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Die 26-jährige Studentin Mariana Avezum ist Teamleiterin von WARR Hyperloop

An diesem Nachmittag werden drei ausgewählte Uni-Teams mit ihren selbstentwickelten Hyperloop-Kapseln die neue Teststrecke auf dem SpaceX-Gelände einweihen. Als Mariana Avezum mit ihrem Team die letzten Vorbereitungen für den Start ihres Hyperloop-Pods durchgeht, erreicht auch sie die Neuigkeit: Elon Musk ist eingetroffen.

Etwa eine halbe Stunde lang wird er in Hawthorne, Kalifornien, um den Nachwuchs-Wettbewerb verfolgen – genau dann, als das Münchner WARR-Team um Gruppenleiterin Avezum an der Reihe ist. Die Aufregung unter den Studenten der TU München erreicht den Höhepunkt ihres zweiwöchigen Aufenthalts in den USA.

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Der eigens für die Hyperloop-Strecke entworfene Pod zündet wie geplant. Doch dann gibt es Schwierigkeiten mit dem Antrieb. Auch die anderen beiden Teams vom MIT und der niederländischen Universität Delft hatten zuvor mit ähnlichen Problemen zu kämpfen. Die Antriebe sind zu schwach. SpaceX hat sie gestellt, damit jedes Team gleiche Startbedingungen hat. Sie hätten die Kapsel bis zur Sollgeschwindigkeit von etwa 350 Stundenkilometern beschleunigen müssen. Doch es funktioniert nicht. Weil die Kapsel auf einer Magnetstrecke geführt werden, bremst sich der Pod bei einer geringeren Geschwindigkeit dank der Induktion selbst aus.

Trotzdem geht WARR mit bis zu 94 Stundenkilometern unter den drei Teilnehmern als Highspeed-Gewinner aus dem Wettbewerb hervor. Hyperloop gratuliert über Twitter. Elon Musk trifft das Team dann leider doch nicht persönlich. Zumindest aber retweetet er den Erfolg des Münchner Teams an seine sieben Millionen Follower.

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Über Twitter machte Elon Musk auf die Münchner aufmerksam (Screenshot Twitter)

Ein Woche später blickt Avezum auf das Ereignis zurück und ist sich sicher: Der ganze Wettbewerb war für sie und ihr Uni-Team ein Riesenerfolg. „Wir wollten mindestens unter die Top Fünf kommen“, sagt Avezum gegenüber Gründerszene. Insgesamt waren 27 Teams vor Ort, drei davon durften die Strecke antesten. „Das haben wir nicht erwartet. Wir haben so viel Zeit reingesteckt – und es hat sich absolut gelohnt.“

Ein Preisgeld gibt es nicht und auch die Kosten für die Flüge muss die TU München mit ihren Sponsoren stemmen. Doch der symbolische Gewinn sei groß, sagt Avezum. Sogar der Uni-Präsident der TU München gratulierte dem Team mit einem persönlichen Schreiben. Bei der Siegerehrung selbst gab es eine eher ungewöhnliche Trophäe: Raketenteile von SpaceX, frisch aus dem 3D-Drucker. „Wir haben drei Tage lang gefeiert. Leider habe ich mir dann erst mal eine Erkältung eingefangen“, sagt Avezum.

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Das versammelte Team von WARR Hyperloop auf dem SpaceX-Gelände.

Eine kommerzielle Verwertung des Pods ist bislang nicht geplant – und damit auch keine Ausgründung. Im Sommer wird ein weiteres Team von WARR beim nächsten Wettbewerb von SpaceX antreten. Avezum will dann allerdings nicht mehr die Leitung übernehmen, sagt sie. Lieber will sie sich anderen Projekten widmen. Was genau, möchte sie noch nicht verraten.

In dem Video sind alle drei Pod-Starts zu sehen:

Bild: WARR Hyperloop TU München