Foto-Gründer

Die Gründer: Daniel Donaldson sowie die Brüder Julius und Maximilian Otten (von links)

Influencer und Blogger verdienen mit Produktempfehlungen schon seit Langem Geld. Aber was ist mit all den anderen Internetnutzern, die auch ab und zu ein Selfie im Marken-Shirt veröffentlichen? Wenn es nach den Gründern von Suadeo geht, dann sollen diese Nutzer von nun an ebenfalls Geld mit ihren Schnappschüssen verdienen.

Die Plattform startete Anfang dieses Jahres. Gründer sind die Brüder Julius und Maximilian Otten sowie Daniel Donaldson. Durch Freunde habe das Trio gemerkt, dass sich modebewusste Menschen ihre Inspiration oft aus sozialen Netzwerken holen, indem sie dort nach schicken Outfits Ausschau halten, erzählt Donaldson. „Da dachten wir: Warum sollten die Ideengeber nicht auch dafür bezahlt werden? So ist Suadeo entstanden“, so der Gründer.

Update am 3. November 2017:

Suadeo ist gescheitert. Im Oktober stellten die Gründer die Services ein. Unter anderem habe sich die Conversion-Rate nicht gut entwickelt und eine Finanzierungsrunde sei geplatzt, so Initiator Daniel Donaldson gegenüber Deutsche Startups

Die Originalversion des Artikels erschien am 5. April 2017.

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Das Konzept sieht so aus: Nutzer können sich auf der Internetseite oder in der App registrieren, um Outfits hochzuladen. Die einzelnen Stücke, etwa Schuhe oder eine Hose, werden dabei von Suadeo mit den jeweiligen Shops verlinkt, in denen sie zu kaufen sind. Das eigene Suadeo-Profil und die Einträge kann der Nutzer dann zum Beispiel auf Instagram oder Facebook teilen, um viele Follower zu erreichen. Kommt es zu einem Kauf über einen solchen Link, zahlt der Shop eine Provision an das Startup, das dann wiederum einen Teil an den User weitergibt. Affiliate-Marketing also. Nur wer selber Outfits hochladen möchte, muss sich anmelden – Kunden, die auf der Suche nach Produkten sind, können die Plattform unangemeldet nutzen.

Aktuell haben die drei Gründer 19 Shops eingebunden, sagen sie. Zalando, Asos oder AboutYou seien zum Beispiel dabei. Die Höhe der Provision für die Werber bestimme der jeweilige Shop. Oft seien es zwischen vier und elf Prozent der Kaufsumme, erzählt Donaldson. 70 Prozent davon gingen an die User von Suadeo, der Rest an das Startup-Team. „Das gute an unserem Modell ist, dass die Shops keinerlei Risiken haben. Sie müssen erst eine Provision bezahlen, wenn wirklich ein Kauf getätigt wurde“, sagt Donaldson.

Auf der Webseite von Suadeo tummeln sich überwiegend Frauen, neben Usern mit wenigen Followern in den sozialen Netzwerken gibt es einige Instagram-Sternchen. So hat etwa die Oldenburger Bloggerin Sarah von Heugel ein Suadeo-Profil. Mehr als 14.000 Abonnenten hat von Heugel auf Instagram, denen sie sich immer top gestylt präsentiert. Auch Lourene Gollatz, die 78.000 Instagram-Follower hat, ist auf Suadeo vertreten. Ein Link zu Suadeo findet sich auf ihrem Instagram-Profil derzeit aber nicht.

Screenshot-Suadeo„Gerade zu Anfang probieren viele Suadeo erst einmal aus, bevor sie anfangen, ihre Styles auch auf Instagram und Co. zu bewerben“, sagt Donaldson. „Da wir beim ,Link in der Bio‘ auf Instagram natürlich auch mit persönlichen Blogs konkurrieren, ist es oftmals so, dass Blogger während des Posts – in der für uns relevanten Phase – Suadeo in die Bio nehmen und danach wieder zurück wechseln.“

Wettbewerber hat das junge Unternehmen einige, es gibt zahlreiche Affiliate-Programme für Modebegeisterte, viele davon konzentrieren sich darauf, Vergütungsmodelle für Modeblogger oder Influencer anzubieten. Im Gegensatz dazu möchte das Trio jedem erlauben, mit Produktempfehlungen Geld zu verdienen. Ein Suadeo sehr ähnliches Modell bietet auch das Hamburger Unternehmen Updressed, das im Januar startete. Absetzen möchten sich die drei Suadeo-Gründer auch durch die Netzwerkfunktion ihres Angebots, sagen sie: „User können sich gegenseitig folgen und nach Outfits zu verschiedenen Anlässen oder Produkten suchen. Falls ihnen ein Outfit gefällt, können sie es in ihrer Wunschliste sammeln und wann immer sie wollen nachshoppen.“

Seit Februar ist das Startup nun mit einer iOS- und Android-App sowie der Webseite live. Die Gründung des Unternehmens und ein erster Test fanden jedoch bereits im Sommer 2016 statt. Wieso die Verzögerung? „Da wir die ganzen Kleidungsdaten und -informationen in unser Backend einfließen lassen, haben wir es mit einer Menge Daten zu tun“, sagt Donaldson. „Die Apps und die Seite zu bauen, war daher sehr aufwendig.“

Bild: Suadeo