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Dirk, Marcel und Maurice Eisterhues, die Gründer der Fußball-App TorAlarm (v.l.)

Fußball-Apps sind überladen mit Informationen, findet Maurice Eisterhues. Bei TorAlarm, seiner eigenen App, gibt es deshalb keine Statistiken oder News, sondern lediglich Spieltermine, Tore und eine Tabelle. 2,5 Millionen mal wurde die App bisher heruntergeladen.

Eisterhues ist 26 Jahre alt und leidenschaftlicher Fußballfan. Er gründete die TorAlarm GmbH, das Unternehmen hinter der Fußball-App, gemeinsam mit seinem Vater Dirk (51) und seinem Bruder Marcel (24) im Oktober 2014. Das Düsseldorfer Startup ist komplett aus eigenen Mitteln finanziert und hat nach eigenen Angaben in diesem Jahr einen siebenstelligen Umsatz erreicht. Derzeit arbeiten zehn Leute für die Firma.

Maurice, bevor du TorAlarm startetest, hast du erst ein Informatik- und dann ein Wirtschafts-Studium abgebrochen. Warum?

Ich habe schon zu Schulzeiten und neben dem Studium immer irgendwelche Projekte gestartet. Zum Beispiel habe ich Apps für eine Modefirma programmiert. Als das dann immer mehr wurde, musste ich mich entscheiden, ob ich mich auf das Studium konzentriere oder meiner Selbständigkeit nachgehe.

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Wie kamst du zu der App TorAlarm?

Als mein Vater sein erstes Smartphone bekam, hat er nach einer Fußball-App gesucht, die sehr einfach aufgebaut ist. Und als es die nicht gab, habe ich gemeinsam mit meinem Bruder, eigentlich aus Scherz, eine erste Version davon programmiert. Mein Vater fand die Idee so gut, dass wir sie zur Bundesliga-Rückrunde 2012 in den App Store gebracht haben.

Erst zwei Jahre später habt ihr die App professionell als Firma betrieben. Warum so spät?

Wir haben das ganze zu Anfang nicht als Business betrachtet. Es war ein Hobby, in das wir viel Arbeit hineingesteckt haben, besonders am Wochenende. Irgendwann haben wir aber gemerkt, dass die App Potenzial hat, haben Werbung eingebaut und damit Geld verdient.

Ihr habt hundertausende App-Nutzer generiert, als Hobby. Das schaffen andere Firmen mit dutzenden Mitarbeitern nicht.

Wenn wir die App von vornherein professionell aufgezogen hätten, dann hätten wir nach einem halben Jahr gemerkt, dass sich das Geschäft nicht rentiert. Wir hatten aber nicht den Anspruch, damit Geld zu verdienen und haben es deshalb weiter betrieben. Deshalb hat es funktioniert.

Aber braucht es denn noch eine Fußball-App? Es gibt bereits hunderte.

Die anderen Apps haben News, Spielerlisten oder Statistiken integriert. Wir aber fokussieren uns auf das Wesentliche. Die Leute wollen gar nicht alles wissen. Sie wollen wissen, wann eine Mannschaft spielt, wie sie gespielt hat und auf welchem Tabellenplatz sie steht. Und genau diese Informationen geben wir den Nutzern.

Finanziert ihr euch weiterhin nur durch Werbung?

Unser Geschäftsmodell basiert zu 99 Prozent auf Werbung, deshalb wollen wir auch mehr Reichweite aufbauen. Der Nutzer kann die Werbung saisonal für einen kleinen Betrag entfernen. Aber das ist wirklich nur für Nutzer gedacht, die keine Werbung mögen.

Wie wollt ihr die Reichweite erhöhen?

Bisher sind wir fast ausschließlich organisch gewachsen. Gerade in der Zeit, in der wir die App als Hobby betrieben haben, haben wir nichts für Marketing ausgegeben. Jetzt wollen wir die App in andere europäische Länder wie Italien oder England bringen. Dafür muss man natürlich Budget in die Hand nehmen.

2015 habt ihr einen sechsstelligen, in diesem Jahr einen siebenstelligen Umsatz gemacht. Was wollt ihr 2017 erreichen?

Wir werden weiter wachsen und es wird voraussichtlich auf einen höheren siebenstelligen Umsatz hinauslaufen. Seit 2015 sind wir zudem profitabel.

Du arbeitest mit deinem Bruder und Vater zusammen. Kommen da Privates und Geschäftliches häufig durcheinander?

Es ist eine besondere Situation, aber ich glaube nicht, dass unser Familienleben darunter leidet. Manchmal ist es mit seinem Bruder in bestimmten Situationen schwierig und in anderen dann aber umso besser.

Bild: TorAlarm