Tech Meetup

Von Hammer-Posts und Video-Memes

Keine Ahnung, wie man mit einer Spaß-Video-App Geld verdienen soll? Ist auch nicht wichtig, denn beim Berliner Tech Meetup geht es nicht ums Geschäftsmodell – wer trotzdem danach fragt, bekommt das Mikro aus der Hand genommen, versprechen die Initiatoren Gabriel Matuschka und Florian Hübner. Das ist tatsächlich sehr erfrischend. Und viele Erfolgsgeschichten haben ohne einen durchkalkulierten Finanzplan begonnen.

Anzeige
Knackig kurz sind die einzelnen Vorstellungen bemessen: fünf Minuten Präsentation, fünf Minuten für (technische) Fragen. Den Anfang macht am gestrigen Donnerstag Zeplin.io. Das Team kommt vom Startupbootcamp in Istanbul und will eine Brücke zwischen Designern und Entwicklern bilden. Dafür sollen grafische Anforderungen direkt mit dem Quellcode abgeglichen werden können, sagen die Gründer.

Dann präsentiert sich Rivalfox. Der Name legt nahe: Es geht darum, die Wettbewerber zu beobachten. Dazu sammelt das Berliner Startup Social-Media-Signale. Viele davon. Wieso hat der Konkurrent mehr Engagement? Lag es an einem Hammer-Post oder an mehreren? Und lohnt sich Twitter überhaupt? Die Macher versprechen, dass sich solche Fragen beantworten lassen.

Energiegeladen zeigt sich die Rezept-Video-App Kitchenstories. Ein Soundcloud für Rezepte wollen Mengting Gao und Verena Hubertz aufbauen – bislang ohne externes Geld. Woran man derzeit werkle? An der Skalierung, dazu wolle man vor allem die eigene IT ausgebauen. Ob dann bald auch die Nutzer eigene Koch-Videos hochladen können? Kitchenstories stellt es in Aussicht.

Noch mal Bewegtbild: Die Produktseiten von Online-Shops wie Asos oder Zalando will Videoly informativer machen. Clever: Das Browser-Plugin bindet dazu Produktrezensionen von Youtube ein. Noch ist alles Beta. Wie hoch die „Trefferquote“ sei, auch das richtige Video zum Produkt anzuzeigen? Die liege bei 50 Prozent, sagen die Macher.

Anzeige
Gerade im Berliner Startupbootcamp ist das estnische Startup coModule. Das fünfköpfige Team will Elektrorädern schlauere Batterien verpassen, damit die Nutzer nicht auf der Hälfte des Weges ohne Strom stehen bleiben. Auch eine auf E-Bikes ausgerichtete Navigation ist möglich. Dargestellt wird alles per Smartphone-App. Die ist auch sozial, das darf im Jahr 2014 nicht fehlen. Ob man das auch nachrüsten könne, fragt das Publikum. Die coModule-Macher wollen darüber nachdenken, versprechen sie.

Die Antwort auf die Frage, was zukünftig als Nachfolger von Memes das Social-Media-Leben bunter macht, könnte vielleicht Dubsmash gefunden haben: Man nehme einen Soundschnipsel, spreche den Text vor der Kamera nach, die App schneidet beides zusammen. Seit zwölf Tagen erst gibt es das Projekt. Was daraus einmal werden soll? Das wissen die Macher noch nicht. Ob Messenger oder App mit Zusatzengeboten – im Publikum ist man sich zumindest sicher, dass Dubsmash der große Hit im Karaoke-Land Korea sein wird.

Hier einige Impressionen vom gestrigen Berliner Tech-Meetup:

Zur Galerie

Eindrücke vom Berliner Tech Meetup Oktober 2014

Bild: Gründerszene