Wearetwitter

Die #WeAreTwitter-Initiative hat eine Petition gestartet.

Wer kauft Twitter? Google, Disney und Microsoft sind nicht mehr interessiert. Salesforce hat auch abgelehnt. Nun haben sich neue Interessenten zu Wort gemeldet: die Nutzer. Unter dem Hashtag #WeAreTwitter haben sechs Internetaktivisten einen Aufruf gestartet, Twitter durch eine Kooperative der Nutzer zu übernehmen. Mit dabei ist auch Johnny Haeusler, Mitbegründer der Re:publica.

Die Aktivisten wollen das Netzwerk vor einem Verkauf an digitale Großkonzerne retten – nicht nur, aber auch aufgrund der Daten, die der Kurznachrichtendienst täglich von seinen Nutzern sammelt. In ihrem Aufruf heißt es an Twitter gerichtet: „Wer auch immer Dich kauft, kauft in gewisser Weise uns.“ Zudem sei Twitter für die digitale Gesellschaft zu wichtig, als dass es von den kommerziellen Interessen der Investoren aufgerieben werde dürfe. Finden sich genügend Nutzer zusammen, wollen die Initiatoren mit Twitter verhandeln und ein neues Eigentümer-Konzept vorschlagen.

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Begonnen hatte die öffentliche Diskussion nach einem Guardian-Artikel des Journalisten Nathan Schneider Ende September, der ein genossenschaftliches Modell für Twitter ins Gespräch brachte. Wired-Kolumnist Johnny Haeusler hatte daraufhin zu einer detaillierten Diskussion aufgerufen. Nun wirbt die #WeAreTwitter-Initiative mit einer Petition auf Wearetwitter.global um Unterstützung bei bisherigen Twitter-Anteilseignern.

Twitter schreibt trotz seiner 300 Millionen Nutzer rote Zahlen. Zudem machen Großaktionäre seit Längerem Druck auf die Geschäftsführung, das Netzwerk profitabler zu machen. Derzeit wird der Wert von Twitter bei rund 30 Milliarden Dollar veranschlagt. Für eine komplette Übernahme müsste folglich jeder Nutzer 100 Dollar zahlen.

Bild: Screenshot Wearetwitter.global