twin tech towns berlin tel aviv

Was Berlin zum Beispiel nicht hat: Sonne, Strand, Meer

„Berlin und Tel Aviv sind nur vier Stunden entfernt, beide Städte haben dynamische Startup-Ökosysteme mit hochgradig komplementären Fähigkeiten – es wird Zeit, enger zusammenzuarbeiten.“ Business Angel Christophe Maire hat das gesagt und sein Zitat ist so etwas wie der Leitspruch einer neuen Initiative, die genau das umsetzen will: Die Gründerszenen von Berlin und Tel Aviv zusammenzubringen.

„Twin Tech Towns“ (TTT) heißt das Projekt, es geht zurück auf die Gründer der App-Suchmaschine XyoZoe AdamoviczMarcin Rudolf und Matthäus Krzykowski. Das Berliner Startup war im vergangenen Oktober an das US-Unternehmen Digital Turbine (ehemals Mandalay Digital) verkauft worden. Zoe Adamovicz ging nach dem Verkauf als EMEA-Chefin für Digital Turbine nach Israel – der „Beginn einer Liebesaffäre mit der israelischen Startupszene“, wie die Initiatoren auf ihrer Website schreiben.

Anzeige
Adamovicz merkte: Zwischen den Tech-Szene von Berlin und Tel Aviv gibt es so gut wie keinen Austausch. Nach London oder ins Silicon Valley gibt es jeweils etablierte Kanäle, dort fließen Investmentgelder, Fachkräfte werden rekrutiert und Startups finden Exitpartner.

Dabei würden sich Berlin und Tel Aviv eigentlich hervorragend ergänzen: In der deutschen Hauptstadt gibt es eine Spezialisierung auf E-Commerce und B2C-Modelle, in der größten Stadt Israels hingegen ausgeprägte High-Tech-Kompetenz. CTOs seien in Israel leicht zu finden – und in Berlin überhaupt nicht. Bei CEOs und Marketingleuten sei es genau umgekehrt, erklärt Adamovicz im Gespräch mit Gründerszene.

Dazu kommt: Viele Frühphaseninvestoren in Berlin beklagen sich mittlerweile über einen Mangel an lohnenswerten Investmentmöglichkeiten. Und während es in Israel leicht ist, an größere B- oder C-Runden zu gelangen, wäre Kapital für Angel-, Seed- oder Serie-A-Finanzierungen gut zu gebrauchen.

TTT will daher den Deal-Flow zwischen beiden Städten stimulieren und den Austausch von Tech- und Gründerpersonal fördern. Das soll zunächst durch drei konkrete Schritte gelingen:

  • Über das Netzwerk der Initiative sollen Meetings mit wichtigen Szeneköpfen arrangiert werden: „Geh mit einem Seriengründer, einem Top-Investor oder einer anderen Schlüsselfigur Deiner Wahl lunchen!“
  • Ein monatlicher Newsletter soll über aktuelle Entwicklungen und Events informieren.
  • Regelmäßige Networking-Events sollen Mitglieder beider Ökosysteme zusammenbringen, Deals und Kooperationen ermöglichen. Passend zur DLD Tel Aviv im September wird es das erste Zusammentreffen in Israel geben, kündigt Adamovicz an.

Unterstützt wird TTT bereits von einer eindrucksvollen Zahl an Gründern und Investoren aus beiden Städten: Meerkat-Investor Eden Shochat oder Daniel Goldstein von Eric Schmidts VC Innovation Endeavour zum Beispiel; aus Berlin die Business Angels Dario Suter und Kolja HebenstreitSoundCloud-Gründer Eric Wahlforss, Point-Nine-Investor Christoph Janz – und natürlich Christophe Maire.

© panthermedia.net / Vladimir Blinov; Gründerszene unterstützt die Twin-Tech-Towns-Initiative als Medienpartner.