Elizabeth Holmes wurde mit Theranos zur Tech-Milliardärin

Der Skandal um Tech-Milliardärin Elizabeth Holmes und ihre Firma Theranos, die Bluttests durchführt, weitet sich immer stärker aus. Nachdem im Oktober die ersten Zweifel an der Testmethode von Theranos durch eine Titelgeschichte im Wall Street Journal bekannt wurden, dementierte das Unternehmen zunächst deutlich. Doch dann folgten in regelmäßigen Abständen schlechte Nachrichten über die Firma mit Sitz im Silicon Valley. Alles dreht sich um die Frage, ob die von Theranos entwickelte Technologie überhaupt funktioniert, um die versprochenen Bluttests durchzuführen. Für die, so wirbt Theranos, benötige es deutlich weniger Blut von den Patienten als bei herkömmlichen Tests.

Anfang April legte das Wall Street Journal nach und berichtete, US-Behörden würden Theronos die Laborlizenz entziehen und Gründerin Elizabeth Holmes für mindestens zwei Jahre aus ihrer Firma und dem Laborgeschäft aussperren wollen. Wenige Wochen später folgte die Meldung, die US-Börsenaufsicht und die kalifornische Staatsanwaltschaft würden gegen Theranos ermitteln und prüfen, ob das Unternehmen mit falschen Angaben seine Investoren getäuscht habe. Diesmal bestätigte Theranos die Ermittlungen. Mitte Mai gab Theranos schließlich die Trennung von COO und Firmenpräsident Sunny Balwani bekannt.

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Nun folgte gestern Abend die nächste Schreckensnachricht – wieder veröffentlicht vom Wall Street Journal. Demnach hat das US-Unternehmen tausende Bluttests aus den Jahren 2014 und 2015 für ungültig erklärt – darunter alle Tests aus diesem Zeitraum, die mit dem sogenannten Edison-Verfahren durchgeführt wurden. Allerdings seien auch einige Ergebnisse von traditionellen Labortests falsch gewesen. Das Unternehmen habe schließlich zehntausende korrigierte Testergebnisse an die betroffenen Ärzte und Patienten ausgeteilt.

Theranos hatte mit seinen Edison-Bluttests den Durchbruch erlangt. Für diese Art von Tests müssen die Patienten nur einen Tropfen ihres Blutes abgeben; nicht einmal ein Arztbesuch ist nötig. Nun haben die Tests bei einigen Patienten aber offenbar zu falschen Behandlungen geführt, schreibt das Wall Street Journal. Für Theranos dürfte der Skandal also noch lange nicht vorbei sein.

Bild: Getty Images / Jamie McCarthy