Nina Geiss

TaylorTalents-Gründerin Nina Geiss ist auch die Chefin ihrer eigenen Digital-Agentur.

Schon mal von einem Münzprüfer gehört? Wahrscheinlich nicht. Es gibt sie aber: Martin Trott etwa, der neben seinem eigentlichen Job Schmuck oder Münzen (am liebsten aus China) auf Bestandteile von Gold, Silber und anderen Elementen untersucht. Kostenpunkt für die einstündige Analyse von Omas Erbstück: 25 Euro.

Trott ist einer von insgesamt etwa 100 Menschen, die auf der im Mai gestarteten Plattform TaylorTalents ihre Dienste anbieten. Das Besondere: Mini-Dienstleister stellen sich hier in Video-Porträts vor. Das können eigene Videos sein, auf Wunsch übernimmt TaylorTalents die Video-Produktion – für knapp 380 Euro.

Fitness-Trainer, Stadtführer oder Bauchtänzer zahlen für die Vermarktung über die Plattform zwischen zehn und 30 Euro im Monat – je nachdem, ob das eigene Profil SEO-optimiert sein soll oder ob ein Nutzer in verschiedenen Videos unterschiedliche Dienste anbieten möchte. Über TaylorTalents werden ausschließlich Termine gebucht, die Zahlung findet nicht über die Plattform statt. Selbstständige Anbieter müssen also weiterhin Rechnungen schreiben.

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TaylorTalents-Gründerin Nina Geiss sagt, es werde darauf geachtet, wer auf die Plattform komme. Das Angebot richte sich auch nach der Nachfrage. Daher sollen in Zukunft verstärkt Handwerker geworben werden, handfeste Talente. Bislang bieten vor allem Künstler ihr Können an.

Schräge Persönlichkeiten und viele Menschen mit hippen Hobbys und Berufen: „Berlin ist die perfekte Stadt, um mit so einem Projekt anzufangen“, sagt Geiss. Hier möchte sie auch erstmal bleiben, spätestens in einem Jahr dann in zwei, vielleicht drei zusätzlichen Großstädten vertreten sein. Vorher soll eine App an den Start gehen, über die sich direkt eigene Video-Botschaften aufnehmen – und mit wenig Aufwand schneiden lassen.

Geiss ist auch Geschäftsführerin ihrer Digital-Agentur TaylorFlynn. Personell gab es vor allem am Anfang Unterstützung vom Agenturpersonal – inzwischen kümmert sich ein eigenes Team von rund zehn Leuten ausschließlich um TaylorTalents.

So sieht übrigens das Video-Porträt eines Münzprüfers aus:

Bild: TaylorTalents