So hört sich die Zukunft des E-Commerce an: die Lieferung innerhalb einer Stunde. Das verspricht Amazon mit seinem Angebot Prime Now. Zum heutigen Start hat der Liefergigant 20.000 Produkte im Angebot. Schon bald sollen es mehr sein, sagte Amazon-Chef Ralf Kleber der Deutschen Presse Agentur. Es gibt bereits Getränke, Tiefkühlkost und Obst – aber auch Bücher und Elektronik. Wir sind gespannt, wie unkompliziert und schnell das wirklich funktioniert.

Unser Live-Test ist jetzt vorbei. Hier seht ihr, was passiert ist:

11:04 Uhr: Start der Bestellung

Für die Mittagspause wollen wir uns mit einem Radler belohnen. Der Sechser-Träger kostet 3,79 Euro. Außerdem bestellt eine Kollegin das Kochbuch von Deliciously Ella. Ich bin heute Abend auf einer Veranstaltung – und brauche noch einen Rasierer. Alles zusammen kostet 43,56.

11:07 Uhr: Die Bestellung ist abgeschickt. Jetzt heißt es: Go Go Go

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11:10 Uhr:

Übrigens: Für die Kunden von Amazon Prime kostet die schnelle Lieferung 6,99 Euro zusätzlich. Wer sich zwei Stunden geduldet, muss nichts zusätzlich bezahlen. Wir haben keine Geduld und legen die knapp sieben Euro drauf.

11:14 Uhr: Diese Strecke gilt es für den Kurier zu überwinden:

11:16 Uhr: Wir fragen uns, ob unser Bier wohl per Drohne kommt:

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11:18 Uhr: Amazon teilt uns mit, dass Patrick sich bereits auf den Weg zu uns macht.

Über das Logistikzentrum von Amazon gab es bereits viele Spekulationen. Wie man auf der Karte sieht, ist es tatsächlich am Ku’damm.

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In Berlin geht es los: Von einem neuen Standort aus sollen Kunden binnen zwei Stunden ihre Pakete bekommen. Die Logistikbranche ist nervös, aber kooperativ.

11:25 Uhr:  Ob Patrick mit so einem Lastenfahrrad zu uns kommt?

Die Fahrräder sehen zumindest auf dem Presse-Foto ziemlich cool aus. Das Medienecho zum Start ist übrigens groß.

 

11:29 Uhr: Es gibt auch erste Fans

 

11:31 Uhr: Hier in Berlin ist es 23 Grad warm. Wir haben Mitleid #SorryPatrick.

Ob das Bier wohl kalt ist?

11:33 Uhr Soon…

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11:35 Uhr: Patrick hat sich mit der Ware auf den Weg gemacht – und fährt gerade am Tiergarten vorbei.

11:37 Uhr: Es ist Halbzeit. Patrick hat die Hälfte der Strecke hinter sich.

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11:44 Uhr: Patrick ist am Potsdamer Platz

11:47 Uhr: Der Countdown geht los – noch 20 Minuten

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11:52 Uhr: Patrick ist gerade an der Friedrichstraße – das sagt zumindest die App.

11:54 Uhr: Es ist so spannend…

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11:55 Uhr: Wow – er ist gleich da

11:58 Uhr: Patrick ist angekommen.

Er hat die Lieferung innerhalb von 50 Minuten gebracht. Allerdings nicht mit einem fancy Fahrrad, sondern mit einem kleinen Mercedes-Lieferwagen. Das ist nicht besonders umweltfreundlich.

11:59 Uhr: Patrick hat seine Lieferung übergeben und eilt weiter.

12:07: So sieht unsere Lieferung aus. Wir sind begeistert.

Der einzige Wermutstropfen: Das Bier ist nicht kalt.

Unser Fazit:
Der neue Service von Amazon funktioniert einwandfrei. Als Prime-Kunde werde ich das Angebot öfter in Anspruch nehmen – und einfach die zwei Stunden Wartezeit in Kauf nehmen. Dadurch spare ich mir die Liefergebühr von 6,99 Euro. Besonders praktisch: In der App kann ich eingeben, in welchem Zeitfenster die Lieferung kommen soll. So vermeide ich, dass mein Paket bei einem weit entfernten Kiosk abgegeben wird, weil ich nicht zuhause bin.

Leider ist Patrick nicht mit dem Fahrrad gekommen – wie Amazon es auf seinen Pressefotos suggeriert. Jetzt hat er mit dem Auto extra meine Lieferung ausgefahren. Nicht sonderlich umweltfreundlich. Mal schauen, wer die Lieferung das nächste Mal bringt.

Update:

Amazon hat sich bei uns gemeldet und betont, dass es auch gekühltes Bier im Angebot gibt. Die Auswahl ist laut App allerdings noch nicht sonderlich groß. Bei uns steht das Bier jetzt im Kühlschrank.

Bilder: Georg Räth/Gründerszene