Im Mai beschloss das Bundeskabinett, dass jeder Verbraucher beim Kauf eines Elektroautos eine Prämie von bis zu 4000 Euro erhalte. 1,2 Milliarden Euro soll in den nächsten Jahren dafür bereit gestellt werden. Die Kosten werden Bund und Autokonzerne tragen. Während die deutschen Autohersteller BMW, Daimler und Volkswagen mitspielen, hat Tesla nun seinen Ärger über die Subvention Luft gemacht.

„Grundsätzlich begrüßen wir den Schritt mit der Kaufprämie für E-Autos“, sagte Georg Bauer, Tesla-Manager in Deutschland gegenüber der Wirtschaftswoche. „Aber wir sind auch enttäuscht. Tesla ist der Pionier bei der Elektromobilität und wird bei der jetzigen Förderung durch eine nicht nachvollziehbare Preisgrenze außen vor gelassen.“

Erstes Problem: Die bereits erhältliche E-Luxusklasse Modell S kostet 88.000 Euro Listenpreis. Dem Wirtschaftsministerium zufolge liege die Grenze für die Förderung allerdings bei 60.000 Euro Netto-Listenpreis, was etwa 72.000 Euro brutto entspricht. Die Mehrkosten, die man für eine Modell S berappen muss, katapultieren Tesla damit aus der Subvention.

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Zweites Problem: Die deutschen Subventionen sind zwar nicht zeitlich begrenzt, jedoch auf 1,2 Milliarden Euro beschränkt. Das günstigere Model 3, das 31.000 Euro kosten soll, wird voraussichtlich trotz kürzlicher Kapitalerhöhung erst Ende 2017 die Marktreife in den USA erreichen. In Deutschland wird sie wahrscheinlich erst 2018 erhältlich sein. Bis dahin wird aber wohl nicht mehr allzu viel im Topf sein, um sich einen Tesla mit Fördergeldern zu leisten – je nachdem, wie gut die Förderung von den Verbrauchern angenommen wird.

Tesla-Manager spricht deshalb schon von einer „Tesla-Klausel“, die einer Verschwörung deutscher Autobauer gegen Tesla gleichkomme, wie die Wirtschaftswoche berichtet. Zwar habe sich Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) im vergangenen Jahr mit Tesla-Chef Elon Musk getroffen, um den US-Autohersteller bei der Gestaltung der Förderung einzubeziehen, doch habe es nachträglich noch Änderungen durch die hiesige Industrie gegeben. Den deutschen Autoherstellern sei deutlich mehr Aufmerksamkeit gewidmet worden, beklagt Bauer.

Bild: Getty Images /  Sean Gallup