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Theranos-Gründerin Elizabeth Holmes

Der Abstieg des gefallenen Tech-Superstars Elizabeth Holmes und ihrem Bluttest-Unternehmen Theranos geht weiter: Wie Holmes auf dem Unternehmensblog bekannt gibt, entlässt Theranos 340 seiner Mitarbeiter. Das sind etwa 40 Prozent der Belegschaft. Außerdem werden Labore und Wellness-Center geschlossen.

Theranos war einst mit neun Milliarden US-Dollar bewertet, Gründerin Elizabeth Holmes galt lange als jüngste Milliardärin der Welt, hielt sie doch noch knapp die Hälfte der Anteile an ihrem Unternehmen. Im Juni dieses Jahres korrigierte Forbes seine Schätzung des Holmes-Vermögens nach unten: „From $4.5 Billion To Nothing“.

Holmes hatte ihr Startup im Jahr 2003 mit 19 Jahren gegründet. Mehr als 400 Millionen Dollar Risikokapital bekam sie für ihre Mission, Bluttests zu revolutionieren. Bereits ein Tropfen Blut sollte ausreichen, um viele verschiedene Tests vorzunehmen. Gerade Patienten, die Angst vor Spritzen haben, sollte das helfen. Doch es kamen Zweifel auf.

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Das „Wall Street Journal“ berichtete im Oktober 2015, die Tests des Startups würden nicht richtig funktionierten und ungenaue Ergebnisse liefern. Von ehemaligen Mitarbeitern hatte die US-Zeitung erfahren, dass Theranos bis Ende 2014 wenige Untersuchungen mit den eigenen Methoden durchgeführt habe. Stattdessen seien traditionelle Maschinen von Siemens im Einsatz gewesen.

Theranos wies die Vorwürfe zunächst vehement von sich. Im Mai dieses Jahres rief das Startup dann zehntausende ungültige Bluttests zurück. Sie sollen zum Teil zu falschen Behandlungen bei Patienten geführt haben. Gegen Theranos laufen derzeit mehrere Gerichtsverfahren, vor dem Kongress musste das Unternehmen bereits aussagen. Auch wurden Sanktionen ausgesprochen: Holmes darf demnach beispielsweise keine Labore mehr besitzen oder managen.

Das Unternehmen hofft nun, sich durch einen Pivot im August dieses Jahres retten zu können. Statt wie zuvor auf die umstrittenen Edison-Tests zu setzen, hat es das sogenannte „miniLab“ vorgestellt. Mit dem tragbaren Gerät werden kleine Mengen Blut und Urin gesammelt und die Werte in ein zentrales System geladen, um sie weiter analysieren zu können.

Bild: Gilbert Carrasquillo