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Steckt Elon Musk hinter dem gestoppten Auftrag?

100 Millionen Euro – so viel war der Auftrag für Achsgetriebepumpen über fünf Jahre wert. Doch die Bestellungen für den schwäbischen Automobilzulieferer SHW sind futsch, die Pumpen storniert. Der Auftraggeber soll der „weltweit führende Hersteller rein elektrischer Fahrzeuge“ gewesen sein, verkündete das Unternehmen noch im September 2016. Dabei könne es sich wohl nur um Tesla und die Produktion des Model 3 handeln, spekuliert jetzt die Wirtschaftswoche. Gegenüber Gründerszene will SHW die Meldung weder bestätigen noch dementieren. Die Wirtschaftswoche wittert hinter der Stornierung nicht weniger als einen politischen Skandal.

Sind Trumps Zoll-Pläne der Grund?

Denn Teslas Chef Elon Musk gehört bekanntlich zum engsten Beraterstab von US-Präsident Donald Trump. Und der drohte deutschen Autobauern erst kürzlich mit Strafzöllen, sollten sie ihre Produktion nicht wieder stärker in den USA aufbauen. Auch Bauteile aus dem Ausland könnten nach den Plänen Trumps mit hohen Importzöllen belegt werden. Sollte der US-Präsident seine Drohungen wahr machen, würden wohl auch schwäbische Achsgetriebepumpen in den USA künftig deutlich teurer werden. Ob Elon Musk mit seinem prominenten Zugang zum Weißen Haus hier schon mehr als die Konkurrenz weiß und deswegen Verträge kündigte? Kommentieren will Tesla den Bericht jedenfalls nicht.

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Die offiziellen Gründe für die Stornierung sollen „technische Probleme“ beim Einsatz der Pumpen sein, so SHW. Doch der Zulieferer widerspricht und prüft rechtliche Schritte gegen die Entscheidung. Falls die Mutmaßungen der Wirtschaftswoche korrekt sind, könnte die Stornierung ein erstes Anzeichen eines ausgewachsenen Handelskonflikts zwischen den USA und der EU sein. Oder wie die Wirtschaftswoche schreibt: „der Anfang eines Albtraums für deutsche Exporteure“. Bisher sind das jedoch nur Spekulationen.

Bild: Getty / The Washington Post