Surwayne_Founders

Artur Heinze (links) ist für die technische Umsetzung bei Surwayne zuständig. Lars Linnekogel ist der Geschäftsführer der dahinterstehenden GmbH.

Lars Linnekogel weiß, dass Projekte nerven können. Denn wenn Chefs Umsätze steigern, Kosten senken oder Prozesse verschlanken wollen, hat das in den aller meisten Fällen Konfliktpotenzial. Linnekogel weiß daher auch, dass Unternehmen zum Teil viel Geld dafür zahlen, damit Gruppen- und Projektarbeiten rund laufen. Also gründete er im Frühjahr 2015 ein darauf spezialisiertes Beratungsunternehmen in Hamburg – und greift Unternehmen seitdem bei der Durchführung von Projekten unter die Arme.

Weil es aber hunderte andere Projekt-Berater und damit jede Menge Konkurrenz gibt, schnappte sich Linnekogel seinen alten Schulfreund Artur Heinze. „Wir dachten uns, es wäre doch cool, die Projekt-Beratung auch digital anzubieten“, erzählt er. Kurz nach der Gründung der Beratungsfirma machten sich die beiden an die Umsetzung eines Umfrage-Tools, das die Projektarbeit in Unternehmen verbessern sollte.

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Inzwischen nutzen Surwayne bereits erste Kunden, nach Angaben seiner Erfinder sind es knapp über 40, darunter Lufthansa Technik. Das Projektmanagement übernimmt das Browser-basierte Programm allerdings nicht vollständig. Nach wie vor ist ein Projektleiter notwendig, der mithilfe von Surwayne einen Fragebögen aufsetzt. Der besteht aus bis zu zehn Fragen, die entweder selbst formuliert oder aus vorgegebenen Optionen zusammengeklickt sind. Zum Beispiel: Wie effizient sind unsere Meetings? Die fertigen Fragebögen bekommen die Teilnehmer automatisch in regelmäßigen Abständen per Mail zugeschickt. Bearbeitet werden sie über ein einfaches Ampel-System: Grüne Smileys symbolisieren Zufriedenheit, rote stehen dafür, dass es aus Sicht des Befragten etwas zu verbessern gibt.

Durch die kontinuierliche Messung sollen Projektleiter beobachten können, wie sich ein Vorhaben entwickelt. Sind die Rückmeldungen der Teilnehmer negativ, können sich die Verantwortlichen Lösungsvorschläge ausspielen lassen. Wenn die Mitarbeiter etwa finden, dass ein Projekt keinen Wert schafft, schlägt Surwayne einen Workshop vor oder rät, sich mit dem Auftraggeber zusammenzusetzen. Rückschlüsse auf die Absender der Antworten sind nicht möglich, versprechen die Surwayne-Macher.

Unternehmen zahlen über ein Abo-Modell für die Nutzung des Dienstes. Monatlich kostet das zwischen 150 und 1.450 Euro. Linnekogel und Heinze arbeiten neben dem analogen Beratungsgeschäft an ihrem Tool. Das Geld daraus fließt in die Entwicklung. Investoren gibt es derzeit nicht.

Auch an der Außendarstellung werde gearbeitet, heißt es von den Gründern. Problematisch sei nämlich, dass das Surwayne-Konzept für viele potenzielle Kunden oftmals erklärungsbedürftig sei. „Unser Ansatz ist für Außenstehende im ersten Kontakt häufig komplex“, sagt Linnekogel. Für mehr Verständlichkeit sollen deshalb nun Erklärvideos sorgen. Auch eine deutsche Version, die bis Anfang 2017 erscheinen soll, könnte dabei helfen. Bislang gibt es das gesamte Programm nur auf Englisch.

Bild: Surwayne