sviper

Die Sviper-Gründer Michael Reichert, Ole Schaper und Mark Buchholz (v.l.)

Unternehmen im Gaming-Markt haben es derzeit schwer. Eine Reihe deutscher Branchengrößen musste in diesem Jahr bereits Mitarbeiter entlassen, der große Hamburger Vorreiter Goodgame Studios trennte sich gar von hunderten Angestellten und restrukturiert sein Geschäft. Der Grund für die Probleme: Den Spieleschmieden gelingt es bisher nicht, an vergangene Erfolge anzuknüpfen.

Wer kommt da auf die Idee, gerade in diesem Jahr ein neues Gaming-Startup zu gründen? Drei Freunde aus Hamburg zum Beispiel – mit ihrem Unternehmen Sviper. „Viele haben uns gesagt, das sei Selbstmord. Der Markt sei schon so kompetitiv“, erzählt Gründer Michael Reichert im Gespräch. Aber sein Team sieht Potential. Reichert argumentiert, ein großes Problem vieler großer Studios sei, dass die Spiele nicht nur für Mobile sondern weiterhin auch für den Browser oder Facebook konzipiert würden. „So können sie sich nicht von alten Ideen lösen.“

Anzeige
Sviper will sich deswegen ganz auf mobile Spiele konzentrieren. Weiter glaubt Reichert, die Konzepte vieler Games noch verbessern zu können – wenn man innovativ an die Sache heranginge. Dafür analysieren er und seine Mitgründer Ole Schaper und Mark Buchholz den Markt. „Wir wollen verstehen, welche Genres sehr gut funktionieren“, so Reichert.

Um nicht unnötig Geld zu verbrennen, setzt das Spieleunternehmen auf möglichst kurze Entwicklungszeiten. „Wer im Mobile-Gaming-Markt innovativ sein will, muss auch schnell sein“, sagt Reichert. Sviper veröffentliche Games in weniger als einem Jahr, um so früh wie möglich testen zu können, ob das Konzept funktioniere. Nur wenn das der Fall sei, werde das Spiel weiter entwickelt und skaliert.

Investment durch den Rocket-Fonds GFC

Sogenannte „Endless Runner“ wie Temple Run oder Subway Surfers zum Beispiel. „Die generieren jeden Monat noch hunderte Millionen Downloads. Doch nach 30 Tagen sind im Schnitt bloß etwa fünf Prozent der User aktiv“, erklärt der Gründer. Deswegen gibt es bei Svipers erstem eigenen Endless Runner „Wild City Rush“ Level. „Der Nutzer erreicht etwas. Der Frust ist geringer, wenn er scheitert, da er nicht jedes Mal von vorn anfangen muss.“ Die ersten beiden Monate im Soft Launch hätten gezeigt, dass nach 30 Tagen noch ein zweistelliger Prozentsatz der Nutzer am Ball bleibe. Heute wird das Spiel offiziell gelauncht.

Für ihr Startup sicherten sich die drei Gründer nun trotz des schwierigen Marktes ein Seed-Investment in unbekannter Höhe. Wie Deutsche Startups zuerst berichtete, hat hat der Fonds Global Founders Capital investiert, der zu Rocket Internet gehört. Bereits Anfang September erhielt Sviper außerdem das erste Angel-Investment über 100.000 Euro. Mit dem Kapital sollen im nächsten Jahr zehn Mitarbeiter eingestellt werden – noch arbeiten die Gründer allein.

„Viele Investoren stecken gar kein Geld mehr in Gaming“, sagt Reichert. Virtual Reality werde als der nächste große Markt gesehen. „Die Wachstumsraten im Mobile Gaming sprechen aber für sich“, findet der Gründer. Nun gilt es, das zu beweisen.

Bild: Sviper