Welche Artikel haben Euch bewegt? Worüber wurde heiß diskutiert? Und welche waren die besten Tweets der Tech-Szene? Ein Überblick:

Mitte der Woche dachten wir: Analysieren wir doch mal die Beziehung zwischen Tesla und den deutschen Autobauern. Denn der US-amerikanische Wunder-Konzern tanzt den Firmen mit seinem E-Auto Tesla S ziemlich auf der Nase herum. Diese Geschichte erregte die Gemüter der Gründerszene: Eine Flut von Kommentaren brach über uns hinein.

Manche von Euch waren wirklich keine Tesla-Fans. So wie Frank Kemper, der schreibt:

„Ehrlich, ich kann’s nicht mehr hören. Wenn ihr alle den Tesla S so toll findet, dann kauft euch doch einen. Wie, nicht genug Geld dafür? Ooops. Wie, keine Garage mit Starkstromanschluss am Objekt? Ooops. Wie, du willst fix und ohne Tankstopp von München nach Nürnberg und zurück? Oops.

Gern wird Tesla in seiner disruptiven Wirkung mit Apple verglichen, aber wer das tut, der weiß nicht, was Disruption ist. Als Apple Anfang der Nullerjahre den iPod auf den Markt brachte, waren sie bald darauf Marktführer und Kassettenrekorder starben innerhalb von drei Wochen aus. Als Apple 2007 das iPhone brachte, zog Google ein Jahr später mit Android nach, und drei Jahre später waren normale Handys Geschichte. Und was ist mit Tesla passiert? Nichts. So viele Autos wie Tesla im Jahr baut, baut BMW in zehn Tagen, und im Gegenteil zu Tesla verdienen sie damit auch noch richtig Geld. […]

Ist es nicht merkwürdig, warum diese vielen Autohersteller, die Jahrzehnte Erfahrung mit der Vermarktung und Produktion von Autos haben, kein Konkurrenzprodukt zum Tesla bauen, obwohl sie es zweifellos könnten? Und, liebe Auto-Journalisten, warum fragt ihr die Chefs dieser Hersteller nicht einfach mal, anstatt ihnen pauschal Dummheit zu unterstellen?“

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Auch Markus Hemmersbach findet: Die deutschen Autobauer würden nicht vorgeführt.

„Was die deutsche Automobilindustrie zur Zeit macht, ist strategisch ziemlich klug, auch wenn es vielleicht unpopulär ist. Sie wartet einfach ab. Das hat für sie zwei Vorteile:

  1. Sie kann weitere Neuerungen im Bereich der konventionellen Antriebe in den Markt einführen. Diese Entwicklungen haben Geld gekostet, das man durch eine gewisse Stückzahl natürlich erst einmal verdienen möchte. Auch wenn dies häufig aus der Sicht der Umwelt als nicht ausreichend aufgefasst wird, gibt es im Bereich der konventionellen Antriebe weiterhin Potentiale, die noch nicht ausgeschöpft sind.
  2. Sie gewinnt Zeit, um Trends zu bewerten und im Hintergrund Entwicklungsarbeit zu leisten. Es ist für mich verständlich, dass mehr als 100 Jahre Entwicklungszeit im Bereich der Verbrennungsmotoren nicht innerhalb weniger Jahre aufzuholen ist. Die Entwicklung von großserientauglichen Antriebssträngen, die wirtschaftlich produziert, verbaut und eingesetzt werden können wird noch eine Weile dauern.

Was Tesla hingegen macht ist relativ einfach. Sie bauen Fahrzeuge, die ansprechend aussehen und ihrem Besitzer einen gewissen „Imagegewinn“ verleihen. Dieses Prinzip der Vermarktung ist so alt wie das Auto selbst.
Die technologische Innovation des Antriebsstranges sowie des gesamten Fahrzeugs ist verglichen mit der öffentlichen Wahrnehmung eines Teslas verhältnismäßig gering. Forschungs- und Entwicklungsarbeit wird von Tesla nur in sehr geringem Maße betrieben. Inwiefern diese technische Ausrichtung der Fahrzeuge auch langfristig bestand haben wird, bleibt abzuwarten. […]“

Und auch Nash_12 nimmt die Deutschen in Schutz:

„Vielleicht wollen die deutschen Autobauer auch einfach kein neues Modell auf den Markt bringen.

