TinkerToys_Drucker

Druck eines Spielzeugs in der Leipziger Filiale: Im Schnitt sind die „Kunden“ von TinkerToys zwischen acht und zehn Jahre alt. Eine Altersgrenze gibt es nicht.

Vorbei die Zeiten, in denen sich Gäste auf Kindergeburtstagen mit Topfschlagen und Pommes bespaßen ließen. Für eine Generation, die schon im Kinderbett auf dem Tablet herumwischen durfte, kann es gar nicht digital genug sein. Das weiß auch Sebastian Friedrich, einer der Gründer von TinkerToys. Das Magdeburger Startup hat eine Software entwickelt, mit der Kinder Spielzeug selbst erstellen und anschließend dreidimensional ausdrucken können – zum Beispiel bei Kindergeburtstagen.

Per Drag-and-Drop lassen sich in der Software Formen und Körper zusammenstellen und verändern, färben, verlängern oder stauchen. Neben geometrischen Formen gibt es auch fertige Vorlagen, darunter ein Auto und ein Roboter. Hier sind einzelne Elemente – Räder und Kopf – sogar beweglich.

Workshops und Geburtstage veranstaltet das Startup in seiner Filiale in Leipzig und dem Unternehmenssitz in Magdeburg. Auch in der Digitalwerkstatt des Spieleherstellers Haba in Berlin wird die Software inzwischen genutzt. Seit Jahresbeginn kann man sein Spielzeug außerdem zu Hause gestalten – und sich den Druck zuschicken lassen.

TinkerToys Gruender

Die TinkerToys-Gründer Marko Jakob, Sebastian Schröder und Sebastian Friedrich (von links)

TinkerToys ist eine Ausgründung des Magdeburger Technologie-Inkubators FabLab, in dem Studenten Prototypen bauen können. Friedrich baute das FabLab selbst mit auf. In einer Unternehmensberatung lernte der Wirtschaftsingenieur seine späteren Mitgründer Marko Jakob und Sebastian Schröder kennen.

Dass die Gruppe etwas mit 3D-Druckern machen wollte, sei klar gewesen, erzählt Friedrich. Auf eine konkrete Idee hätten sie aber erst die Sticheleien der Kollegen gebracht: „Neben dem FabLab steht eine Werkhalle für den Schwermaschinenbau. Dort gibt es große, teure Maschinen und die exotischsten Werkzeuge und Materialien. Wir im FabLab haben meist mit Kunststoffen gearbeitet. Der Kommentar aus der Werkhalle dazu war immer: ‚Das ist doch nur Spielzeug.‘ Da dachten wir uns: Wenn schon alle sagen, dass man damit nur Spielzeug machen kann, dann sollten wir daraus auch Spielzeug machen.“

Gesagt, getan: Die TinkerToys GmbH gibt es nun seit etwa einem Jahr. Kurz nach der Gründung schloss das Unternehmen eine Finanzierungsrunde ab, an der sich neben einem Business Angel auch die Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Sachsen-Anhalt und die Investitionsbank des Landes beteiligten.

TinkerToys ist nicht der einzige Anbieter von individuellem Spielzeug: Ella & Paul, dessen Gründer bereits in der ersten Staffel von „Die Höhle der Löwen“ auftraten, stellt Stofftiere nach Kinderzeichnungen her.

Bilder: TinkerToys