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Clash of Clans, der Supercell-Millionenerfolg

Milliarden-Exit für Spiele-Entwickler Supercell

Ein Exit, wie er kaum mehr Aufmerksamkeit erregen könnte: Supercell, das finnische Entwicklerstudio hinter den Mobile-Spielen Hay Day und Clash of Clans, verkauft 51 Prozent seiner Anteile an Softbank und GungHo und erhält dafür die wahnwitzige Summe von 1,5 Milliarden (nein, nicht Millionen) US-Dollar, wie Gigaom berichtet. Zum Vergleich: Google war die Navi-App Waze 1,1 Milliarden US-Dollar wert. Der vielzitierte Tumblr-Exit an Yahoo war ebenfalls „gerade einmal“ 1,1 Milliarden schwer. Und auch Facebook zahlte für den Fotodienst Instagram „nur“ eine Milliarde.

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Ein konkreter Kaufgrund für die japanischen Firmen ist allerdings der Supercell-Umsatz von zuletzt 2,4 Millionen US-Dollar pro Tag durch In-App-Käufe (Schätzwert für April 2013). Im Geschäftsjahr 2012 betrug der Umsatz 100 Millionen US-Dollar, im ersten Quartal 2013 waren es bereits 179 Millionen US-Dollar und aktuell scheint bei diesem Wachstum ein Milliardenjahresumsatz möglich. Finanziell ausgestattet wurde Supercell zuvor im April durch Index Ventures, Atomico Partners und Institutional Ventures Partners mit 130 US-Dollar bei einer Bewertung von 770 Millionen US-Dollar.

Supercell ein zweites Zynga?

So schnell wie Supercell den Spiele-Olymp erklomm, so schnell könnten sie ihn aber auch wieder verlassen. In großen Zügen erinnert der derzeitige Hype um das finnische Unternehmen an Social-Games-Anbieter Zynga zu besten Zeiten. Die gingen mit Facebook-Spielen wie Farmville – Supercells Spiel Hay Day wird von vielen bereits seit Start als Farmville-Klon für mobile Endgeräte bezeichnet – an die Börse, bis der Hype nachließ, die Nutzerzahlen seit Monaten kontinuierlich sanken und der Aktienkurs erst einbrach und nun vor sich hindümpelt. Gerüchteweise strebt derzeit übrigens auch der Spiele-Hersteller und Candy-Crush-Macher King.com einen IPO an.

Bei Supercell könnte der Dehype allerdings sogar noch schneller einsetzen, da sie im Gegensatz zu Zynga tatsächlich derzeit nur auf zwei Zugpferde beziehungsweise Spiele setzen, von denen Clash of Clans der eindeutige Nutzer-Favorit sein dürfte. Aber genau wie Zyngas Farmville und Co setzt Supercell kaum auf Langzeit-, sondern Casual-Spieler, die folglich nicht ewig Geld bei In-App-Käufen lassen. Ist diese erste Spieler-Flut also erst einmal dahin, dürften kaum genügend neue Spieler nachkommen, um den derzeitigen Millionen-Umsatz zu halten und das Milliarden-Investment zu rechtfertigen. Um diesen Kurs fortzuführen, müsste Supercell deshalb auf neue Titel setzen, die es schaffen, an den Erfolg der Vorgänger anzusetzen.

Bild: Supercell/Alexander Hofmann