AxelHefer

Trivago-Finanzvorstand Axel Hefer

Es ist ein weiterer Meilenstein für das Düsseldorfer Unternehmen: Gestern wagte sich die Hotelsuchmaschine Trivago in New York an die Tech-Börse Nasdaq.

Der IPO des elf Jahre alten Unternehmens war jedoch kleiner als erhofft: Trivago gab Aktien zu einem Stückpreis von elf US-Dollar aus. Zuvor hatte das Unternehmen eine Preisspanne zwischen 13 und 15 Dollar geplant. Damit reduzierte sich auch das IPO-Volumen: das lag statt bei 400 Millionen Dollar nun bei etwa 287 Millionen. Derzeit steht die Aktie bei 11,85 Euro (Stand 10.15 Uhr).

Axel Hefer kam im Mai 2016 als Finanzvorstand zu Trivago und bereitete die Hotelsuchmaschine mit auf den Börsengang vor. Zuvor war er CFO und COO beim Rocket-Möbelhändler Home24. Wir haben mit Hefer über den IPO gesprochen.

Axel, warum der Gang aufs Parkett?

Aus unserer Sicht ist ein Börsengang ein natürlicher Schritt für Wachstumsunternehmen. Anfang des Jahres haben wir gemerkt, dass die Firma grundsätzlich dafür bereit ist und haben uns dann darauf vorbereitet. Wir wollten den Börsengang so schnell wie möglich machen, damit wir uns wieder auf das Geschäft konzentrieren können. So ein Börsengang beansprucht viel Zeit. Deshalb sind wir glücklich, dass es heute geklappt hat.

Ihr habt Euch getraut, obwohl das Börsenjahr für Neuemissionen schwierig war.

Aus meiner Sicht ist ein Börsengang nur ein Schritt. Es ist nicht wichtig, ob das Marktumfeld perfekt ist oder nicht. Was wichtig ist, ist die langfristige Perspektive. Und da sind wir extrem zuversichtlich. Das Umfeld war für uns nicht so wichtig.

Zuerst war die Rede von einer Preisspanne zwischen 13 und 15 Dollar. Warum wurde der Ausgabepreis auf elf Dollar nach unten korrigiert?

Zum Ausgabekurs dürfen wir rechtlich nichts sagen. Technisch ist es so, dass das erste öffentliche Filing einen Preis von 13 bis 15 US-Dollar hatte. Und das Filing gestern Morgen einen Preis von elf US-Dollar. Aber da können wir nichts weiter zu sagen.

Wofür werdet Ihr das Geld nutzen?

Der überwiegende Teil des Platzierungsvolumens ist eine Kapitalerhöhung. Im Wesentlichen werden wir das Geld nutzen, um flexibler agieren zu können. Zum einen ist es bei unserer Größe inzwischen sinnvoll, auch ein gewisses Liquiditätspolster zu haben. Normalerweise hält man ein bis zwei Monatsumsätze als Liquidität vor, einfach als Schwankungsreserve. Und das haben wir zuletzt nicht mehr gehabt. Zum anderen ermöglicht es uns auch, über Technologie-Zukäufe nachzudenken, für die wir in der Vergangenheit nicht die Mittel hatten.

Anzeige

Eure Aktien werden erst seit wenigen Stunden gehandelt. Bist Du bisher mit der Entwicklung zufrieden?

Da darf ich leider auch nichts zu sagen. Wir haben durch das Listing in Amerika enge gesetzliche Vorgaben.

Warum seid Ihr in den USA an die Börse gegangen und nicht in Deutschland?

Die ganze Online-Reisebranche ist in den USA oder an der Nasdaq gelistet, sowohl die chinesischen als auch die großen amerikanischen Spieler. Dort gibt es aus Investorensicht einfach ein viel größeres Verständnis für den Markt. Daher hat es sich angeboten.

Was erhoffst Du dir für das nächste Jahr?

Zum Börsenkurs können wir nichts sagen – weder zum Ausgabepreis, noch zum Börsenkurs, noch zu den nächsten Monaten. Für uns ist der Börsengang nur ein Schritt, am alltäglichen Geschäft ändert sich natürlich nichts. Wir werden weiterhin das Geschäft ausweiten.

Danke für das Gespräch, Axel.

Das Trivago-Team an der Börse in New York:

Bild: Trivago