Studdy Help

Unikurse, Abikurse und ein eigener YouTube Channel? Check! Und das alles schon innerhalb weniger Monate nach der Gründung von StudyHelp. Das wichtigste, das wir während dieser Zeit gelernt haben, lässt sich kurz und knapp zusammenfassen: „Einfach mal machen“. Es gehört schon ein gewisser Grad an Verrücktheit dazu, den deutschen Nachhilfemarkt, der seit Jahrzehnten unverändert ist, revolutionieren zu wollen. Aber: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Man muss sich auch mal in ein Abenteuer stürzen.

Kooperationen schließen

Genug die Floskelkeule geschwungen – Back to Business! Nachdem unser erster Abiturvorbereitungskurs in Paderborn für das StudyHelp-Team und die Schüler ein voller Erfolg war, wurde uns mehr denn je bewusst, dass eine neue Ära der Nachhilfe begonnen hatte. Schnelle, kompakte und effiziente Nachhilfe war gefragt. Das zeigte auch der Erfolg von Beck-up – Deutschlands und mittlerweile Europas größtem Mathe-YouTuber. Wer ihn nicht kennen sollte: Er ist ein Spartaner, der jedem, nur mit einem Stift und einem Whiteboard bewaffnet, die Welt der Mathematik verständlich machen kann. Schnell, effizient und kompakt. Kurzum: ein perfekter Partner für StudyHelp, von dem wir noch sehr viel lernen konnten.

G Tipp – Lesenswert bei Gründerszene „Einfach mal machen“ – Folge 1 des Gründertagebuchs

Zeitnah wurde der Kontakt zu seinem Team hergestellt, um Kooperationsmöglichkeiten abzuwägen. Zu diesem Zeitpunkt gefiel uns unser Abi-Konzept zwar schon recht gut, doch hundertprozentig zufrieden waren wir noch nicht. Das Ziel war es also, gemeinsam an unserem bisherigen Skript zu arbeiten und unsere Materialien umzugestalten. Nach den ersten Meetings stellte sich heraus, dass Beck-ups YouTube-Playlist derart strukturiert und durchdacht war, dass diese in Zusammenarbeit in schriftliche Form konvertiert und zu Skripten zusammengepresst werden musste.

Das hieß im Klartext: Altes Skript in den Papierkorb verschieben und ein komplett leeres Textdokument öffnen. Eine vorlesungsfreie Zeit, einige Wochen Augenringe und etliche Energy-Drinks später war das Werk (wieder mal) vollbracht. Und der Aufwand hatte sich gelohnt. Am Ende hielten wir ein dreiteiliges, komplett durchdesigntes Skript in unseren Händen, das deutschlandweit zum Einsatz kommen konnte.

Danke, Herr Zuckerberg

Doch Stopp! Einen kleinen Haken gab es da noch: Man kannte uns in Paderborn (und an der Uni Kassel), aber nirgendwo sonst. Wie sollten Abiturienten am Bodensee davon erfahren, dass wir existierten und die Lösung all ihrer mathematischen Probleme waren? Richtig! Facebook – nochmals danke, Herr Zuckerberg, für diese Marketingwaffe. Für die Abiturvorbereitungsperiode im Frühjahr 2015 wurde also (diesmal frühzeitig) die Marketingmaschinerie auf Facebook angekurbelt.

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Diesmal hatten wir neben Zuckerberg noch mehr tatkräftige Unterstützung. Während eines unserer abendlichen Meetings in der Paderborner Innenstadt entwickelte sich aus der bloßen Feststellung, dass wir Verstärkung brauchten, ein komplettes StudyHelp-Schneeball-Konzept. Die Idee, sogenannte Kursmanager einzustellen, war geboren. Sie sollten uns bei der deutschlandweiten Expansion vor Ort bei der Organisation und Durchführung der Abiturvorbereitungskurse unterstützen. Dozentensuche, Raumanmietung und Besichtigung sowie Facebook-Werbung sollten outgesourcet werden.

Das Team wachsen lassen

Nach diversen Castings und einem Kursmanagertreffen in Paderborn, bei denen wir den Teilnehmern die grundlegenden Aufgaben erklärten, liefen die Vorbereitungen so richtig an. Die handverlesenen Manager „schossen“ uns wie am Fließband immer mehr potentielle Dozenten und Räume für immer mehr Standorte zu.

Das Resultat: 25 StudyHelp-Standorte in fünf verschiedenen Bundesländern. Eine Menge Arbeit lag hinter, aber noch viel mehr vor uns, um diese Expansion voranzutreiben. Denn jetzt mussten wir sicherstellen, dass die Durchführung der Kurse auch nach unseren hohen Standards erfolgen würde. Zwar hatten wir nun tüchtige Unterstützung, aber Beine hochlegen und unsere Dozenten die Arbeit machen lassen, kam für uns nicht in Frage.
StudyHelp Unterricht

Nix da, Füße hochlegen

Seit der Gründung von StudyHelp war es unser Alleinstellungsmerkmal, den Schülern, unseren Kunden, auf Augenhöhe zu begegnen. Vieles hatte sich in der Zwischenzeit getan – dies war allerdings ein Grundsatz, an dem wir auf jeden Fall festhalten wollten.

