Bereits vor gut einem Jahr hatte die Telekom angekündigt, ihre Startup-Finanzierung umzukrempeln. Nun wird der bisherige Wagniskapitalgeber T-Venture endgültig zu Grabe getragen. Stattdessen sollen Investitionen in Technologie-, Medien- und Telekommunikations-Startups künftig unter dem Dach der neuen Geschäftseinheit Telekom Strategic Investments (DTSI) stattfinden. Zu der Einheit gehöre auch der Investment-Fonds Telekom Innovation Pool (TIP) – ein weiterer strategischer Investment-Fonds des Mobilfunkriesen, der hauptsächlich für Projekte von Mitarbeitern gedacht ist. Insgesamt werde die Gruppe rund 360 Millionen Euro an Kapital verwalten, heißt es aus Bonn.

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Das bestehende Portfolio von T-Venture werde zukünftig von DTSI verwaltet, auch Folgeinvestitionen soll der neue Arm abwickeln. Die Einheit sei „die natürliche Weiterentwicklung von T-Venture“, formuliert es das Unternehmen. Im Interview mit Gründerszene hatte Konzernchef Tim Höttges erklärt, die bisherige Ausrichtung der Beteiligungsgesellschaft nicht fortführen zu wollen. 1997 gegründet und mit einem kumulativen Budgetvolumen von über 750 Millionen Euro ausgestattet, sei T-Venture zwar einer der größten Corporate-VC-Fonds der Technologieindustrie – zukünftig wolle man aber mehr wie ein freier, vom Unternehmen unabhängiger Venture-Fonds agieren, so Höttges.

In seinen fast zwei Jahrzehnten der Geschäftstätigkeit hat sich T-Venture an zahlreichen Technologie-Startups beteiligt. Im Portfolio finden sich Unternehmen wie der Airbnb-Konkurrent 9Flats, die Spieleschmiede Flaregames oder die Lese-App Blinkist. Mit dem Taxi-Dienst Mytaxi hatte die Telekom-Tochter im vergangenen Jahr einen bedeutenden Exit zu vermelden. Bei der Berliner Softwareschmiede 6Wunderkinder war T-Venture lange vor dem Verkauf an Microsoft ausgestiegen. Man habe dennoch einen guten Return erwirtschaftet, verteidigte Höttges im Gespräch die Entscheidung. Allerdings scheint man insgesamt mit den Erträgen nicht zufrieden gewesen zu sein.

In Zukunft will man sich offenbar insbesondere auf die US-amerikanische Westküste fokussieren. „Aus unserer Sicht ist das Silicon Valley keine Region mehr, sondern eine Hochleistungsplattform. Mit DTSI werden wir Startups, die Zugang zu unserem strategischen Kapital wollen, ein agileres und konsistenteres Engagement-Modell anbieten”, lässt sich Vicente Vento zitieren, Chairman des Supervisory Board von T-Venture.

Bild: Deutsche Telekom