Weitermachen – Titelseite des European aus dem Jahr 2013

Neues von The European: Das Debattenmagazin wird weiter existieren. Unter dem Dach der Weimer Media Gruppe, mit Gründer Alexander Görlach, aber ohne die bisherige Redaktion. Ende Juli dieses Jahres hatte das Berliner Medien-Startup bekanntgegeben, dass der Hauptgesellschafter, die Kulmbacher Börsenmedien AG von Unternehmer Bernd Förtsch, überraschend seine Investitionszusagen zurückgezogen habe. Allen Mitarbeitern musste die Kündigung ausgesprochen werden.

Nun geht es beim neuen Eigentümer weiter. Görlach und Wolfram Weimer kennen sich aus ihrer gemeinsamen Zeit beim Magazin Cicero, das Weimer gegründet hat und wo Görlach zunächst als Redaktionsleiter arbeitete. „Wir haben einen so genannten Asset-Deal gemacht“, erklärt der European-Gründer gegenüber Meedia. Marke und Produkt würden dabei übernommen und vom neuen Verlag weitergeführt. Produziert werden sollen die Inhalte zukünftig von der in München ansässigen Redaktion von Weimer Media, er selbst habe die Leitung. Das Debattenmagazin werde in das Verlagsportfolio integriert, zu dem Wirtschaftstitel wie Börse am Sonntag, Wirtschaftskurier oder Fonds Kompakt gehören.

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Für Görlach steht aber erst einmal etwas anderes an: Er werde zunächst für ein Jahr nach Harvard gehen, um dort als Gastwissenschaftler zu forschen. Thema: religiöse Identitäten als Ursache heutiger globaler Konflikte. „Für The European werde ich die Impulse als Chefredakteur und Herausgeber also in den kommenden Monaten von Neuengland aus geben“.

Neben Görlach wechseln den Angaben zufolge auch der Anzeigenleiter und der kaufmännische Geschäftsführer von The European zum neuen Eigentümer. Das Produkt soll wie in der bisherigen Form weitergeführt werden, sowohl als Online- wie auch als Print-Produkt. In diesem Jahr gebe es noch zwei Ausgaben, eine im September und eine im Dezember.

Gewinne hat The European in seiner sechsjährigen Geschichte nicht geschrieben. „Wir hatten immer mal wieder eine schwarze Null, zuletzt auch 700.000 Euro Umsatz“, so Görlach im Meedia-Interview. Vor allem sei das Geschäft von treuen Anzeigenkunden getragen worden. Die Seele des Magazins seien aber die Debatten, bestätigte der European-Gründer unbeirrt.

Bild: Gründerszene