Trump

Donald Trump macht vielen Managern im Silicon Valley Angst.

„Wir stellen uns gegen die Kandidatur von Donald Trump und wollen einen Kandidaten, der sich die Ideale, die die Technologie-Industrie der USA groß gemacht haben, zu eigen macht: Meinungsfreiheit, Offenheit gegenüber Neulingen, Chancengleichheit, öffentliche Investitionen in Forschung und Infrastruktur und Respekt für den Rechtsstaat.“

Aus diesen Worten spricht Angst. Angst um den Technologiestandort Silicon Valley. Angst um die Freiheit und Offenheit, die nötig ist, um innovative Geschäftsideen zu entwickeln. 145 Manager aus dem Silicon Valley sprechen sich in einem offenen Brief gegen den Präsidentschaftskandidaten der Republikaner, Donald Trump, aus. Trump stehe laut den Unterzeichnern für „Zorn, Fanatismus, Angst vor neuen Ideen und Leuten und die grundsätzlich Idee, dass die USA schwach und auf dem absteigenden Ast seien“.

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Vor ein paar Wochen ist bekannt geworden, dass der milliardenschwere Investor und Mitgründer von PayPal, Peter Thiel, aktiv den Wahlkampf von Trump unterstützt. Jetzt folgt also die Gegenbewegung. Unter den Unterzeichnern des Briefes sind Leute wie Stewart Butterfield, Mitgründer und CEO von Slack, der Internet-Pionier Vint Cerf, Caterina Fake, Mitgründerin von Flickr, David Karp, Gründer und CEO von Tumblr, Alexis Ohanian, Mitgründer von Reddit, Ev Williams, Gründer und CEO von Medium und Twitter und Steve Wozniak, Mitgründer von Apple.

In dem Brief heißt es weiter: „Wir haben Donald Trump im vergangenen Jahr zugehört und sind zu dem Schluss gekommen: Trump wäre eine Katastrophe für Innovationen. Seine Vision steht gegen den freien Austausch von Ideen, gegen die Bewegungsfreiheit von Leuten und einem produktivem Austausch mit der Außenwelt, der lebensnotwendig für unsere Wirtschaft ist und der das Fundament für Innovation und Wachstum bildet.“

Einfach das Internet abschalten

Kuriose Sprüche hat Trump in den vergangenen Jahren immer wieder rausgehauen. Auch zum Thema Digitalisierung. Um den Terror einzudämmen, wollte er zum Beispiel gleich das ganze Internet abschalten. Ein Anruf bei Bill Gates würde dafür reichen, so Trump in einer Rede. Wer etwas dagegen hätte, sei ein „Narr“. Zum Zeitpunkt dieser Zitate war Trump noch kein Kandidat und man konnte seine Sprüche als Unterhaltung abtun. Aber jetzt wird es offenbar ernst.

Besonderes Augenmerk legen die Unterzeichner auf die Abschottungspolitik des Präsidentschaftskandidaten. Dazu heißt es in dem Brief: „Wir glauben, dass Amerikas Stärke die Vielfalt ist. Großartige Ideen kommen aus allen Teilen der Gesellschaft. Wir glauben außerdem, dass uns eine fortschrittliche Immigrationspolitik hilft, die klügsten Köpfe der Welt anzuziehen und zu behalten – Wissenschaftler, Entrepreneure und Schöpfer. 40 Prozent der erfolgreichsten amerikanischen Unternehmen wurden von Immigranten oder deren Kindern gegründet.“

Was Trump zu Immigration sagt? Zum Beispiel das hier: „Oh, wir werden eine Mauer bauen. Keine Sorge.“

Foto: AttributionShare Alike Some rights reserved by Gage Skidmore