÿ. Genaueres möchte er noch nicht verraten.

Seinen Dienst wird PrintPeter im April nach Österreich und in die Schweiz bringen. Ab dem Sommersemester will das Startup, für das derzeit 20 Mitarbeiter arbeiten, seinen Service außerdem in Skandinavien, Großbritannien und den Niederlanden anbieten. Bereits vergangenen Herbst hatte PrintPeter nach eigenen Angaben eine mittlere sechsstellige Summe von Investoren für die Expansionsvorbereitungen erhalten.

Bild: PrintPeter