TimeBuzzer

Per USB wird der Buzzer an den Computer angeschlossen

Felix Bopp war schon immer Unternehmer. Direkt nach der Schule machte er sich mit einer IT-Beratung selbständig. Danach entwarf und verkaufte er Computerzubehör, stellte Mode-Accessoires wie Manschettenknöpfe oder Gürtel im Luxussegment her, vermittelte indische Softwareentwickler und entwickelte ein Produktionsverfahren für Carbonglas.

Seine neueste Erfindung: ein Buzzer zum Anfassen, Drehen und Drücken, mit dem die Erfassung der Arbeitszeit Spaß machen soll. Diese Zeit wird dann online gespeichert und ausgewertet. Das sei präziser als die gängigen Softwares oder handschriftliche Notizen, meint Bopp. Der Gründer des „TimeBuzzer“ im Gespräch.

Felix, wie spart man mit deinem Buzzer Zeit und Geld?

Eine unserer Kundinnen betreut selbstständig verschiedene Agentur-Projekte und meinte, dass sie bis zu einer Stunde am Tag mit der Dokumentation ihrer Arbeit beschäftigt ist, also damit, Zeiten und Aufgaben zu notieren. Zudem hatte sie bei größeren Rechnungen häufig das Problem, dass ihre Kunden einen Abschlag wollten, weil diese sich nicht vorstellen konnten, dass sie so viel Arbeitszeit gebraucht hatte. Und wenn man dann eine präzise Zeiterfassung vorweisen kann, dann erleichtert das die Argumentation bei der Nachverhandlung von Rechnungen.

Der Buzzer sieht aus wie ein Puck und leuchtet während der Zeiterfassung

Wie genau funktioniert also dein Buzzer?

Zuerst können verschiedene Ebenen in der Software definiert werden: etwa der Arbeitgeber, die Projekte und die einzelnen Aufgaben. Man setzt sich an den Computer, berührt den Buzzer, wählt durch Drehen des Buzzers den Arbeitgeber aus und bekommt durch weiteres Drücken des Buzzers die Projekte angezeigt. Man wählt das Projekt aus, drückt wieder und kommt zu den einzelnen Arbeitsaufgaben, beispielsweise Webseitendesign. Und wenn man dann drückt, dann läuft die Zeit. Drückt man dann wieder, dann stoppt die Zeit und man kann Notizen vermerken.

Wie kamst du auf diese Idee?

Das war eine spontane Idee. Ein Freund von mir ist Agentur-Chef und war mit seiner Zeiterfassungs-Software unzufrieden. Die Bedienung ist zwar nicht kompliziert, aber die Leute machen es nicht gerne. Also dachte ich mir: Zeiterfassung muss Spaß machen. Meine Kernidee war: Der Mitarbeiter haut zum Feierabend auf den Buzzer – und geht. Das macht Spaß.

Man erfasst mit deinem Gerät allerdings nicht nur den Feierabend, sondern auch viele kleine Pausen. Ist das wirklich etwas, was Mitarbeitern Spaß macht?

Zeiterfassung ist in Firmen ja schon fest integriert. Uns geht es darum, mehr Sinne, mehr Haptik in den Arbeitsalltag zu integrieren.

Und was kostet der TimeBuzzer?

Der Buzzer selbst kostet einmalig 89 Euro. Für unsere Zeiterfassungs-Software bezahlt man zehn Euro im Monat pro Arbeitsplatz. Und wenn man bereits eine Projektmanagementsoftware hat, in der die Zeiten erfasst und ausgewertet werden, dann sind es vier Euro im Monat.

Wie seid ihr denn momentan finanziert?

felix bopp

Felix Bopp hat TimeBuzzer erfunden

Wir sind komplett aus Eigenmitteln finanziert, also gebootstrapt, weil wir im Team bereits alle Kompetenzen haben. Es gibt immer wieder Gespräche mit Investoren, aber das Geld brauchen wir nicht dringend.

Ihr befindet euch derzeit in einer Testphase und geht 2017 an den Markt. Könnt ihr dann auch große Stückzahlen bewältigen?

Wir sind momentan in der geschlossenen Beta-Phase und haben hauptsächlich Agentur-Nutzer, die TimeBuzzer ausprobieren. Den Prototypen und Kleinserien produzieren wir in Deutschland. Gerade befinden wir uns aber in Gesprächen mit Zulieferern aus Asien. Mit denen können wir dann kurzfristig auch Stückzahlen im fünfstelligen Bereich liefern.

Ihr sitzt in Kassel. Das ist nicht gerade ein Startup-Hub.

Es stellte sich als guter Standort heraus. Zum einen gibt es hier eine Universität, mit einem starken IT-Bereich. Und es gibt kurze Wege, die Stadt ist nicht groß. Zudem entsteht hier seit ein bis zwei Jahren eine Startup-Szene.

Bild: TimeBuzzer