Tickaroo Interview

Die Tickaroo-Gründer Peter Dendl, Naomi Owusu und Andreas Gerauer (v.l.n.r.)

Wer seid Ihr und was macht Ihr?

Tickaroo (www.tickaroo.com) ist eine Liveticker-App für lokale Sportereignisse jeder Art. In der Fußball-Bundesliga ist ein professioneller Liveticker für Vereine und Fans seit langem selbstverständlich. Für Fun- und Amateurteams, Betriebssportgruppen oder Nischensportarten gab es jedoch bisher keine professionelle Möglichkeit, Sport-Livedaten möglichst schnell und einfach ohne Vorkenntnisse zu teilen. Mit Tickaroo ist dies jetzt möglich.

Hinter jedem Erfolg steckt eine Vision. Wie seid Ihr auf Eure Idee gestoßen?

Die Idee zu Tickaroo entstand, als ich für einen lokalen Drittligisten in Zusammenarbeit mit einem Verlagshaus eine Fußball-Applikation umsetzen sollte. Dabei stellte ich fest, dass es keine guten Tools zur Liveberichterstattung für untere Ligen gibt. Aus dieser Erkenntnis heraus entwickelte sich schnell eine umfassende Plattformidee: Tickaroo war geboren. Alle, denen ich davon erzählte, ließen sich schnell von dieser Idee begeistern: Sportberichterstattung für jedermann.

Noch wichtiger als die Idee ist häufig das Team. Wer sind die Gründer, was habt Ihr vorher gemacht und wie habt Ihr zueinander gefunden?

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Wir kommen alle aus Regensburg und kennen uns durch unsere gemeinsame Arbeit in einer großen Agentur für App-Entwicklung, wo wir bereits zahlreiche, reichweitenstarke Sportapplikationen konzipiert und entwickelt haben. Neben unserem Faible für die Konzipierung und Entwicklung von Social-Media-Portalen sowie mobilen Applikationen und unserer außerordentlichen Leidenschaft für User Interface Design, verbindet uns vor allem unsere gemeinsame Leidenschaft für Sport, ob selbst Sport treibend, Fan eines Vereins oder als Eltern sehr sportlicher Kinder.

Ich (Naomi Owusu) bin bei Tickaroo als Geschäftsführerin für Produktstrategie, Marketing und Kommunikation zuständig. Mein Mitgründer Andreas Gerauer ist als CTO für den gesamten technischen Aufbau der Plattform verantwortlich und Dr. Peter Dendl betreut vor allem Werbepartner, Sponsoren, Vereine und Verbände und verwaltet die Finanzen.

Was ist Euer USP gegenüber Liveticker-Portalen wie Sportal.de, Sport1.de oder iLiga?

Tickaroo bietet erstmals eine attraktive Plattform für untere Ligen, Amateurteams und Nischensportarten. Im Unterschied zu anderen Sport-Ticker-Apps ist Tickaroo kein redaktionell geführter Live-Ticker und tritt deshalb nicht in Wettbewerb zu großen Sport Communities. Die anderen Portale sehen wir deshalb eher als potenzielle Kooperationspartner. Mit Tickaroo kann jeder direkt vom Spielfeldrand als Hobby-Reporter mittickern.

Wer nicht vor Ort sein kann, verfolgt die Live-News über die App vom Smartphone oder vom Computer aus. Zudem kann jeder die Inhalte im Tickaroo-Netzwerk weiterteilen, über sein soziales Netzwerk verbreiten und sich somit eine eigene Fanbase aufbauen. Als Verlagslösung bietet Tickaroo zudem relevante, lokale Echtzeit-Infos über aktuelle Spiele, die in die mobile und stationäre Webseite eingebunden werden können. Lokale Vereine können so ihre Reichweite ausweiten.

Zum Business: Wie funktioniert Euer Geschäftsmodell?

