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Die Treffn-Gründer: Sebastian Schweyen (links) und Michael Bona

Gründer der Verabredungs-App Treffn im Interview

Michael Bona und Sebastian Schweyen haben Treffn im Oktober 2013 in Berlin gegründet. Es handelt sich dabei aber nicht etwa um eine weitere Dating-App. Treffn will zukünftig jede Form von Verabredung einfach und bequem gestalten und liefert dafür eine Koordinierungshilfe von der Terminfindung bis zur Wegbeschreibung. Im Gründerszene-Interview erklärt Mitgründer Sebastian Schweyen, warum man speziell für Treffen eine eigene App benötigt.

Wie kam euch die Idee zu Treffn?

Uns hat immer genervt, wie umständlich es ist, sich mit jemandem zu treffen. Das fängt schon bei der Terminfindung an. Fast schon ein Klassiker ist dann das Problem einer allgemein verständlichen Wegbeschreibung – und wenn sich dann noch einer verspätet…

Wir waren sicher, dass es eine App gibt, mit der das alles bequem und schneller geht. Aber – es gibt noch keine Lösung, die alle Aspekte einer Verabredung abdeckt, insbesondere nicht mobil. Man verabredet sich trotz Smartphone immer noch wie vor 20 Jahren.

Wer sind die Gründer? Was habt ihr vorher gemacht?

Michael Bona und ich haben uns vor anderthalb Jahren zufällig kennengelernt und sind in Kontakt geblieben. Treffn ist Michaels dritte Firma, er hatte vorher mit Skilldeal einen Exit. Bei Treffn ist er für Technik und Entwicklung zuständig. Ich komme aus dem Mittelstand und habe acht Jahre eine Wäscherei geleitet und danach ein B2B-Portal für Wäscherei-Dienstleistungen gegründet. Mein Part bei Treffn sind Marketing und Operations.

Wer soll Treffn benutzen?

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Jeder, der sich regelmäßig mit Leuten verabredet. Verabreden dabei aber nicht im Sinne von Dating, sondern einfach im Sinne von Treffen – Angesicht zu Angesicht. Das ist natürlich sehr weit gefasst. Wir wollen einfach das beste Tool für Verabredungen entwickeln und dir dabei nicht vorschreiben, wie du es zu benutzen hast. Wenn du damit Geschäftstreffen organisieren, dich zum Mittagessen verabreden oder Leute zu Partys einladen willst – super.

Wie funktioniert die App?

Du kannst mit zweimal Tippen jeden aus deinem Telefonbuch einladen, inklusive Wegbeschreibung. Der andere kriegt dann automatisch angezeigt, wie er am besten dorthin kommt, wie lange es dauert und kann mit einem einzigen Tippen antworten. Aber natürlich ist auch ein Chat dabei, für alles, was nicht automatisch geklärt werden kann.

Funktioniert das auch, wenn der Eingeladene die Smartphone-App nicht hat?

Unser Anspruch ist, dass die App immer und ohne viel Nachdenken funktioniert. Du sollst dir niemals einen Kopf machen müssen, ob der andere die App hat oder nicht. Wenn er die App nicht hat, bekommt er einen Link zur Webseite. Er muss sich also nicht anmelden oder registrieren, sondern kann dir sofort antworten und ihr könnt euch treffen.

Wie sieht es bei Treffn mit dem Datenschutz aus?

Treffn ist sehr sorgfältig, was Privatsphäre angeht. Wir tracken unsere Nutzer nicht und erstellen keine Bewegungsprofile. Daten, die unsere Nutzer nicht teilen wollen, werden erst gar nicht erhoben.

Jeder Smartphone-Besitzer nutzt schon Messenger-Apps. Warum soll man für Verabredungen mit noch einer weiteren App hantieren?

Weil Treffn der schnellste, einfachste und komfortabelste Weg ist, um sich zu verabreden. Wir sehen unsere Konkurrenz auch nicht unbedingt in Messenger-Apps, sondern in Tools wie E-Mail und Kalender, mit denen heutzutage wahrscheinlich noch mehr als 95 Prozent aller Meetings organisiert werden.

Die Treffn-App ist gratis. Wie wollt ihr zukünftig Geld verdienen?

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Wir werden Location-Based-Services anbieten. Ein kleines Beispiel: Du wirst eingeladen und wählst als Anfahrt „Auto“ aus. Wir bieten dir dann an, mit einem Klick ein Taxi zu rufen, weil Treffn dein Ziel, den Zeitpunkt und deinen jetzigen Standort kennt. Vorreiter sind dort, wie so oft, die USA. Wir werden zuerst dort monetarisieren.

Wie finanziert ihr euch derzeit? Gibt es Investoren?

Wir haben Angel-Investoren aus der Mobil-Branche und der Werbe-Branche. Der Rest ist eigenfinanziert.

Treffn ist momentan in der Beta-Phase. Wann soll die iOS-App gelauncht werden?

Wir denken, dass wir im Mai launchen werden. Außerdem ist mittelfristig auch eine Android-Version geplant.

Vor welchen Herausforderungen habt ihr den größten Respekt?

Ich glaube, die größte Herausforderung liegt darin, eine App zu bauen, die so gut ist, dass jeder sie auf Anhieb versteht, jeder erkennt, was für einen Nutzen sie für ihn hat und die man immer wieder gerne nutzt.

Bild: © Helen S. Nicolai