Die Juroren sind tief ergriffen. Da liegt eine Babypuppe im Inkubator – und Kurven auf dem Bildschirm verheißen nichts Gutes. Das sieht alles sehr echt aus. Die Atmung ist flach, der Herzschlag setzt kurz aus. Michael Altrichter, Business Angel des Jahres 2014, legt jetzt selber Hand an und streichelt die Puppe. Ganz vorsichtig. Nichts. Dr. Jens Schwindt, Frühgeborenenmediziner und Chef des Medizin-Startups Simcharacters ist besorgt und greift zum Beatmungsgerät: „Ja, dann hätten wir hier einen Notfall.“ Nach gefühlt endlosen Sekunden springt die Anzeige schließlich wieder an. Das Baby ist gerettet. Auch die Jury atmet wieder. Das war knapp. Was für ein Drama.

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Eigentlich dreht es sich bei dieser Show ja um Business. Doch Gefühle spielen natürlich auch eine Rolle. Die Juroren haben das sofort begriffen und zeigen sich angemessen ergriffen von Dr. Schwindts Erfindung. Mit Hilfe seiner Babypuppe und einer Software sollen Notfallmediziner üben, Frühgeborene zu retten. Es geht um Leben und Tod. Schwindt: „Das kann man nicht aus Büchern lernen. Hier hilft nur Training, um Leben zu retten.“ Doch nach der Vorführung geht es um das Geschäft. Es wird ein Investor mit Herz gesucht. Aber leider nicht gefunden. Alle finden die Sache mit der Puppe toll, aber Geld gibt es dafür nicht. Altrichter bringt es auf den Punkt und ruft seinem Jury-Kollegen Hans Peter Haselsteiner, langjähriger Chef des Bauunternehmens Strabag, ernüchtert zu: „Wir können die Welt nicht retten, Herr Haselsteiner. Das geht nicht immer.“ Hoffentlich wenigstens manchmal.

G Tipp – Lesenswert bei Gründerszene Hier kann die zweite Folge 2M2M noch einmal angesehen werden

Nach dem Baby wird gegessen. Marco Sbaiz hat Grissinis eingefärbt. Das sind diese italienischen Hefeteigstangen, die zu Antipasti gereicht werden. Sbaiz will mehr Farbe in das brotbraune Einerlei bringen und stößt mit dieser Idee auf massiven Widerstand. Die Jury will klassische Grisinis. Keine bunten Grisinis. Trotzdem werden die roten, gelben Stangen probiert und man stellt nüchtern fest – dass alle vollkommen gleich schmecken. Das sieht ganz schlecht aus für den Grissini-Mann. Da gibt es wohl noch einigen Beratungbedarf. Juror und Müsliproduzent Heinrich Prokop bietet immerhin ein Gespräch an. Mahlzeit.

Jetzt kommen Vater und Tochter Hoppe auf die Bühne und präsentieren ihre sichere Lunchbox. Das kleine Mädchen mit den vielen Locken führt vor, dass in der „Safer Snacks“-Box nichts verrutschen kann. Selbst bei der wildesten Hopserei. Wie süß! Das kommt natürlich gut an. Das Geheimnis ist ein Airbag, der das Essen an Ort und Stelle fixiert. Brot, Tomaten und Schokoriegel verrutschen keinen Millimeter. Die Jury ist begeistert und zeigt Herz für Kinder, die Wert auf einen gut sortierten Snack in der großen Pause legen. Altrichter, Haselsteiner und Prokop geben jeweils 20.000 Euro und erhalten dafür 26 Prozent an der Erfindung von Gerwin Hoppe.

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Die nächste Erfindung ist schon sehr speziell. Kann man so etwas eigentlich nur in Österreich erfinden? Die erste Frage der Macher Alois Temmel und Markus Schweinzger an die Juroren lautet: „Haben Sie schon mal ein Schwein gewogen?“ Das sei nämlich gar nicht so einfach. Schweine sind Fluchttiere und es macht sie nervös, wenn sie auf die Waage sollen. Fast wie bei Menschen. In Zukunft wird mit Hilfe ihrer Erfindung Wuggl einfach nur ein Foto gemacht, die Software berechnet das Gewicht der Schweine und wir haben garantiert unsere Schnitzel in Normgröße auf dem Teller.

Die Jury ist aus dem Häuschen und eine wilde Bieterschlacht bricht aus. Jetzt will jeder dabei sein. Leo Hillinger, umtriebiger Weinunternehmer, Marie-Hélène Ametsreiter von Speedinvest und Michael Altrichter sind schließlich mit jeweils 50.000 Euro bei Wuggl investiert und erhalten dafür zehn Prozent der Firma. Großer Jubel überall. Jedenfalls außerhalb von Österreichs Schweineställen.


Die Highlights aus der zweiten Folge in Bildern:

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Kandidat Markus Sbaiz stellt seine farbigen Crossini vor.

Bilder: Nick Albert