Die wichtigsten Tech- und Startup-News der Nacht

An Tag zwei der Konferenz TechCrunch Disrupt in San Francisco kamen vor allem die VCs zu Wort. Zeitgleich stellte Apple zwei neue iPhones vor: die Billig-Variante in verschiedenen Ausführungen – das iPhone 5C – sowie das leistungsstarke iPhone 5S (in gold). [mehr dazu bei Engadget]

Eine Milliarde für Greylock Partners

Die VCs Reid Hoffmann und David Sze von Greylock Partners kamen mit Nachrichten auf die Bühne: Die Firma hat in einem neuen Fund insgesamt eine Milliarde US-Dollar gesammelt. Das Geld wollen die beiden vorrangig in Early Stage-Startups investieren. Großes Interesse haben die Investoren am Enterprise Sektor und sogenannte „Many Anys“ – Sharing-Portale und Marktplätze. Bisher war Greylock laut Sze besonders mit Unternehmen „in der Mitte, bei denen nicht ganz klar ist, in welche Richtung es gehen wird“, erfolgreich.

Sequoia lässt arbeiten

„Gar nichts tun“ hat Sequoia Partners in der Vergangenheit viel Geld eingebracht, verriet Manager Doug Leone am Dienstag das Geheimrezept der Venture Capital-Firma. Das Enterprise Startup „Meraki“ verkauften die Kapitalgeber im vergangenen Jahr um 1,2 Milliarden US-Dollar an Cisco, Sequoia kassierte davon 400 Millionen Dollar. „Wir haben uns nur zurückgelehnt und Meraki ihr Ding durchziehen lassen“, meint Leone. Der VC blickt derzeit verstärkt auf Enterprise- und Software as a Service-Unternehmen. Zu seinen Mitbewerbern meinte Leone, Greylock, Andreessen Horowitz, Kleiner Perkins und Lightspeed zählen zu den „guten Leuten.“

Innovation noch vorhanden

Unternehmer in Silicon Valley sind immer noch risikofreudig, war sich das Panel „Investor Perspective“ mit Aileen Lee (Kleiner Perkins), John Lilly (Greylock Partners), Bryan Schreier (Sequoia Capital) und Mike Volpi (Index Ventures) einig. Als Aufgabe der VCs sieht Volpi, „die richtigen Metriken für die Startups zu finden“, um diese zu bewerten. Hier gebe es aktuell Verbesserungspotenzial. Lee von Kleiner Perkins ist ein „Fan von Zusatzservices. Wir bieten unseren Startups zum Beispiel Hilfe bei Recruiting.“ Die Annahme, dass die Innovationsfreude im Valley nachlässt, kann Sequoias Schreier nicht nachvollziehen: „Es gibt noch viele innovative Unternehmen hier, es wird nur immer schwerer, diese zu finden.“

Bitcoin: Zukunft ungewiss

Eine heiße Ware für Silicon Valley-Investoren sind aktuell virtuelle Währungen wie Bitcoin. „Wir haben vor zwei Jahren angefangen, über eine Exchange-Plattform Bitcoin zu kaufen“, erzählten die Winklevoss-Zwillinge Cameron und Tyler am Panel. Seither haben die beiden laut eigenen Angaben gutes Geld gemacht. Wieviel, verrieten sie allerdings nicht. AngelList-Gründer Naval Ravikant gab zu bedenken, dass heute noch niemand abschätzen könne, wie die Währung in Zukunft genutzt wird. „So war es auch in den Anfängen der Email-Kommunikation. Es ist schwer zu sagen, wann die Gesellschaft virtuelle Währungen als Zahlungsmittel annimmt – in zwei Jahren, in 20 oder 200 Jahren?“ Ausschlaggebend dafür werden Ravikant zufolge Regulierungen und Sicherheit sein.

Google verabschiedet sich von Passwort-Ära

„Passwörter sind tot“, betonte Heather Adkins, Leiterin des Google Security Teams, auf der Disrupt. Jedes Startup, das noch auf Standard-Passwort-Verifikation setzt, sollte sich einen neuen Weg überlegen. Der Suchmaschinenkonzern arbeitet laut Adkins bereits an einer zwei Stufen-Verifikation, die die Passwort-Eingabe ablösen soll. Darüber, wie dieses Verfahren funktionieren wird, gab die Sicherheits-Chefin noch keine Auskunft.

CrowdTilt wird mobil, Kickstarter expandiert

Die Crowdfunding-Plattform CrowdTilt kündigte im Rahmen der TechCrunch Disrupt den Launch einer Mobile App an. Mit der Anwendung können User unterwegs am Mobil-Gerät neue Kampagnen anlegen und starten – wie Gründer James Beshera behauptet, eine Neuheit.

Konkurrent Kickstarter gab am Dienstag bekannt, zu expandieren: Das Portal „soll in naher Zukunft“ in Australien und Neuseeland verfügbar sein.

Salesforce-CEO will Bill Gates zurück

Marc Benioff, Geschäftsführer des CRM-Riesen Salesforce, nutzte seine Zeit auf der Bühne, um nicht über sein Unternehmen, sondern Steve Jobs und Bill Gates zu sprechen. Salesforce sei ohne den Apple-Gründer nicht möglich gewesen, lobt er. Benioff holte sich mehr als einmal Rat von dem Visionär. Eine weitere wichtige Figur in der Tech-Branche sei Bill Gates. Microsoft sei nur zu retten, wenn der Gründer wieder an seinen Chefposten zurückkehrt.

Bild: Namensnennung Bestimmte Rechte vorbehalten von TechCrunch

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