fachkraeftemangel 2

Es ist schon seltsam. Man findet eigentlich für jeden Standpunkt die passende Studie. Wenn es um Roboter und Digitalisierung der Arbeitswelt geht, hieß es zuletzt, dass viele Jobs für Menschen in Zukunft wegfielen, da die Maschinen unsere Arbeit übernähmen. Eine aktuelle Studie des Basler Forschungsinstitutes Prognos schlägt dagegen Alarm, dass sich die Zahl der fehlenden Facharbeiter, Techniker, Forscher und medizinischen Fachkräfte bis 2030 auf bis zu drei Millionen belaufen könnte. Bis zum Jahr 2040 sogar auf 3,3 Millionen.

Prognos sieht vor allem zwei Gründe für diese Entwicklung:

  1. Die Überalterung der Gesellschaft. Die Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter werde weiter kräftig sinken, sagen die Experten. Um bis zu 10 Prozent im Jahr 2040.
  2. Es wird an Menschen mit dem nötigen Fachwissen fehlen. Bestehende Berufszweige verlieren an Bedeutung, doch es gibt zu wenig Menschen, die das Know-How für die digitalisierte Wirtschaft mitbringen.

Anzeige
Wer sich als junger Mensch auf die Arbeitswelt der Zukunft vorbereiten will, der sollte sich vor allem folgende Berufe anschauen: Manager, Forscher, Ingenieur, Arzt, Pfleger und medizinischer Assistent. Auch Kreative und Journalisten werden fehlen, sagt die Studie voraus. Dagegen wird es dramatisch weniger Bedarf an Lastwagenfahrern, Packern, Buchhaltern, Kreditsachbearbeitern und Immobilienmaklern geben.

Aber wenn es nach den Autoren der Studie geht, ist noch Zeit, dieser Entwicklung mit geeigneten Maßnahmen zu begegnen. Zum Beispiel mit einer Bildungsoffensive. Die wird eigentlich von allen Parteien im aktuellen Wahlkampf zur Bundestagswahl im September gefordert. Mal schauen, was nach der Wahl dabei herauskommt. Für Menschen, die im Berufsleben aktiv sind, soll eine „effektivere Weiterbildung“ dafür sorgen, dass sie auf neue Jobs vorbereitet sind, die sich durch den Einsatz des Internets in den Fabrikhallen ergeben.

In der Studie ist übrigens eine durchschnittliche jährliche Zuwanderung von 200.000 Migranten eingerechnet.

infografik_10900_die_beliebtesten_ausbildungsberufe_2016_n

Foto: Getty / Thomas Barwick; Grafik: Statista