Zum einen stellen wir mit Tickaroo die Livedaten-Technologie kostenpflichtig für Medien- und Verlagspartner sowie für Verbände zur Verfügung. Darüber hinaus finanzieren wir uns durch die Entwicklung von mobilen App-Lösungen für Sportmedien, professionelle Liga-Manager für kleinere Verbände sowie Apps für Fußballvereine.

Und wie groß ist das Marktpotenzial?

Sport-Liveticker sind vor allem im Profi-Fußball sehr verbreitet, für Sport-Apps mit Social-Media-Komponente sehen wir aber noch großes Potenzial. Sportvereine sind zudem oft mit dem Problem konfrontiert, Vereinsdaten, Spielerinfos, Teams und Spielpläne aktuell zu halten. Das möchten wir mit unserer Plattform und vor allem mit unseren einfach zu bedienenden mobilen Apps künftig ändern. Wir wollen den Vereinen auch die Möglichkeit geben, für ihre Fans, aber auch für ihre Sponsoren attraktive und intuitive Angebote über Tickaroo anzubieten, von denen alle Parteien profitieren können.

Die Lösungen, die wir mit der Tickaroo-Plattform für Live-Sport-Berichterstattung anbieten, sind weltweit und für alle Sportarten relevant, da Sport ein universelles, internationales Thema ist, das jeden Menschen emotional bindet.

Ideen umzusetzen kostet Geld. Wie finanziert Ihr Euch?

Wir verdienen mit unseren Verlagslösungen und unserem Produkt für kleine Sportverbände bereits Geld und tragen so unsere Kosten ohne Verluste.

Gibt es etwas, das Euch noch fehlt? Ein Mitarbeiter, ein Investor oder ein Büro?

Derzeit suchen wir nach einem strategischen Partner/Investor, mit dem wir unsere Services und unsere Angebote weiter ausbauen und die Produkte internationalisieren können. Zu diesem Zweck möchten wir gerne eine größere Summe in Research & Development der Plattform stecken, um uns vor allem den Themen Videostreaming, Live-Sportvideoproduktion und Sportmarketing zu widmen. Wichtig dabei ist uns, dass der Investor zu uns passt, ddas heißt, dass sich in den Unternehmensstrategien gewisse Synergien ergeben, die in einer langfristigen Zusammenarbeit münden.

Gibt es ein großes Vorbild für Euch?

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Unsere unternehmerischen und technologischen Vorbilder liegen vor allem im Silicon Valley. Dort werden meist nachhaltige Geschäftsmodelle entwickelt, bei denen zuerst die Technologie und die Bedürfnisse der Nutzer im Vordergrund stehen und erst dann das Erlösmodell. In der deutschen Startup-Szene steht oft erst eine Idee im Raum, in welche viel Geld investiert wird, und dann erst wird die Technik dazu umgesetzt und versucht, Nutzer zu generieren. Wir haben eher den Ansatz, zusammen mit unserer Community eine umfassende Plattform zu erschaffen, die nachhaltig funktioniert.

Stellt Euch vor, Ihr könntet ein Lunch gewinnen. Wen würdet ihr aus der deutschen Startup-Branche gerne mit an den Tisch holen?

Zum einen Diedrich „Didi“ Mateschitz, der Mann hinter Red Bull, und Xing-Gründer Lars Hinrichs.

Wo steht Ihr heute in einem Jahr?

Mittlerweile ist es für jede große Marke ein „Must-Have“, auf Facebook und Twitter präsent zu sein. Mit Tickaroo möchten wir diese Rolle im Bereich der Liveticker-Tools einnehmen. Nach dem Beta-Launch der ersten Version von Tickaroo wird die Plattform schrittweise um neue Funktionen und Geschäftsmodelle, wie zum Beispiel Club-Premiumaccounts mit Mehrwertdiensten oder der Möglichkeit für Vereine, Geld über die Plattform zu verdienen, erweitert. Ab Ende 2013 wird Tickaroo auch weltweit vertreten sein.

Bild: Tickaroo