Die Teilnehmer des dritten Startup Institute in Berlin

23 Teilnehmer pitchten bei der Talent Expo

Klappe, die Dritte: Am Freitagvormittag lud das Startup Institute zur Talent Expo in den Berliner Bezirk Mitte ein. Nach den ersten beiden Runden im vergangenen Juli und November fand das aus den USA stammende Format damit bereits zum dritten Mal in Berlin statt.

Der Bostoner Accelerator TechStars brachte das Startup Institute 2012 zunächst in Boston auf den Weg. Anschließend folgten Standorte wie Chicago und New York, im Sommer 2014 dann mit Berlin die erste europäische Stadt.

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In einem rund zweimonatigen Programm wurden nun insgesamt 23 Teilnehmern sowohl Soft- als auch Hard-Skills vermittelt, die für den Einstieg in die Startup-Welt besonders wertvoll sind. Im Delivery-Hero-Headquarter hatten die Talente jetzt die Gelegenheit, sich, ihre Interessen und Leidenschaften in jeweils 60-sekündigen Pitches einem Publikum vorzustellen und im besten Fall direkt mit rekrutierenden Unternehmen ins Gespräch zu kommen. So waren unter anderem Vertreter von Home24 und Rheingau Founders vor Ort, um die Talente zu screenen.

Zusätzlich zu den einminütigen Vorstellungsrunden hatten Besucher außerdem die Gelegenheit, einer Panel-Diskussion zu lauschen: Delivery-Hero-CEO Niklas Östberg, iPotentials-COO Martina Weiner, Bloomy-Days-Gründerin Franziska von Hardenberg und Hugo Suidman, Director Startup Institute Berlin waren sich einig: Es seien die Leute, die in einem Business den Unterschied machen. Der Erfolg eines Unternehmenes hänge in großem Maße von den richtigen Mitarbeitern ab.

Attitude wichtiger als Talent

Wie auch im vergangenen Jahr wiesen die Teilnehmer unterschiedlichste Backgrounds auf, sowohl in Hinblick auf die bisher gesammelte Berufserfahrung als auch bezüglich ihrer Herkunft. So fanden unter anderem Startup-Interessierte aus Mexiko, Griechenland, Schweden und Kanada den Weg in die deutsche Hauptstadt und arbeiteten acht Wochen lang mit rund 80 Coaches in den drei Arbeitsbereichen Web Design, Technical Marketing und Web Development zusammen.

Den Lehrenden wird dabei ein Rahmencurriculum aus den USA vorgegeben, das ein bestimmtes Lernziel enthält und den Fokus auf das Aneignen von Soft Skills, kulturellen Aspekten und emotionaler Intelligenz legt. Darin, wie sie den Stoff vermitteln, seien die Coaches, die auch selbst größtenteils aus der Startup-Szene stammen, aber weitestgehend frei.

Für die Teilnahme am Programm müssen die Kandidaten insgesamt drei Bewerbungsrunden durchlaufen, so Hugo Suidman. Die Bewerberzahlen seien im Vergleich zu der letzten Runde erneut angestiegen. Etwa jeder vierte Interessent habe eine Zusage erhalten. Das Durchschnittsalter der Frühlingsprogramm-Teilnehmer sei mit 29 Jahren außerdem höher gewesen als bisher. Die Teilnehmer seien generell reifer als in den bisherigen Runden, sagt Suidman.

Vorab hatten die Veranstalter Fragebogen an relevante Unternehmen geschickt, um in Erfahrung zu bringen, worauf es den Arbeitgebern der Szene bei der Talentsuche besonders ankommt. Aus den Antworten ergab sich, dass Soft Skills für Unternehmen mindestens genau so wichtig wie Hard Skills. Die innere Einstellung sei wichtiger als das Talent, der Wille zu lernen unabdingbar. Leidenschaft für die Marke und das Team seien in der Arbeitswelt genauso wichtig wie der Wille, das Unternehmen an vorderste Stelle zu setzen, fasst Suidman zusammen.

Hugo Suidman (hinten rechts) mit seinen Kolleginnen vom Startup Institute Berlin

Wichtigstes Learning: Ein gutes Netzwerk ist Gold wert

Die 27-jährige Roos aus den Niederlanden bezeichnet das Startup Institute als Komplettpaket: Einem werde hier zum einen das richtige Mindset für eine Karriere in der Startup-Szene beigebracht, andererseits eigne man sich richtige Hard Skills, in ihrem Fall das Coden, an und man bekomme ein großartiges Team zur Seite gestellt.

Vor drei Jahren kam Roos nach Berlin, jobbte zunächst. Beim Startup Institute bewarb sie sich, um Web Design zu lernen. Heute kann sie Websites bauen, die Teilnahme hat sich für sie auf jeden Fall gelohnt. Ob sie nun hier bleiben wird, muss sich noch zeigen. Immerhin hat sie schon einige Gespräche bezüglich möglicher Jobchancen geführt.

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Auch Felix, 28, aus Konstanz konnte bereits im Zuge der regelmäßig stattfindenden Fire-Side-Chats interessante Angebote an Land ziehen. In entspannter Atmosphäre konnten die Kandidaten bei diesen Gelegenheiten in Austausch mit HR-Verantwortlichen treten. Für Felix, der sich wie Roos im Web Design fortbilden wollte, gehört neben seinen verbesserten Coding Skills besonders die Erkenntnis, wie wichtig richtiges Netzwerken ist, zu den Hauptbenefits seiner Teilnahme am Startup Institute.

Diese Ansicht teilt auch Carlos, 34, aus Mexiko: Mit das Wichtigste, das ihm die unterschiedlichen Coaches mitgegeben haben, sei das Wissen darüber, wertvoll Netzwerke sind. Vor seiner Teilnahme arbeitete er dreineinhalb Jahre für das Rocket-Startup Wimdu. Jetzt hat er sich im Web Development ausprobiert. Das Programm, so sagt er, würde er auf jeden Fall weiterempfehlen.

 

Fotos: Adriana Ursache, William Noah Glucroft