Triprebel

Für die mehr als 1.000 Crowd-Investoren des gescheiterten Hotelbuchungsportals TripRebel dürfte die Hoffnung gering sein, noch etwas von ihrem Geld wieder zu sehen. Obwohl Vermögensbestände wie die Kundendatei offenbar verkauft wurden, hat der Insolvenzverwalter vor wenigen Tagen Masseunzulänglichkeit festgestellt. Das Firmenvermögen reicht also nicht einmal mehr aus, um die Kosten des Insolvenzverfahrens zu decken. Wie es jetzt genau weitergeht, ist unklar. Der Insolvenzverwalter wollte gegenüber Gründerszene noch keine Details nennen.

Neues Buchungsportal soll bald starten

Zumindest ein weiterer Teil des Hamburger Unternehmens ist nun verkauft: Die Website TripRebel.com hat vor wenigen Tagen den Besitzer gewechselt. Marke und Domain gehören mittlerweile Alexander Hüsgen, der gegenüber Gründerszene ankündigte, auf TripRebel erneut ein Hotelbuchungsportal aufzubauen. Wie viel Geld Hüsgen für die Domain gezahlt hat, wollte er auf Nachfrage nicht verraten. Ein hoher Betrag wird es nicht gewesen sein.

Die Website soll künftig nicht den gleichen Service wie das alte TripRebel anbieten. So warb das Startup vor der Insolvenzanmeldung damit, Preisschwankungen bei der Hotelbuchung auszunutzen und eventuell nachzubuchen, um von fallenden Preisen zu profitieren. Diese Technik wird es künftig nicht mehr geben.

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Stattdessen versteht der Betreiber das neue TripRebel eher als Inspirationsquelle für Urlauber, die noch nicht wissen, wohin die Reise gehen soll. „Wir wollen die Nutzer früher abholen und inspirieren – noch bevor sie ein konkretes Reiseziel haben“, sagt Hüsgen, der zehn Jahre in der Unternehmensberatung gearbeitet hat. Alle nötigen Reiseinformationen sowie Links zu interessanten Reiseblogs sollen dann gebündelt auf TripRebel angeboten werden. In den kommenden Tage plant Hüsgen den Start der neue Webseite. „Spätestens bis zum Wochenende ist die Seite online“, sagt Hüsgen. Registrieren könne man sich schon jetzt.

Abgesehen von TripRebel läuft auch die Meta-Hotel-Suchmaschine Hotelglueck.de auf Hüsgens Namen. Die Neuauflage von TripRebel will Hüsgen bootstrappen. Finanzieren soll sich der Service später durch Provisionen – ähnlich wie die Portale diverser anderer Anbieter im umkämpften Online-Reisemarkt. Weitere Hintergründe wollte Hüsgen noch nicht nennen.

Mit Blick auf die Konkurrenz räumt auch der neue TripRebel-Besitzer ein: „Es gibt extrem viele Hotelportale. Unser Ziel ist, eine Informations- und Buchungsplattform für unsere Kunden aufzubauen, die bereits bei der Reiseplanung unterstützt.“ Ob dieses Alleinstellungsmerkmal ausreicht, um zu bestehen, bleibt fraglich.

Hotel-Buchungen: TripRebel ist insolvent

TripRebel ist insolvent

Rund 20 Prozent geringere Kosten bei Hotelübernachtungen versprach TripRebel. Nun muss das Startup Insolvenz anmelden. Über 1.000 Kleininvestoren sind betroffen.

Bild: TripRebel / Screenshot