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Die Tapdo-Macher Manuel Prätorius, Markus Sudhoff und Ulrich Burgbacher (von links)

Noch Ende Dezember gab sich Gründer Markus Sudhoff selbstbewusst. Der Münsteraner hatte monatelang an einem intelligenten Knopf gearbeitet, der Fingerabdrücke erkennen und ihnen Befehlen zuordnen sollte. Zum Beispiel das Abspielen von Musik auf dem Smartphone oder das Bestellen eines Taxis.

Trotz vielfältiger Konkurrenz – wie das gehypte und VC-finanzierte Hardware-Startup Senic – sagte er damals über sein Startup Tapdo: „Unser Produkt unterscheidet sich wesentlich von allem, was bisher auf dem Markt ist. Tapdo ist ein Schritt weg vom Spielzeug und hin zu einer erwachsenerer Version eines Wearables.“

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Ziel nur mit Aufwand erreicht

Deshalb glaubte Sudhoff auch an die Finanzierung durch die Crowd und startete im März diesen Jahres eine Kampagne auf Kickstarter. Das Fundingziel in Höhe von 45.000 Euro wurde knapp übertroffen, das Team aus Münster könnte also eigentlich zufrieden sein. Ein smarter Button mit Armband war im Rahmen der Kampagne für 99 Euro zu haben. 

Doch im Mai, zwei Tage vor dem Ende der Kampagne, brach Sudhoff das Projekt gemeinsam mit seinen Mitgründern Manuel Prätorius und Ulrich Burgbacher ab. Man habe das Ziel nur mit viel Aufwand erreicht, erzählt der Gründer im Gespräch mit Gründerszene. Das Produkt sei schwierig zu vermarkten gewesen und man habe festgestellt, dass es nicht einfach sei, ein zusätzliches Wearable auf den Markt zu bringen. Denn dieser sei bereits besetzt.

„Wir fühlten uns zwar gut vorbereitet und hätten mit dem vorhandenen Kapital und den Einnahmen bei Kickstarter die Produktion auch starten können“, sagt er. Doch bereits kleinere Probleme oder Verzögerungen in der Produktion hätten wegen des „knappen Budgets“ zu einem finanziellen Engpass geführt. „Damit hätten wir dann auch die Backer mit ins Risiko genommen, was wir unbedingt vermeiden wollten.“ Geld habe Tapdo noch nicht bekommen, da es erst beim erfolgreichen Abschluss der Kampagne von den Unterstützern eingezogen und an das Startup ausgeschüttet worden wäre. 

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Es geht mit der Software weiter

Doch aufgeben will das Startup nicht. Denn das Besondere sei nicht das Wearable, sondern die Software dahinter, sagt der Gründer – und diese will das Team weiterverfolgen. An die Plattform können bereits vorhandene Sensoren angedockt werden, die Fingerabdrücke erkennen. Diese können dann mithilfe der Software nicht nur den Fingerspitzen, sondern auch anderen Bereichen der Finger Befehle zuordnen. 

In den vergangenen Monaten berichteten neben Gründerszene auch der IT-Nachrichtendienst Heise oder Computer Bild über die Technik. Andere Smart Buttons können meist drei Befehle speichern, die dann mit einem Klick, Doppelklick oder langem Drücken ausgelöst werden. Bei Tapdo können etwa pro Hand 26 Befehle gespeichert werden.

„Wir hatten uns das auch anders vorgestellt“, sagt Sudhoff über sein Startup. Aber: „Für die Technologie dahinter ist viel Begeisterung da.“ Nun will Tapdo also ins B2B-Geschäft einsteigen und die Software hinter dem smarten Knopf auf den Markt bringen. So könne die Funktion Sudhoff zufolge zum Beispiel in der Automobil-oder Smartwatches-Industrie eingebaut werden.

Bild: Tapdo; Hinweis: Der Artikel wurde um das Statement zum Markt ergänzt.