Schauspielerin Jennifer Lawrence und Unternehmerin Elizabeth Holmes (von links)

Seit Monaten geht es für das US-amerikanische Bluttest-Unternehmen Theranos und seine Gründerin Elizabeth Holmes bergab. Die US-Behörde ermitteln gegen die Firma aus dem Silicon Valley, zehntausende Bluttests mussten korrigiert werden.

Nun berichtet das US-Magazin Deadline, die Geschichte von Holmes und ihrem gebeutelten Bluttest-Unternehmen werde verfilmt – und zwar vom „The Big Short“-Direktor Adam McKay. Für seinen 2015 erschienen Film über die Finanzkrise gewann McKay dieses Jahr einen Oscar. Für die Rolle der Gründerin soll die US-Schauspielerin Jennifer Lawrence vorgesehen sein. Laut Variety soll Lawrence den Film gemeinsam mit McKay produzieren, McKay werde dabei Regie führen. Bereits im Film „Joy“ spielte Lawrence eine Unternehmerin. Der Film bekam allerdings schlechte Kritiken.

Mit seiner Produktionsfirma Gary Sanchez Productions sucht Adam McKay laut Deadline ab kommender Woche Geldgeber für den Film. Wann dieser erscheinen soll, ist nicht bekannt.

Anzeige
Kein Wunder, dass das Bluttest-Drama Hollywood auf den Plan ruft. Bis vor wenigen Monaten war die 32-jährige Holmes die erfolgreichste Frau im Silicon Valley. Ihr Unternehmen Theranos, das das amerikanische Gesundheitssystem umkrempeln wollte, wurde mit neun Milliarden US-Dollar bewertet – und machte Holmes zur jüngsten Self-Made-Milliardärin weltweit. Sie hatte das Unternehmen mit gerade einmal 19 Jahren gegründet.

Das Konzept: Bei den von Theranos entwickelten sogenannten Edison-Bluttests müssen die Patienten nur einen Tropfen ihres Blutes abgeben; nicht einmal ein Arztbesuch ist nötig. Das behauptete das Unternehmen zumindest über mehrere Jahre.

Dann kam der Skandal – und mit ihm der tiefe Fall des gehypten Tech-Shootingstars. Wie das Wall Street Journal zuerst aufdeckte, würden die Tests nicht richtig funktionieren – und hätten bei einigen Patienten zu falschen Behandlungen geführt. Theranos musste daraufhin zehntausende Bluttests aus den Jahren 2014 und 2015 für ungültig erklären. Auch die US-Börsenaufsicht und die kalifornische Staatsanwaltschaft ermitteln bereits seit einigen Wochen gegen das Unternehmen. Der Vorwurf: Theranos habe seine Investoren getäuscht.

Während Forbes Holmes noch vor einem Jahr mit 4,5 Milliarden Dollar Vermögen bewertete, hat das US-Magazin seine Einschätzung nun korrigiert. Aufgrund des Skandals und der damit einhergehenden Wertminderung von Theranos von neun Milliarden auf 800 Millionen Dollar ist auch Holmes‘ Vermögen gefallen: auf nichts. Die Gründerin hält zwar 50 Prozent der Anteile an Theranos – aber die Investoren würden zuerst ausgezahlt.

Bild: Gettyimages / Dimitrios Kambouris und Jamie McCarthy