  1. Ein Elektrofahrzeug würde den Absatz durch konventionelle Antriebstechnologien kannibalisieren. (Hier sind sicherlich noch nicht alle Investitionen amortisiert). Wieso also auf eine neue Technologische S-Kurve springen, wenn man bei der herkömmlichen noch Gewinne abschöpfen kann?
  2. Wenn es zum Umschwung auf diese neue Technologie kommt, sollte man sich vor Augen führen, was das für die Automobilindustrie und den Wirtschaftsstandort Deutschland bedeutet. Diese disruptive Innovation hat nicht nur Auswirkungen auf die Angestellten in der Automobilindustrie, aber auch auf angrenzende: Reparaturwerkstätten oder Tankstellen werden auch von der geringen Wartungsintensität der Elektromobilität getroffen werden.

Es wird sicher auch von der Politik auf die Bremse getreten… Nur zwei von vielen Gründen die mir spontan einfallen, warum ein Umschwung auf die neue Technologie noch zu früh ist für deutsche Hersteller. […]“

Mario Herger hingegen ist ein Fan:

„Toller Artikel. Ich lebe seit 14 Jahren im Silicon Valley und kann nur uneingeschränkt zustimmen. In mehreren Postleitzahlbereichen in den USA verkauft Tesla mehr Fahrzeuge als Porsche mit allen Modellen. Teilweise hat Tesla 15 Prozent Marktanteil in manchen Bezirken. Und beim Elektroauto hört es nicht auf. Autonome Fahrzeuge sind die nächste Ecke, wo die deutschen Hersteller nichts entgegenzusetzen haben. Gerade gestern habe ich zum ersten Mal in Mountain View eines der selbstfahrenden Mini-Cars von Google gesehen. Mercedes F018? Das ist mehr Schein als Sein. Gerade mal Audi kommt Google noch nahe.“

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Der nächste Aufreger in dieser Woche: JerkTech. Say what? Der Begriff wurde von TechCrunch-Autor Josh Constine geprägt, als er in einem Text über den Reservierungsdienst ReservationHop und die Park-App Monkey Parking schrieb. Beide Geschäftsmodelle seien verabscheuungswürdig, so Constine, weil sie ein öffentlich frei verfügbares Gut zu Geld machten. Viele von Euch fanden die Idee der drei Jungs hinter Buergeramt-termine.de ebenso unangebracht. Das Konzept des Startups: Bürgeramt-Termine gegen Geld vermitteln. Aber: So manch einer fand’s auch gut: NMH zum Beispiel. Er schreibt:

„So nach kurzem Check: Tolle Sache! Die Terminbuchung über die Seite des Bürgeramtes ist technisch gesehen ein Witz. Nun habe ich natürlich die Möglichkeit, einen Termin in zehn Wochen zu reservieren oder zweimal am Tag nach freiwerdenden Terminen zu schauen. Oder ich beauftrage eben einen Dienstleister genau das für mich zu tun. Und damit lande ich hier beim Terminbuchungsportal. Im Grunde macht das Portal nichts anderes, als ich es selber auch (in zeitraubender Arbeit) machen könnte. Ich trage einmal meine Daten ein, die zur Buchung nötig sind und das System packt sie automatisch in die Liste, sobald etwas passendes frei wird. Ob ich dafür zahlen möchte, das ganze lieber selber mache oder zehn Wochen warte, ist meine Entscheidung. […] Was das Portal zeigt:

  1. es gibt zu wenige Termine in den Bürgerämtern.
  2. die Verwaltung der Termine ist nicht effizient

[…]Meines Erachtens also eine super Sache, die es hoffentlich in ein paar Monaten schon nicht mehr gibt, weil das Amt dann selber mit einer besseren Online-Lösung nachgezogen hat.“

Schließlich wurden die Pläne von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) kritisiert: Er will den Verkauf von Anteilen an Startups höher besteuern. Einige Szene-Köpfe meldeten sich auf Twitter:

Damit ist doch noch nicht alles gesagt, oder? Was hat Euch diese Woche bewegt, genervt, begeistert? Verratet es uns in den Kommentaren!