Schlechte Verarbeitung und ein „crappy Layout“, schreibt ein Reicher über Ferraris.

Mit Mitte zwanzig bekam er 15 Millionen Dollar für sein Tech-Startup. Und doch beschreibt der Inder Safal Jot Singh ein Leben voller Probleme. So verrückt es klingen mag, auch andere reiche Menschen klagen über ihr Leben, das voller Missgunst und Isolation ist.

Mehr als ein Jahr lang schilderten sie in dem sozialen Netzwerk Quora ihr Dasein, und beantworteten die Frage: „What is the biggest surprise about getting rich?“ Die 51 Antworten bewegen die Nutzer des Netzwerkes noch Monate nach ihrer Veröffentlichung.

Das Thema, was Geld mit den Menschen macht, beschäftigt das Netz häufiger. Erst vor wenigen Woche sorgten ein paar Tweets von Markus Persson für Aufregung. Der schwedische Entwickler soll über ein Vermögen von 1,3 Milliarden Dollar verfügen, seit er sein Spiel Minecraft an Microsoft verkauft hat. Aus einem Ibiza-Urlaub mit Freunden twitterte er sich den Frust von der Seele. Das klang etwa so:

 

 

In den Quora-Posts mit insgesamt einer Million Views klingen ähnliche Probleme an:

„Since most people imagine being rich as nirvana, you are no longer allowed to have any human needs or frustrations in the public eye. Yet, you are still a human being, but most people don’t treat you like one.“

So beschreibt etwa Safal Jot Singh seine Gefühle. Er schildert, wie schwer es sei, zwischen den Menschen zu unterscheiden: Finden sie ihn wirklich nett, oder wollen sie nur an sein Geld? Und in der Familie gehen die Probleme weiter. Sie hätten unrealistische Erwartungen an seine Geschenke. Wenn er diese Erwartungen nicht erfülle, seien sie enttäuscht von ihm. „Wenn man diese Punkte zusammennimmt, kannst du eine Art der Isolation spüren.“ Weiter schreibt er:

„You sometimes lay awake at night, wondering if you made the right investment decisions, whether it might all go away. You know that feeling standing on a tall building, the feeling you might lose your mind and jump? Sometimes you’re worried that you might lose your mind and spend it all.“

Der neue Audi und das Essen im Edel-Restaurant – alles Dinge, an die sich der junge Millionär schnell gewöhnt habe. Die Gegenstände hätten ihren Reiz verloren, weil er sie sich leisten konnte. Und mit dem Reichtum stiegen auch die Ansprüche, er habe sich schnell nach Neuem umgeschaut, nach dem nächsten Level des Konsums.

„Most people hold the illusion that if only they had more money, their life would be better and they would be happier. Then they get rich, and that doesn’t happen, and it can throw them into a serious life crisis.“

Nach Glück hören sich die Ausführungen des Millionärs nicht an. Ähnliche Schilderungen fügen andere Gründer auf Quora hinzu. So berichtet ein anonymer Nutzer, wie ihn der Reichtum vereinsamen ließ. 30 Millionen Dollar habe er mit seinem Tech-Unternehmen verdient. Über Probleme hätte er sich seitdem nicht mehr beschweren können, außer in einem kleinen Kreis der reichen Freunde.

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Auch auf den Neid innerhalb des Freundeskreis kommen die Millionäre immer wieder zu sprechen. Ein weiterer anonymer User, ebenfalls aus der Tech-Branche, rät deswegen anderen Millionären, ihren Reichtum zu verbergen. Oft habe er von den Kollegen einen Unterton des Neids gehört.

Bei dem ganzen Selbstmitleid wird es manchem Reichen dann doch zu viel. Und so kommentiert Bob Cory:

„Having now read all of the other answers to this question, I am a little shocked at the general tone of depression. Sure, it can be isolating and cause all sorts of problems but the solution is in your own cheque book guys! So, let me come right out and say it: ‘it sure beats being poor‘.“

Bild: NamensnennungWeitergabe unter gleichen Bedingungen Bestimmte Rechte vorbehalten von Tom Wolf | Photography