SumUp Daniel Klein Startup-Helden

Im November 2011 rief WHU-Absolvent und Skrill-Gründer Daniel Klein (35) SumUp ins Leben

„Startup-Held“ Daniel Klein im Interview

„Kartenzahlung können wir leider nicht akzeptieren.“ Diesen Satz hat schon manch Kunde verärgert hinnehmen müssen. Vielen Kleinunternehmern ist ein eigener Kartenzahlungsterminal schlicht zu teuer oder umständlich. Aus diesem Problem wollte Twitter-Gründer Jack Dorsey Kapital schlagen und präsentierte 2009 mit Square ein aufsteckbares Kartenlesegerät fürs Smartphone, das mit SumUp (www.sumup.de) einen der ersten Nachahmer in Deutschland fand. Die Konkurrenz schläft allerdings nicht: Auch Startups wie iZettle, Streetpay und Payleven sind auf den Mobile-Payment-Zug aufgesprungen.

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SumUp wurde 2011 von Daniel Klein, Petter Made, Stefan Jeschonnek, Jan Deepen und Marc-Alexander Christ gegründet. Das Unternehmen ist mit seiner mobilen Zahlungslösung bereits international vertreten und hat zweistellige Millionenfinanzierungen an Land gezogen. SumUp-Gründer und –Geschäftsführer Daniel Klein ist unser Startup-Held der Woche.

Wer bist Du und was machst Du?

Ich bin Co-Founder und CEO von SumUp. SumUp macht die Akzeptanz von Kartenzahlungen für jeden Händler und Selbständigen erschwinglich, ganz egal, wie groß oder klein sein Geschäft ist. Bisher war das mit hohen monatlichen Kosten und langen Vertragslaufzeiten verbunden. Aber jetzt kann mit uns jeder Taxifahrer, Handwerker, Physiotherapeut oder Café-Besitzer EC- und Kreditkarten mit seinem Smartphone oder Tablet akzeptieren. Alles, was er dafür benötigt, ist unser Kartenleser und unsere kostenlose App. Und da wir nur eine geringe Gebühr pro Transaktion erheben, zahlen unsere Händler nur dann, wenn sie SumUp auch wirklich nutzen.

Was hebt SumUp von den zahlreichen anderen Mobile-Payment-Anbietern in Deutschland ab?

Was uns deutlich von anderen Anbietern unterscheidet, ist unsere selbstentwickelte End-to-End-Zahlungstechnologie. Sie ermöglicht es uns, Transaktionen komplett selbständig abzuwickeln – vom Einsatz der Karte bis zur Auszahlung an den Händler. Wir nehmen keine weiteren Dienstleister in Anspruch und haben dadurch einen deutlichen Kostenvorteil. Diesen können wir dann an unsere Händler weitergeben. So revolutionieren wir als Startup drei gestandene Industrien gleichzeitig und definieren völlig neue Spielregeln für die existierenden Anbieter: die Zahlungsdienstleister und Kartenakzeptanz-Unternehmen, die Kartenterminalhersteller sowie Kassenlösungsspezialisten.

Welche unterschiedlichen Herausforderungen stell(t)en sich für SumUp in seinen internationalen Märkten?

Das Payment-Geschäft ist hochkomplex und der Markteintritt in ein neues Land ist mit vielen regulatorischen Fragen und lokalen Besonderheiten verbunden. In Russland, dem flächenmäßig größten Land der Erde, hat uns zum Beispiel eine effektive Distribution vor eine Herausforderung gestellt, während wir in Portugal eine grundlegende Skepsis der Händler gegenüber innovativen Payment-Lösungen überzeugend widerlegen mussten. Wir sind in der Lage, diese Herausforderungen erfolgreich zu meistern, da wir lokale, erfahrene Teams und Partner vor Ort haben.

Im Sommer 2012 fuhr SumUp eine achtstellige Finanzierung ein. Was hat sich seitdem bei Euch getan?

Jede Menge! Wir sind mittlerweile in elf Ländern aktiv, inklusive Russland, und werden sehr, sehr zeitnah nach Südamerika gehen. In der ersten Hälfte dieses Jahres haben wir darüber hinaus eine weitere Finanzierungsrunde im zweistelligen Millionen-Euro-Bereich durch American Express, Groupon und BBVA Ventures bekannt gegeben. Und auch auf der Produktseite hat sich jede Menge getan: Im Juni haben wir die SumUp Point of Sale Box auf den Markt gebracht, ein vollständiges Plug&Play-Kassensystem, das innerhalb weniger Minuten aufgebaut und zum Einsatz kommen kann. Und auch der nächste große Schritt, unsere eigene Chip&PIN-Lösung auf den Markt zu bringen, steht in Kürze an.

Update: Heute gab SumUp seinen Markteintritt in Brasilien bekannt. Damit ist das Unternehmen nun in zwölf Ländern vertreten. Das brasilianische Team der Firma hat seinen Sitz in São Paulo. Als besondere Leistung will SumUp brasilianischen Händlern, wie lokal üblich, die Wahl zwischen einer Auszahlung ihrer Umsätze innerhalb von fünf Werktagen oder 30 Kalendertagen anbieten.

Welche Tipps gibst Du jungen Gründern nach Deinen eigenen Erfahrungen mit auf den Weg?

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Erfolg bei einer Gründung ist aus meiner Sicht vor allem Einstellungssache: Man muss von einer Idee überzeugt sein und sie dann mit vollem Einsatz umsetzen. Es kommt auf schnelle Entscheidungen und noch schnellere Umsetzung an. Wer das beherzigt, wird mehr Erfolg haben als diejenigen, die zu lange an der perfekten Idee tüfteln.

Bild: SumUp