Canvas-Venture-Mitgründerin und Partnerin Rebecca Lynn

Canvas-Venture-Mitgründerin und Partnerin Rebecca Lynn

Das Jahr geht schnell zu Ende. Investoren nutzen die verbleibende Zeit gern für ihr Lieblingsspiel: das Vorhersage-Roulette. Welche Technologietrends werden 2018 richtig durch die Decke gehen?

„Ich glaube, dass der Gesundheitssektor deutlich wichtiger werden wird“, sagt Felicis-Venture-Gründungspartner Aydin Senkut, der unter anderem in das deutsche Drohnen-Startup Dedrone investiert ist, am Dienstag bei der Venture-Capital-Konferenz PreMoney in SanFrancisco. „Darauf konzentrieren wir uns sehr, gerade die mentale Gesundheit ist ein Thema, das uns alle angeht.“

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Canvas-Venture-Gründerin Rebecca Lynn widerspricht: „So sehr ich mir das wünsche, glaube ich nicht, dass Health schon bald so spannend für Investoren wird. In dem Bereich besteht immer das Problem: Wer zahlt für die Leistung?“ Auch müssten Startups noch progressivere Entwicklungen vorweisen können, um VCs zu überzeugen.

Einig sind sich beide Partner dafür bei den Industrien, die uninteressant geworden sind: „Konsumenten- und Social-Themen sind durch“, so Senkut. Auch bei Marketing- und Ad-Tech sehen er und Lynn wenig Potenzial: Das werde zwischen Google und Facebook ausgetragen. „Da ist keine Luft zum Atmen mehr im Markt“, sagt Senkut.

Bitcoin-Boom kam unerwartet

Den Kryptowährungsboom beobachten beide zurückhaltend. „2017 gab es definitiv mehr Überraschungen als in anderen Jahren“, findet Aydin Senkut. „Wir haben zum Beispiel nicht damit gerechnet, das Bitcoin auf über 11.000 US-Dollar steigt.“ Rebecca Lynn ist sich sicher, dass ICOs reguliert werden. „Denkt nur an Lending Club damals. Sie glaubten auch, sie bräuchten keine Lizenzierung, sie hätten nichts mit Wertpapieren zu tun. Tja, guess what, das habt ihr doch und obendrauf gab es noch eine Sammelklage, die dem Unternehmen sehr geschadet hat.“

Anderen Investoren raten sie, sich auch die Bereiche anzuschauen, die auf den ersten Blick „unsexy“ seien. So könnten sie die Rohdiamanten entdecken – auch außerhalb der USA. Felicis erfolgreichste Beteiligung sei beispielsweise das niederländische Zahlungsunternehmen Adyen.

Bild: 500 Startups