Topdeals Besitzerwechsel

Ströer und Kunath verkauften Topdeals

Das Hamburger Startup Topdeals (www.topdeals.de) hat seit Monaten einen neuen Besitzer. Dies fand das Online-Magazin Deutsche Startups heraus. Bereits im Februar übergaben die beiden Topdeals-Gründer Dirk Ströer und Jens Kunath ihre Anteile an dem Deal-Auktions-Portal an Benny Schilling. Der Gründer des Mobile-Vermarkters Apprupt (www.apprupt.com) hatte bereits im April 2012 den Geschäftsführerposten bei Topdeals übernommen, im Sommer 2011 war er dort als Leiter Operations eingestiegen. Zu den Gründen des Altgesellschafter-Ausstiegs äußerte sich Topdeals gegenüber Gründerszene nicht, bei Deutsche Startups heißt es von Schilling jedoch, man sei „im Guten auseinander gegangen“.

„Als sich mir die Möglichkeit bot, Topdeals.de voll und ganz zu übernehmen, habe ich nicht lange überlegt, da Topdeals.de viel Potenzial und eine Chance verdient hat“, so Schilling weiter. Eine neue Chance – Neubesitzer Schilling bezieht sich auf den Manipulationsskandal aus dem Frühjahr 2012. Damals waren Vorwürfe gegenüber Topdeals laut geworden, das Unternehmen setze eine firmeneigene Bietsoftware zum Hochtreiben des Verkaufspreises ihrer Angebote ein.

Schilling übernimmt geschrumpftes Team

Topdeals dementierte die Vorwürfe bis zuletzt. Allerdings änderte sich wenig später ihr Geschäftsmodell: Zum einen werden Verkäufe seitdem häufig mit festgesetztem Startpreis, zum anderen auch Sofort-Käufe angeboten. „Des Weiteren konnten wir feststellen, dass unsere Kunden sich vermehrt für Produkt-Deals interessieren. Wir sind gerade dabei, diesen Bereich zu vergrößern und ein breiteres Angebot zu schaffen“, so das Unternehmen gegenüber Gründerszene. Topdeals war zu Beginn 2011 mit einem Portal zur Ersteigerung aktueller Reise-Deals an den Start gegangen, mittlerweile orientiert sich der Dienst eher an breiten Daily-Deals-Plattformen wie Groupon (www.groupon.com).

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Neben der Geschäftsmodellanpassung war zum Jahresende 2012 ein großer Teil der Topdeals-Belegschaft entlassen worden – ob die Probleme bereits vor oder nach dem Betrugsskandal bestanden, ist nicht sicher. In jedem Fall ist es selten ein gutes Zeichen, wenn auch die Gründer ihr eigenes Unternehmen verlassen. Bei dem angeknacksten Rabattportal muss Schilling seitdem Aufbauarbeit, vor allem in Bezug auf die Reputation, leisten.

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