Wir durften uns also nicht hinter unserem Schreibtisch verkriechen, sondern mussten uns unter die Schüler mischen, um den Anschluss nicht zu verlieren. Also hieß es: Sachen packen, Autos volltanken und einmal quer durch Deutschland reisen.

Wir hatten es uns zur Aufgabe gemacht, zu jedem einzelnen Standort zu fahren, uns mit den Dozenten zu verknüpfen und das Feedback der Schüler zu den Kursen einzuholen. Nach hunderten von Kilometern und interessanten Gesprächen mit Schülern und Dozenten sollte uns vor allem eine Situation in Erinnerung bleiben.

Motivationsschub 3000

14 Uhr, Weingarten. Die Mittagspause war gerade vorbei. Um den Kurs nicht zu stören, hatten wir entschieden, uns den Schülern direkt im Anschluss an die Mittagspause vorzustellen. Wir wollten ein kurzes Feedback einholen und fragten in die Runde, wie sie den Verlauf der bisherigen Veranstaltung samt Dozenten fänden.

Es dauerte keine zwei Sekunden, bis der gesamte Kurs auf den Beinen stand und uns eine Standing Ovation gab. Gänsehaut. Motivationsschub 3000. Momente wie diese sind das Benzin in unserem Motor und der Grund, warum wir nächtelang an Konzepten und Skripten feilen.

G Tipp – Lesenswert bei Gründerszene Paderborn is not enough – Folge 2 des Gründertagebuchs

Wir fühlten uns in dem, was wir taten, bestätigt. Um unsere Kurse aber auch objektiv beurteilen zu können, verteilten wir Feedback-Fragebögen. Schließlich wollten wir uns nicht auf unseren Lorbeeren ausruhen, sondern uns und unsere Idee weiterentwickeln. Stillstand ist Rückstand.

Negatives in Positives verwandeln

Nachdem wir wieder in der Heimat angekommen waren, ging es also an die Auswertung der Feedbackbögen. Die hohe Zufriedenheit der Schüler mit unseren Kursen spiegelte sich auch in ihren Rückmeldungen wider, dennoch gab es an einigen wenigen Standorten nicht nur Positives zu verzeichnen.

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Kritikpunkte, die wir selbst nicht wahrgenommen hatten, mussten akzeptiert und in Optimierungen umgewandelt werden. Glücklicherweise befanden wir uns zu diesem Zeitpunkt schon in der Obhut des Technologietransfer- und Existenzgründungs-Center der Universität Paderborn – kurz TecUP. Durch wöchentliche Coachings steht uns TecUP bei kleinen und großen Problemstellungen im Unternehmensalltag und in unserer unternehmerischen Weiterentwicklung helfend zur Seite.

Mit ihrer Unterstützung haben wir es geschafft, etwas Negatives in etwas Positives umwandeln zu können. Dadurch profitieren nicht nur wir als Unternehmen, sondern letzten Endes auch die Schüler in den kommenden Abiturvorbereitungsphasen.

Vom Skript zum Heft

Vieles haben wir während der diesjährigen Kursphase lernen können. Unter anderem, dass unsere kursbegleitenden Skripte (von den Schülern auch Abi-Hefte genannt) durchweg positiven Anklang gefunden haben.

Diese haben es inzwischen auch bis in die lokalen Buchhandlungen geschafft: Getreu dem Motto „Einfach mal machen“ habe ich mir unsere drei Abi-Hefte unter den Arm geklemmt und einen spontanen Mini-Pitch vor dem Inhaber der größten Paderborner Traditionsbuchhandlung gehalten. Dieser war direkt von unserem Konzept so überzeugt, dass kurze Zeit später unsere Abi-Hefte nicht nur in seiner Buchhandlung, sondern auch in seinem Online-Shop zum Verkauf standen.

Pitchen ist also mehr als ein schickes Modewort und nicht nur Teil einer offiziellen Veranstaltung. Es ist fester Bestandteil des Unternehmensalltags und vor allem für junge Startups überlebenswichtig. Um seinen Traum voranzutreiben muss man ins kalte Wasser springen und seine Unternehmensidee immer und immer wieder unbekannten Leuten präsentieren.

Also, auf ins Abenteuer – einfach mal machen!

Im vierten Teil seines Gründertagebuchs berichtet Daniel, dass Gründen nicht nur ein Sprung ins kalte Wasser bedeutet, sondern dass man sich auch an der Oberfläche halten muss.